„Keine weiteren Toten für die Profite von COSCO, Solidarität ist die Waffe der Arbeiter“
25.10. 2021 „Ein 40-jähriger Arbeiter am Pier 2 des Cosco Container Terminals Piräus kam auf tragische Weise ums Leben, als er unter ungeklärten Umständen von einer Kranbrücke getroffen wurde. Nach Angaben des Arbeitgebers hatte der verunglückte Arbeiter gerade Feierabend [was bestritten wird!]. Die Arbeitnehmer reagieren darauf mit einem Streik. Auf Anregung des Vorstands der Gewerkschaft ENEDEP legten die Arbeiter ihre Arbeit im Hafen nieder und versammelten sich vor dem Tor der SEMPO: “Sie können nicht länger mit dem Leben der Arbeiter spielen, um ihre Gewinne zu machen”, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft ENEDEP, Markos Bekris…” (…)
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Von Wassilis Aswestopoulos, 25.10.2021 – Telepolis
Streifenpolizisten erschießen Roma – und werden verhaftet. 32 Patronenhülsen am Tatort sichergestellt. Debatte um innere Sicherheit
In der Hauptstadt Athen und im nördlichen Thessaloniki haben spontane Demonstrationen gegen Polizeigewalt in Griechenland stattgefunden. Zuvor waren drei unbewaffnete Mitglieder der Volksgruppe der Roma, die mutmaßlich einen PKW gestohlen haben sollen, von sieben Polizisten unter Beschuss genommen worden. Am Tatort wurden 38 Patronenhülsen aus Polizeiwaffen gefunden.
Widersprüche im Polizeibericht
Ein Toter und acht Verletzte wurden nach dem blutigen Vorfall gemeldet, der sich in der Nacht zum Samstag in Perama bei Piräus zugetragen hat. Der Tote ist ein Roma, dessen Alter in den meisten Quellen mit zwanzig Jahren angegeben wird.
Unstrittig ist, dass ein weiterer Verletzter Roma sechzehn Jahre alt ist, und dass nach einem dritten Roma im Alter von fünfzehn Jahren gefahndet wird. Strittig ist, ob die übrigen sieben beteiligten Polizisten tatsächlich verletzt wurden, wie sie zunächst angaben. Sie befinden sich momentan unter dem Vorwurf der vorsätzlichen Tötung in Haft. (…) –> weiterlesen
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ATHEN taz | Griechenlands Pläne waren äußerst ambitioniert: Schon bis 2023 wollte die dortige Regierung beinahe alle Braunkohlekraftwerke abschalten, um die Energiewende schneller als anderswo in Europa voranzutreiben. Doch jetzt setzt Hellas wieder voll auf die so verpönte wie im eigenen Land reichlich vorhandene Braunkohle.
Dabei waren die riesigen Schaufelradbagger schon in Einzelteile zerlegt, die Förderbrücken- und bänder bereits demontiert. Doch nun werden sie wieder fit für den Einsatz gemacht. In den drei griechischen Braunkohlerevieren mit ihren Tagebauen im nordgriechischen Kozani und Florina sowie im Ort Megaloupoli auf dem Peloponnes herrscht wieder Hochbetrieb.
Griechischen Medienberichten zufolge habe die griechische Stromregulierungsbehörde RAE eine Studie darüber anfertigen lassen, wie sicher der Energiebedarf im kommenden Winter gedeckt werden könnte. Ergebnis: Insbesondere in den kalten Monaten Dezember bis Februar sei es nicht sicher, ob der Energiebedarf in Schlechtwetterperioden gedeckt werden könne. Dies liege zum einen an der steigenden Nachfrage nach Energie. Vor allem aber bereiten auf der Angebotsseite die auf den Weltmärkten explodierenden Energiepreise insbesondere für Öl und Gas den Griechen Sorge. Denn diese Energieträger muss Griechenland importieren. (…)
Am 2. September 2021 starb in Athen im Alter von 96 Jahren der griechische Komponist Mikis Theodorakis. Geboren am 29. Juli 1925 auf der Ägäisinsel Chios, hat er ein außerordentlich reichhaltiges künstlerisches Werk geschaffen und war einen großen Teil seines Lebens politisch und kämpferisch aktiv.
Jenseits seines gewaltigen volksnahen Werkes, das ihn im griechischen Volk populär machte, schrieb er Musik für Film und Theater, Oratorien, Kammermusik, Ballette und symphonische Werke. In Deutschland ist er vor allem durch seine Filmmusik für den Film „Alexis Sorbas“ und durch seine Volksmusik, die seit Jahrzehnten in griechischen Tavernen gespielt wird, bekannt geworden. Auf einzigartige Weise verband er die moderne griechische Volksmusik, hauptsächlich gespielt mit dem Musikinstrument Bouzouki, mit den griechischen Dichtern und das europäische Kunstelement mit der griechischen Musik.
