Späte Freiheit für Ziad
Griechenland: Freispruch für Geflüchtete aus Gaza, Hunderte weitere warten auf Prozess
Von Yaro Allisat, 23.1.2026 – junge Welt jw

Fünf bis 15 Jahre Haft und Geldstrafen im fünf- bis sechsstelligen Bereich: Das steht gemäß griechischem Gesetz auf Schleuserei. Angeklagt werden vor allem Flüchtende selbst, die bei ihrer Ankunft in Schlauchbooten von der griechischen Küstenwache mehr oder weniger zufällig festgenommen werden, aber auch freiwillige Helfer. Auch Ziad wurde Menschenschmuggel vorgeworfen, am Mittwoch sprach ein Gericht auf Rhodos den palästinensischen Schutzsuchenden aus Gaza frei. Er soll das Schlauchboot, mit dem er und andere Flüchtende das Mittelmeer überquerten, gesteuert haben.
Über Ägypten und die Türkei war Ziad im August 2024 nach Griechenland gekommen. Bei seiner Ankunft wurde er festgenommen und für 17 Monate ins Gefängnis gesteckt. »Von dem Moment an, als ich in Europa ankam, habe ich, anstatt Gerechtigkeit zu finden, die größte Ungerechtigkeit erfahren«, so Ziad in einem Statement verschiedener NGOs vor dem Prozess. »Ich wurde eines Verbrechens beschuldigt, das ich nicht begangen hatte, und inhaftiert. Jeder Tag im Gefängnis kommt mir wie ein Jahr vor, und ich lebe in ständiger Angst und Sorge um meine Familie, die ich unter Bombenangriffen und Leid in Gaza zurückgelassen habe.« Ziads sehr kranke Tochter starb in Gaza, weil das israelische Regime ihr keine Evakuationserlaubnis erteilt hatte, berichtet Zaid. Nach zwei Monaten, in denen er zu fliehen versuchte, konnte er 2023 entkommen, kurz vor Beginn von Israels Krieg gegen Gaza. (…)








Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.