Spendenaufruf: Ein Generator für Vio.Me

Mit dem großartigen Ergebnis von 14.128,33 € ist die Spendenaktion am 29. Mai beendet worden. Das ursprüngliche Spendenziel von 8000 € wurde dank begeisternder Spendenbereitschaft bei weitem überschritten. Einen riesengroßen Dank an alle Spender*innen!

Die Arbeit bei Vio.Me wurde, der Stromabschaltung zum Trotz, fast ohne Unterbrechung fortgeführt. Ermöglicht wurde dies durch drei kleinere Generatoren, zwei davon ausgeliehen, ein weiterer gespendet aus Deutschland. Die Anschaffung eines ausreichend leistungsstarken Generators steht weiterhin auf der Tagesordnung und wird nun durch die Spendengelder ermöglicht.

Die Vio.Me-Belegschaft, eng mit den ökologischen Bewegungen verbunden, hat in dieser Zeit sogar neue Produkte entwickelt. Mit Hochdruck wurde produziert, um die Menschen in Moria und anderen Lagern mit Seife und Reinigungsmitteln zu versorgen, finanziert vor allem durch die Spendenaktion Fight the dirty conditions everywhere (Kampf den schmutzigen Zuständen). (Beyond Europe und Kosmotique)

Seit nunmehr 7 Jahren haben die Arbeiter*innen von Vio.Me ihre Fabrik rückerobert, sich in Selbstverwaltung ohne Bosse organisiert und mit gleichen Löhnen und Jobrotation gearbeitet. Damit sind sie nicht nur in Griechenland zu einem Leuchtturmprojekt für Arbeiterselbstverwaltung und Rückeroberung von Betrieben geworden. Mit vielen anderen, in Griechenland und international, haben wir das Vio.Me-Projekt solidarisch unterstützt, z. B. mit der Sammlung für die Anschaffung eines Autotransporters 2016.

Nun nutzte die Mitsotakis-Regierung die Coronakrise und den von ihr selbst ausgerufenen „Kriegszustand“, um Vio.Me in die Knie zu zwingen. Am 30.3. hat die staatliche Stromgesellschaft DEI die Energieversorgung abgestellt. Nur mithilfe von geliehenen Generatoren kann die Belegschaft ein Minimum an Produktion aufrechterhalten.

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Die Kampagne #power2viome geht weiter

Pressemitteilung der SE.VIO.ME vom 28. Mai 2020 (dt. Übersetzung)

Unser Engagement hat eine lange Vorgeschichte, und wir werden unseren Widerstand nicht wegen zwei Stromkabeln aufgeben  

  • Die Regierung und die Angestellten des Staatlichen Stromversorgers (DEI) halten uns zum Narren. Das glauben sie jedenfalls.   
  • Sie wollten ihre Beute einlullen, um sie leichter anzufallen. Sie wollten uns dazu bringen, uns auf langwierige Verhandlungen einzulassen und den Kampf einzustellen. Wir aber haben ihre Absicht durchschaut und sind ihrem Szenario nicht gefolgt.  
  • Wir wussten, dass keine Resultate hinter verschlossenen Türen zu erzielen sind. Die praktische Unterstützung kam aus der Solidaritätsbewegung, die nicht einen, sondern drei Generatoren organisieren und uns zur Verfügung stellen konnte. Das Durchhaltevermögen kam aus der Arbeit, die wir ohne Strom geleistet haben, um Reinigungsmittel in das Flüchtlingslager Moria zu schicken, um den Flüchtlingen mitten in der Pandemie beizustehen und die elementaren Hygieneverhältnisse aufrechtzuerhalten. 
  • Wir haben dem Establishment von Anfang an gesagt: Wenn Ihr nicht könnt, wir können. Die Arbeiterklasse. Griechen und Nichtgriechen.
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Solidarität mit den kämpfenden LARKO-Arbeitern!

LARKO ist der größte europäische Nickelproduzent, 90 Prozent des Nickelvorkommens der EU liegen in Griechenland. Das Unternehmen verfügt über vier große Bergwerke und ein Hüttenwerk in Larymna gegenüber der Insel Euböa. Es gehört zu 55 Prozent dem griechischen Staat.

Rote Fahne News, 30.5.2020

Die Belegschaft von LARKO bei ihrem Streik (foto: KKE Griechenland)

„Die Europäische Kommission erklärte im November 2019, dass sie Griechenland verklagen würde: Der griechische Staat habe 135,8 Millionen Euro an illegalen staatlichen Beihilfen an das Unternehmen geleistet und nicht zurückgefordert. Das Unternehmen selbst hat ca. eine halbe Milliarde Euro Schulden bei Lieferanten, Banken und Fonds.

Das soll nun auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen werden: Im Februar 2020 verabschiedete die griechische Mitsotakis-Regierung ein Gesetz, nach dem die Löhne um 25 Prozent gesenkt und ein Hüttenwerk mitsamt einige seiner Minen an einen privaten Investor verkauft werden sollen. Eine Übernahme der Arbeiter ist ausdrücklich nicht geplant, sondern soll der Entscheidung des Investors überlassen werden. (…)“

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Vio.Me ist nicht kaputt zu kriegen

Seifenfabrik in Thessaloniki produziert weiter trotz schwerer Bedingungen

John Malamatinas, 30.5.2020, nd

Die Solidarität mit der besetzten Seifenfabrik Vio.Me in der nordgriechischen Stadt Thessaloniki ist lebendig wie nie zuvor. Griechenlandweit und international wurde auf die Stromabschaltung Anfang April und die im Raum schwebende Räumungsdrohung mit Spendenkampagnen reagiert.

