11. Geburtstag von VIO.ME in der selbstverwalteten Fabrik

DER 11. GEBURTSTAG VON VIO.ME – 2024
„Die selbstverwaltete Fabrik der Kooperative VIO.ME hat elf Jahre ununterbrochenen Betrieb hinter sich. Am 17. und 18. Mai laden wir Sie ein, gemeinsam den Fortbestand eines in Europa einzigartigen Projekts zu feiern.
Wir unterstützen die Emanzipation der Arbeiter von ihren Chefs, die Befreiung von Hierarchien und Ungleichheiten am Arbeitsplatz. Wir verwenden natürliche und ökologische Reinigungs- und Pflegeprodukte, die seit 11 Jahren von unseren Mitarbeitern mit Leidenschaft und Konsequenz hergestellt werden. Wir feiern unseren 11. Geburtstag am 17. und 18. Mai.“ ( infolibre, 5. Mai 2024)

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Κάτω τα ξερά σας από τη ΒΙΟ.ΜΕ! Hände weg von VIO.ME! #defendviome

Die einzige Fabrik des Landes, die von den Bossen befreit und der Gesellschaft zurückgegeben wurde, die einzige Fabrik, die im Sinne von Selbstverwaltung, Gleichheit und Solidarität arbeitet, ist in Gefahr! Die große Solidaritätsbewegung wird jede „Investition“ und jede Zwangsräumung stoppen!

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Griechenland: »Arbeitsbedingungen verschlechtern sich dramatisch«

Arbeitsrechtler Dionysis Temponeras über die Einführung der 6-Tage-Woche in Griechenland

Von John Malamatinas, 30.6.2024 – nd

Die Gewerkschaften in Griechenland haben einen schweren Stand und konnten die Einführung der 6-Tage-Woche nicht verhindern. (Foto: AFP/Aris Messinis)

Am 1. Juli beginnt in Griechenland die 6-Tage-Arbeitswoche. Wen trifft die neue Regelung?

Sie betrifft in erster Linie Beschäftigte in Unternehmen, die kontinuierlich arbeiten. Also solche Unternehmen, die an allen Tagen der Woche im 24-Stunden-Betrieb mit einem Wechselschichtsystem arbeiten und für ihre Beschäftigten ein 5-Tage-Arbeitssystem anwenden. Und sie betrifft auch Unternehmen, die nicht ständig in Betrieb sind, weil sie fünf oder sechs Tage in der Woche arbeiten, ebenfalls auf 24-Stunden-Basis und in einem Schichtsystem. Bei erhöhtem Arbeitsaufkommen kann ihnen die Möglichkeit der 6-Tage-Woche eingeräumt werden, wobei sie verpflichtet sind, dies zu melden. Es handelt sich hauptsächlich um private Betriebe, aber auch um Unternehmen des öffentlichen Sektors im weiteren Sinne, etwa öffentliche Versorgungsbetriebe oder Unternehmen, an denen der Staat beteiligt ist.

Was bezweckt die Regierung mit dem Gesetz?

Die Forderung nach einer 6-Tage-Woche ist nicht neu und besteht bereits seit der Troika-Ära. Im Jahr 2012 richtete die Troika einen entsprechenden Antrag an die damalige Regierung, der jedoch nicht angenommen wurde. Das neue Gesetz von 2023 – so sagt es zumindest das Arbeitsministerium –, soll es Unternehmen, die nicht so leicht Arbeitskräfte in spezialisierten Bereichen finden können, ermöglichen, ihre Arbeitszeiten zu flexibilisieren. So sollen sie bei hohem Arbeitsaufkommen mit einer Belegschaft auf Abruf reagieren können. Zuvor war bereits im Jahr 2021 der 8-Stunden-Tag abgeschafft worden. Auch wurde die Unabhängigkeit der Arbeitsaufsichtsbehörde eingeschränkt und Entlassungen wurden flexibilisiert. Wir haben also mehrere Gesetze, die das Modell eines Arbeitnehmers stärken, der viel länger arbeitet und immer weniger bezahlt wird. Gerade in einem Land wie Griechenland, in dem die Arbeitnehmer nach Eurostat-Daten die längsten Wochenarbeitszeiten in Europa haben, wird davon ausgegangen, dass sich die Arbeitsbedingungen dramatisch verschlechtern. Dabei gibt es schon jetzt ein enormes Problem mit der Verteuerung und der Einkommensarmut. (…)

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Griechische Küstenwache setzt erneut Kinder in der Ägäis aus

