Schwerpunktthema in diesem Jahr: Deutschlands lange verdrängte Kriegsschuld

Vor 80 Jahren marschierte die Wehrmacht in Griechenland ein, und noch immer sind die Fragen von Reparationen und Entschädigungen ungelöst.

Beiträge zum Thema

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Hitzewelle historischen Ausmaßes

2.8.2021 – tagesschau

Auch nachts 30 Grad – und das vielleicht noch wochenlang: In Teilen Griechenlands könnte es den bislang heißesten Sommer geben. Die Folgen sind dramatisch.

Nach Großbrand auf Rhodos (2.8.)

Die Hitzewelle in Griechenland hat laut Meteorologen historische Ausmaße erreicht. Das Wetteramt rechnet mit Temperaturen um die 44 Grad mindestens bis zum kommenden Wochenende. Experten vergleichen die Dauer und die hohen Temperaturen mit denen im Jahr 1987. Damals waren in Griechenland nach mehreren Tagen mit Werten über 40 Grad Schätzungen nach mehr als 4000 Menschen ums Leben gekommen.

Einige Meteorologen befürchten sogar, die Thermometer könnten in den kommenden Tagen einen Rekord in Europa zeigen. 1977 waren in Athen und der rund 30 Kilometer westlich liegenden Stadt Elefsina 48 Grad Celsius gemessen worden. Das ist die bislang höchste in Europa gemessene Temperatur. –> weiterlesen

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Keine Ehrung für Seenot-Retter

Die Regierung in Athen geht gegen Organisationen und Personen vor, die dem Staat Menschenrechtsverletzungen nachweisen und dies im Internet dokumentieren. An den Ermittlungen ist eine Behörde beteiligt, die mit EU-Mitteln errichtet wurde.

Von Wassilis Aswestopoulos 27.7.2021 – Telepolis

Iason Apostolopoulos@Iasonas (1. Aug) Gr0ße Rettungsaktion letzte Nacht im Mittelmeer. Ein Boot mit 400 nahe der Erstickung im Laderaum gestapelten Flüchtlingen wurde durch eine gemeinsame Operation der drei Rettungsorganisationen Sea-Watch, Sos Méditerranée und Resqship gerettet! Einige Schiffswracks gingen unter, aber zum Glück wurden alle gerettet.

Causa Apostolopoulos: Wer verhinderte die angekündigte Verleihung des Goldenen Kreuzes des Exzellenzordens an einen „Koordinator von Seenotrettungseinsätzen“? Ein rechter Politiker?

Der griechische Seenotretter Iason Apostolopoulos sollte am vergangenen Samstag, den 24. Juli, anlässlich des 47. Jahrestags der Wiederherstellung der Demokratie in Griechenland von der Staatspräsidentin Katerina Sakellaropoulou den Exzellenzorden des Phönix erhalten. So stand es in einer offiziellen Pressemeldung, die von der staatlichen Nachrichtenagentur Athens News Agency / Macedonian News Agency (AMNA) veröffentlicht wurde.

Einige Internetmagazine haben immer noch die ursprüngliche Namensliste der zu Ehrenden online. Dort steht, dass Apostolopoulos als „Koordinator von Seenotrettungseinsätzen bei humanitären Einsätzen“ das Goldene Kreuz des Exzellensordens erhalten sollte.

Es ist die vierte der insgesamt fünf Stufen des Ordens. Auf der offiziellen Internetpräsenz der Staatspräsidentin wurde der entsprechende Eintrag mittlerweile entfernt, das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum wurde aber ohne Erwähnung der Korrektur beibehalten.

Apostolopoulos erhielt von der Staatskanzlei auch die entsprechende Einladung für die alljährliche Feier der Demokratie. Allerdings wurde er im letzten Moment ausgeladen. Das gesamte Procedere ist Gegenstand einer Affäre in Athen. –> weiterlesen

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Neues von der Bürgerinitiative „Ο τόπος μου“ „Mein Ort“: Sommerschule für Geflüchtete 2021

Bericht aus Katerini von Elias Tsolakidis, 25.7.2021

Liebe Freundinnen und Freunde des Kapnikos Stathmos (ehemaliges Tabakforschungszentrum),

Es ist soweit – nach einer lähmend langen Zeit voll von Abstand, Verbot und Einschränkung bietet dieser Sommer 2021 durch die Fortschritte in der Infektionseindämmung endlich wieder die vorsichtige Möglichkeit, sich hautnah zu begegnen und zusammen soziale Projekte zu realisieren. Der Bedarf liegt nach eineinhalb Jahren Pandemiegeschehens auf der Hand, denn vor allem schutzbedürftige und vulnerable Gruppen hatten es in dieser Zeit und jetzt noch immer am schwersten. Dazu zählen vor allem auch die Kinder unter den knapp 1000 Geflüchteten, die zurzeit in und um unsere Heimatstadt Katerini leben und für die im September das Schuljahr ohne fundierte Sprachkenntnisse beginnen muss.