Beitrag von Theodorakis zu den politischen Kämpfen des griechischen Volkes im 20. Jahrhundert
Mikis Theodorakis hat reichhaltige Aktivitäten in allen großen Bewegungen vorzuweisen, die Griechenland im 20. Jahrhundert erschütterten (Nationaler Widerstand gegen die deutsch-italienisch-bulgarische Besatzung 1941-1944 während des Zweiten Weltkriegs, die Dezemberereignisse 1944 in Athen im Kampf gegen die Engländer, griechischer Bürgerkrieg 1946-1949 und antidiktatorischer Kampf gegen die Obristendiktatur 1967-1974).
Ein neuer Film von Chrysanthos Konstantinides („Der Balkon“) Deutschsprachige Premiere (digital) am 25. Oktober 2021, 16 Uhr
„Der Film wurde produziert vom Regisseur Chrysanthos Konstantinidis („Der Balkon“) und wissenschaftlich begleitet durch Prof. Haris Athanasiadis. In zahlreichen Interviewausschnitten aus dem MOG-Archiv („Memories of the Occupations in Greece“) berichten die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von Hunger, Widerstand, den deutschen Konzentrationslagern, den Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung und der systematischen Deportation und Vernichtung der griechischen Juden. Historische Filmaufnahmen, aber auch Ausschnitte vom Besuch von Bundespräsident Gauck in der Märtyrergemeinde Lyngiades, ergänzen die Zeitzeugenberichte und vermitteln eine allgemeine Einführung in die Geschichte der deutschen Besatzung Griechenlands, die nicht zuletzt durch die Entschädigungsdebatte bis heute Aktualität besitzt.“
Im Zwist mit der Türkei im Mittelmeer hat die griechische Regierung französische Kriegsschiffe gekauft. Damit wächst auch Athens Schuldenberg.
Von Ferry Batzoglou, 28.9.2021 – TAZ
ATHEN taz | Der französische Präsident Emmanuel Macron und der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis haben am Dienstag in Paris einen Vertrag über den Kauf von drei französischen Fregatten im Rahmen einer „strategischen Partnerschaft“ unterzeichnet. Die Kriegsschiffe vom Typ Belharra sollen in Frankreich gebaut werden. Eine vierte Fregatte ist im Vertrag als Option vorgesehen. Der Deal hat ein Volumen von mehreren Milliarden Euro.
Erst Mitte September hatte Mitsotakis den Kauf von sechs weiteren Rafale-Kampfbombern vom französischen Hersteller Dassault angekündigt. Zuvor hatte Athen bereits 18 der französischen Kampfjets bestellt, die auf dem griechischen Luftwaffenstützpunkt in Tanagra unweit von Athen stationiert werden sollen. Kostenpunkt bisher: 2,32 Milliarden Euro.
Für das chronisch klamme Griechenland ist das erheblich. In der Coronakrise fiel die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung auf das Niveau von Anfang der 2000er Jahre zurück. (…) –> weiterlesen
Große Empörung über die Freilassung von Giorgos Patelis, der 2013 an der Ermordung des Rappers Pavlos Fyssas beteiligt war. Ein Berufungsgericht sprach den früheren Chef der Golden Dawn Nikea (Bezirk von Athen) wegen guter Führung frei (!)
Statt 10 Jahren nur eins! Die Freilassung von Patelis stößt auf eine Welle der Kritik an der Regierung und ihrer „Toleranz“ gegenüber dem Rechtsextremismus.
Patelis „muss sich einmal im Monat bei der Polizeistation seines Wohnortes melden und darf das Land nicht verlassen. Als Grund für seine vorzeitige Entlassung waren psychologische Probleme seines Kindes ins Feld geführt worden, die von den Richtern anerkannt wurden. Vor etwa einem Jahr war Patelis wegen seiner Aktivitäten bei der CA bzw. wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation zu zehn Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Für die Ermordung des Musikers Pavlos Fyssas im September 2013 hatte ihm das Gericht der „einfachen Mittäterschaft“ für schuldig befunden. Die kommunistische Partei des Landes (KKE) kritisierte die Entscheidung des Berufungsgerichtes mit scharfen Worten. Dies sei eine Beleidigung für alle Opfer der CA. Die KKE erinnerte daran, dass unter den Opfern nicht nur Fyssas, sondern auch dutzende Immigranten und Kommunisten seien.“ (Quelle)
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