Keine Reaktion von Frontex auf Medienberichte zu Pushbacks mit Toten

Von Matthias Monroy 24.06.2024 – nd

Internationale Medien dokumentieren seit Jahren, dass die griechische Küstenwache Geflüchteten verweigert, Asylanträge zu stellen, und sie völkerrechtswidrig in die Türkei zurück abschiebt. In einigen Fällen wurden Schlauchboote gezielt zum Sinken gebracht, in Hunderten anderen Fällen Menschen in Rettungsinseln gesetzt, die dann Richtung Türkei treiben. Seit 2020 dokumentiert die türkische Küstenwache diese Vorfälle

Am Mittwoch führte die griechische Küstenwache erneut einen solchen Pushback durch, berichtet die Hilfsorganisation Aegean Boat Report. Demnach wurden auch 14 Kinder in Rettungsinseln geworfen und in der Ägäis ausgesetzt. Insgesamt seien in den letzten Tagen zehn Rettungsinseln mit 180 Menschen, darunter 60 Kleinkinder, an der türkischen Küste angetrieben worden, so Aegean Boat Report. Statt die Verantwortlichen zu verfolgen, haben griechische Behörden jüngst einen Haftbefehl gegen den Gründer der Organisation, Tommy Olsen, erlassen. (…)

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Der Schiffbruch von Pylos ist kein Einzelfall

Seit 2020 wird auch auf dem Meer eine neue Methode der gewaltsamen und illegalen Abschreckung praktiziert: Die Menschen werden auf Rettungsinseln ohne Motor verladen und zurück zur türkischen Küste getrieben.

Veranstaltung zum Jahrestag der Katastrophe von Pylos am Freitag 14. Juni in der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Es sprach Dimitra Andritsou. Hier ein Ausschnitt:

(…) Welche Rolle und Verantwortung für den Tod der über 600 Geflüchtete sehen Sie bei der EU Grenzschutzagentur Frontex?

In den letzten zwei Jahrzehnten haben zahlreiche Berichte von internationalen Menschenrechtsorganisationen und investigativen Journalisten die Mitschuld von Frontex an systematischen Menschenrechtsverletzungen, Verstößen und Vertuschungen an den Außen- und Binnengrenzen der EU dokumentiert. Auch im Fall des Schiffsunglücks vor Pylos werden die Unzulänglichkeiten von Frontex deutlich.

Anfang 2024 veröffentlichte die Europäische Ombudsperson Emily O’Reilly, die vom Europäischen Parlament gewählt wurde, einen Bericht, in dem sie die Rolle und die Verantwortung von Frontex bei dem tödlichen Schiffsunglück untersuchte und „offensichtliche Spannungen“ zwischen den Grundrechtsverpflichtungen von Frontex und der Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Grenzkontrolle –  in diesem Fall Griechenland –  aufzeigte. So war Frontex die Seeuntüchtigkeit der Adriana und die offensichtliche Notlage der Passagiere von dem Zeitpunkt an bekannt, als ihr eigenes Flugzeug das Boot in den griechischen SAR-Gewässern entdeckte. Und sie wussten, dass Griechenland seit Jahren seine Pflichten bei der Seenotrettung nicht einhält. Dennoch versäumte es Frontex rechtzeitig einzugreifen, um den in Seenot geratenen Menschen zu helfen – wozu sie aber verpflichtet sind. Die Tatsache, dass Frontex den griechischen Behörden dreimal anbot, sie bei ihrer Operation zu unterstützen, indem sie Luftfahrzeuge an den Ort des Geschehens schickte, und keine Antwort erhielt, hätte eigentlich ein entscheidender Faktor sein müssen, um mit sofortiger Dringlichkeit weitere Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, was zu einem der verheerendsten Schiffsunglücke in der jüngeren Geschichte der Region werden würde. (…)

Gesamter Bericht hier!

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Griechische Küstenwache warf Geflüchtete ins Mittelmeer

Medienbericht sieht Verantwortung für Tod von Dutzenden Migranten

Von Matthias Monroy, 17.6.2024 – nd

Die griechische Küstenwache hat in den vergangenen drei Jahren den Tod von Dutzenden Migranten im Mittelmeer verursacht. Mindestens neun von ihnen seien absichtlich ins Mittelmeer geworfen worden, berichtet der britische Sender BBC unter Berufung auf Aussagen von Zeugen.

Greek coastguard threw migrants overboard to their deaths, witnesses say (BBC)

Laut der Recherche mit dem Titel »Totenstille« zeigen die Vorfälle ein klares Muster. Auf einem Film sind demnach zwölf Personen zu erkennen, die von einem Boot der Küstenwache in einem Schlauchboot ausgesetzt wurden.