Aus diesem Grund hat Kapnikos Stathmos mit Unterstützung des Förder- und Freundeskreises Elliniko e.V. aus Hamburg sowie des Athenée de Luxembourg für den Zeitraum vom 01. Juli bis zum 17. September das Projekt Summer School ins Leben gerufen. Hier bieten wir für knapp 30 in Gruppen geteilte Kinder jeden Tag zwischen 9:00 Uhr und 12:00 Uhr Sprachunterricht in unseren Räumlichkeiten an, bevor sich die Schüler anschließend zwischen 12:00 Uhr und 13:30 Uhr in einem kreativen Theaterprojekt auf unserem grünen Hof ausleben können. Dazwischen gibt es eine halbstündige Mittagspause, in der sich die Kinder mit bereitgestellten Früchten stärken und erholen können.

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Gedanken zur Flut

Die Legende vom gut organisierten Deutschland – Was in Griechenland besser klappt

Von Wassilis Aswestopoulos, 22.7.2021 – telepolis

Als Auslandskorrespondent betrachtet man die Politik im Land, über das berichtet wird, stets mit einem kritischen Auge. Denn insbesondere die Missstände fallen immer stärker ins Auge. Handelt es sich beim Gastland um einen ärmeren, schlechter organisierten Staat, schwingt ein „aber in Deutschland“ immer im Hinterkopf mit. Eigentlich, denn bei gleichartigen Ereignissen in beiden Ländern kann sich auch zeigen, dass Deutschland von Griechenland auch einiges lernen könnte. (…)

Ein elektronisches Warnsystem

Zu den von der Regierung Mitsotakis forcierten elektronischen Kommunikationsmitteln des Staats zählt auch ein Krisenwarnsystem, das 112 genannt wird. Wenn ein Katastrophenfall droht, wird vom staatlichen Katastrophenschutz an alle im griechischen Mobilfunksystem eingeloggten Telefone über Cell Broadcast eine Warnmeldung geschickt. Diese kommt bei SIM Karten griechischer Anbieter auf Griechisch, während es für die ausländischen in Griechenland betriebenen Telefone eine englische Version gibt. (…)

Wetterfesteres Mobilfunknetz

Während drei Flutkatastrophen in Griechenland, im November 2017 in Mandres Attika, im September 2018 und im August 2020 auf Euböa, blieb das Mobilfunknetz weitgehend intakt, auch wenn die Strom- und Wasserversorgung in den betroffenen Gebieten ausfiel oder aus Sicherheitsgründen abgeschaltet wurde. Umso überraschender war es, in Deutschland zu erleben, wie Kommunikation, aber auch Warnsysteme in der „Jahrhundertflut“ in Nordrheinwestfalen und Rheinland-Pfalz zusammenbrachen. (…)

Ein öffentlich-rechtlicher WDR, der ungerührt sein normales Programm mit der Popnacht im Radio und Dokus im TV weiterführt, während in Wuppertal die Überflutung im Gang war und in der Eifel Orte wie Schuld von den Regenmassen fortgespült wurden, wäre in Griechenland undenkbar. Sollte es doch geschehen, wären Rücktritte von Verantwortlichen fällig. Dies in einem Land, in dem Politiker selbst bei dicken Skandalen den Rücktritt als Konsequenz vermeiden. (…)

Die Wahlniederlage von Tsipras im Juli 2019 und vorher bei den Europawahlen im Frühjahr hängt auch mit dem schlechten Krisenmanagement der Syriza-Regierung beim verheerenden Waldbrand von Mati (Attika) zusammen. Seinerzeit, am 23. Juli 2018, war Tsipras eilig zu einem Krisentreffen geeilt und hatte sich locker den Kameras präsentiert, während es intern bereits Berichte über zahlreiche Tote gab. Das Tsipras die Kenntnis der Todesfälle nachgewiesen wurde, erwies sich als hohe politische Hypothek. (…)

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Scharfe Kritik an Abschiebeplänen in die Türkei

23. Juli 2021 – Griechenland Zeitung

Auf Initiative der Griechischen Vereinigung für Menschenrechte (HLHR) fand kürzlich in Athen eine online Pressekonferenz statt. Dabei äußerten sich Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Organisationen aus Hellas und anderen europäischen Ländern sowie zwei Geflüchtete zur aktuellen Situation und deren Auswirkungen auf ihre Lebensumstände.