Die BBC legte den Bericht mit Aufnahmen, die von Geflüchteten stammen, einem ehemaligen hochrangigen Vertreter der griechischen Küstenwache vor. Dieser bezeichnete das Vorgehen – als er das Mikrofon der Reporter für abgeschaltet hielt – als »offensichtlich illegal« und »internationales Verbrechen«.

Die griechische Küstenwache weist die Vorwürfe solcher illegalen Pushbacks entschieden zurück. Die Regierung wird jedoch seit langem beschuldigt, Menschen illegal in die Türkei zurückzudrängen. Diese Praxis verstößt gegen internationales Recht. (…)

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Über 600 Tote und keine Konsequenzen?

Aus dem Sondernewsletter von Pro Asyl zum Jahrestag von Pylos (14.6.)

Greece: On Pylos Shipwreck Anniversary, Still No Justice (Human Rights Watch)
Liebe Freundinnen und Freunde,
heute vor genau einem Jahr erfuhren wir von einer fürchterlichen Katastrophe im Mittelmeer: Mehr als 600 Flüchtlinge starben, als der überfüllte Fischkutter Adriana vor dem griechischen Küstenort Pylos sank. Obwohl die griechische Küstenwache mehr als 15 Stunden zuvor von der Seenot des Schiffes erfahren hatte und vor Ort war, überlebten am Ende nur 104 Menschen. Seit diesem Tag stehen unser Team in Griechenland und wir in Deutschland den Überlebenden und verzweifelten Angehörigen der Opfer zur Seite.
WIR GEHEN GEGEN DAS STERBENLASSEN VOR GERICHT – BITTE SPENDET!
Die Geschehnisse in der Nacht auf den 14. Juni 2023 wurden von uns genau aufgearbeitet. Unsere Kolleg*innen von Refugee Support Aegean leisten humanitären Beistand und vertreten die Opfer juristisch in allen Belangen. Die zentrale Frage, die uns alle bewegt, lautet: Warum wurden die Menschen nicht gerettet? Zusammen mit 20 Überlebenden waren wir deshalb zum Jahrestag in Berlin, um gemeinsam Aufklärung und Gerechtigkeit zu fordern. (…)“

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Grausame Rache

Vor 80 Jahren begingen Angehörige der SS im griechischen Dorf Distomo ein Massaker

Von Ulrich Schneider, 9.6.2024 – junge Welt

In ganz Europa findet man Gedenkorte, die unmittelbar mit faschistischen Massenverbrechen verbunden sind, nicht nur Konzentrations- und Vernichtungslager. Sie erinnern daran, wie der »Vernichtungskrieg« zu Lasten der Zivilbevölkerung umgesetzt wurde. Viele erinnern aber auch daran, dass die deutsche Bundesregierung bis heute politische und finanzielle Verantwortung hierfür ablehnt. Ein solcher Ort ist Distomo in Zentralgriechenland. (…)

M 218 Menschen wurden am 10. Juni in Distomo auf brutalste Weise ermordet in nur wenigen Stunden. Die Überlebenden blieben mit ihren getöteten Angehörigen alleine. Die deutschen Soldaten haben Distomo noch vor der Dämmerung wieder verlassen.

Tatsächlich ist bis heute keine bundesdeutsche Regierung bereit, den gerechten und begründeten Forderungen des griechischen Volkes nachzukommen. Dabei geht es nicht nur um Entschädigungszahlungen für die Opfer der Kriegsverbrechen, sondern auch um die 1942 von den Nazis zur Bestreitung der Besatzungskosten abgepresste Zwangsanleihe. Als in den 1950er Jahren die Forderung nach Wiedergutmachung erhoben wurde, versuchte die Bundesregierung im März 1960 Griechenland mit einer einmaligen Zahlung von 115 Millionen D-Mark abzuspeisen.

Erst nach der »deutschen Einheit« 1990 begannen in Griechenland öffentliche Debatten um die ausstehenden Forderungen. Den Vertretern der Angehörigen der Opfer von Distomo reichte es nicht, dass bundesdeutsche Politiker die Betroffenen mit salbungsvollen Worten und einem warmen Händedruck abspeisen wollten. (…)

Seit zwanzig Jahren arbeitet – gegründet von deutschen Antifaschisten – ein Arbeitskreis Distomo, der auf erinnerungspolitischer und juristischer Ebene die Interessen der Opfer und ihrer Nachkommen unterstützt. (…)

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Video (nur auf Youtube anzusehen)

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