Geplante Abschiebung
Anlass für diese Veranstaltung war in erster Linie eine Entscheidung Griechenlands, wodurch die Türkei als sicheres Drittland für Flüchtlinge aus bestimmten Herkunftsländern eingestuft wird. Begründet wurde dies damit, dass die betreffenden Asylsuchenden in dem Nachbarstaat keine Diskriminierung aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder politischen Ansichten zu befürchten hätten. Daher sei es Geflüchteten durchaus möglich, einen Asylantrag in der Türkei, statt in Griechenland zu stellen; es handelt sich dabei um 67 Prozent aller Menschen, die in Hellas um Asyl ansuchen. Der Minister für Immigration und Asyl Notis Mitarakis hatte diese Entwicklung ausdrücklich begrüßt. Dies sei seiner Meinung nach ein wichtiger Schritt, um „illegale Flüchtlingsströme“ zu unterbinden. (…) –> weiterlesen

Siehe auch: EGMR – Griechische NGO klagt gegen Griechenland wegen Misshandlung von Flüchtlingen

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Zero-Waste-Verteilung von Produkten in der Fabrik von Vio.Me

Die Vio.Me Belegschaft schrieb am 30.6.21:

„Es ist uns eine große Freude, Ihnen das neue ‚Zero-Waste‘-Projekt vorzustellen, das in den Einrichtungen der Fabrik von Synergatiki BIO.ME. gestartet wurde!

Nach vielen Gesprächen mit unseren solidarischen Unterstützern und unter Berücksichtigung der dringenden Notwendigkeit, den Plastikkonsum zu reduzieren, haben wir uns entschieden, die Produkte „in Kiloweise“ zu verkaufen! Sie können mit Ihren sauberen Leergebinden in die Fabrik kommen und diese direkt aus den großen Betonen befüllen.

In naher Zukunft wollen wir fast alle unsere Produkte auf diese Weise verfügbar machen.
Derzeit sind für jeden, der daran interessiert ist, durch die Fabrik zu gehen, um Zero-Waste zu erhalten, die verfügbaren Produkte:
◾ Cremeseife mit ätherischem Kiefernöl
◾ Flüssige Gesichtsseife mit ätherischem Lavendelöl
◾ Waschflüssigkeit – natürlich
◾ Konzentrierte Waschflüssigkeit – ökologisch“ 

griech. Originalversion

Siehe auch: „Occupy, Resist, Produce, … Repeat“ (Seiferei Augsburg)

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Misswirtschaft à la Mitsotakis

Griechenlands Ministerpräsident plant Straßenbaugroßprojekte. Korruption wird Tür und Tor geöffnet. Beschäftigte prekär bezahlt

Von Hansgeorg Hermann, 10.7.2021 – junge Welt

Für die Griechen ist »Misa« ein Begriff, der einen großen Teil der gesellschaftlichen Probleme ihres Landes in einem einzigen Wort zusammenfasst. »Misa« steht für »Schmiergeld«, seine politische Dimension ist enorm. Die gigantischen Straßenbauprojekte, die Premierminister Kyriakos Mitsotakis im Frühjahr in Athen der Öffentlichkeit vorstellte und um die seither in den Niederungen der Kommunalpolitik leidenschaftlich gestritten wird, dürften – in alter Tradition – die Tore für Korruption und Vetternwirtschaft weit öffnen. Begleitet wird der enorme Schub für den Autobahnbau von der Aufweichung verschiedener Gesetze zum Schutz der griechischen Wälder, die Mitsotakis’ Parlamentsmehrheit bereits beschlossen hat. Die Privatisierung öffentlichen Landes, beispielsweise für das kanadische Bergbaukartell »Eldorado« auf der Halbinsel Chalchidiki, sind für Ökologen und die betroffenen Dörfer zusätzliche Katastrophenszenarien.

Griechenlands größter Insel Kreta – dem »Kontinent«, wie ihre Bewohner die 300 Kilometer lange Landmasse im tiefen Süden der Ägäis nennen – droht im kommenden Jahr der Bau einer Trasse, die mitten durch eine Jahrhunderte alte Kulturlandschaft an der Nordküste geschlagen werden soll. Das Projekt nennt sich BOAK (»Nördliche Autobahnachse Kreta«) und soll den Westen mit der Provinzhauptstadt Chanià und den Osten mit der Inselhauptstadt Heraklion sowie den kleineren Städten Agios Nikolaos und Sitia verbinden. Der Startschuss soll bereits im kommenden Jahr fallen, die Kosten in Höhe von derzeit geschätzten zwei Milliarden Euro sind nach Angaben der Regierung bereits gedeckt. Ähnliche Projekte sollen auf der Peleponnes die Wildnis aus Wald und Felsmassiven durchschneiden. (…) –> weiterlesen

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