Ende März hatte die Fabrik für Schlagzeilen gesorgt, als der staatliche Stromversorger DEI mit Unterstützung der griechischen Bereitschaftspolizei den Strom abstellte (»nd« berichtete: »Schmutzige Hände«, 1.4., S. 6; dasND.de/1134980). Und dies inmitten der Coronakrise. Die Behörden hätten ja auch auf die Idee kommen können, dass Seifenfabriken in dieser Zeit systemrelevant seien – doch Fehlanzeige! »Diese Aktion war kein Zufall«, sagte Makis Anagnostou, Vertreter der Betriebsgewerkschaft von Vio.Me, gegenüber dem »nd«. Während der Corona-Verbote versuche der Staat die Situation auszunutzen und neue Tatsachen zu schaffen, mutmaßte er. »Inmitten der Krise finden vermehrt Angriffe auf Arbeiterrechte statt, und diese Intervention im Morgengrauen erinnert an Aktionen aus Zeiten der Militärdiktatur.«

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»Volksheld? Das ist noch zu klein gesagt«

Erinnerung an Manolis Glezos, den griechischen Antifaschisten und Widerstandskämpfer. Ein Gespräch mit Rolf Becker
Interview: Felix Jota, Junge Welt 30.5.2020

“In der Nacht zum 30. Mai 1941 erklommen Manolis Glezos und Apostolos Santas die Akropolis in Athen, holten die Hakenkreuzflagge ein und hissten die griechische Flagge – ein Fanal des Widerstands. Glezos, der in Griechenland nicht nur deshalb zur Legende wurde, starb vor zwei Monaten, am 30. März, im Alter von 97 Jahren. Sie haben ihn mehrfach getroffen. Wann haben Sie sich kennengelernt? 

Zum ersten Mal im September 2012, kurz nach seinem 90. Geburtstag, als wir von der gewerkschaftlichen Solidaritätsgruppe »Gegen Spardiktate und Nationalismus« in Griechenland waren. Der erste Gang führte nach Kesariani, einem Vorort von Athen, wo sich die Hinrichtungsstätte der Wehrmacht befand und heute eine Gedenkstätte ist. Da kam ein Mann in dunkler Hose und blauem Hemd wie zufällig über den Platz geschlendert. Das war Manolis Glezos. (…)“

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Widerstand gegen das neue „Umweltgesetz“

„Vor sich sehen Sie die Leichen der Bürger, ein Bild der Zukunft, das das neue Gesetz für uns plant!“ Das neue „Umweltgesetz“ setzt Menschenleben aufs Spiel.

Neues Umweltgesetz verabschiedet: Opposition und Umweltschützer sind empört

Griechenlandzeitung, 7. 5. 2020

„Die konservative Regierung unter Ministerpräsident Mitsotakis brachte am Dienstag eine Multigesetzesnovelle des Ministeriums für Umwelt und Energie durch das Parlament. Die Abstimmung fand auf elektronischem Wege statt. Der Opposition zufolge könne in diesem Gesetz von Umweltschutz keine Rede sein.

Mitten in der Corona-Pandemie ist in Griechenland eine Debatte über den Umweltschutz ausgebrochen. Am Dienstag (5.5.) verabschiedete das griechische Parlament eine Gesetzesnovelle unter dem Titel „Modernisierung der Umweltgesetzgebung“. Dafür stimmten geschlossen die 158 Abgeordneten der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) unter Premierminister Kyriakos Mitsotakis. Die Vertreter der größten Oppositionspartei des Landes Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) beteiligten sich an der Abstimmung nicht; sie verließen aus Protest den Saal. Die Rede war u. a. von einem „Skandal“, einem „Putsch“ und einem „Verbrechen“ gegen die Umwelt. Die Mitglieder der übrigen Parlamentsparteien stimmten dagegen. (…)“

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Fight the dirty conditions everywhere

Lasst uns die Arbeiter*innen von Vio.Me unterstützen, indem wir ihre Produkte kaufen, die dann direkt nach Moria geschickt werden, um sie den Geflüchteten zur Verfügung zu stellen. So können wir einerseits den Geflüchteten in Moria bei der Corona- Prävention helfen und andererseits den Arbeiter*innen von Vio.Me helfen, eine autarke Stromversorgung ihrer Fabrik als Grundlage ihres Fortbestehens zu realisieren.“

Dies schrieb BEYOND EUROPE im April und begann damit eine ebenfalls sehr erfolgreiche Spendenkampagne. Fight the dirty conditions everywhere! – Support the self-managed Vio.Me factory in Thessaloniki and the refugees in Moria!

Mehr dazu (Video )

Statement der Vio.Me-Kolleg*innen vom 22. April:

„More than 1.500 soap bars and liquid soaps will be distributed to the refugees and their families who are crammed up, living at the detention centers in the village of Moria in Mytilene, Lesbos. These people are called to survive in conditions that none of us can ever imagine and solidarity is their strength to achieve that.

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#power2viome – so oder so!

Parallel zur Spendenaktion für die Anschaffung eines Generators kämpft die Vio.Me-Belegschaft weiterhin für den dauerhaften Anschluss an die Stromversorgung. Hier nochmals die Vorgeschichte und der aktuelle Stand:

SE.VIO.ME Pressemitteilung vom 22. 5. 2020 (dt. Übersetzung)

Kurzbericht zum Abschalten der Stromversorgung

Mit der Wiederaufnahme der Produktion durch die Kolleg*innen am 13.02.2013 war eine unserer Hauptforderungen die folgende „Strom- und Wasserversorgung für unsere Fabrik“.

Bei jedem Treffen mit dem Arbeitsministerium war – in Verbindung mit der Forderung nach einer kompletten Legalisierung – der vollständige Anschluss an die Strom-, Gas- und Wasserversorgung im Namen und auf Rechnung unserer gesetzlich registrierten Sozialkooperative eine Grundvoraussetzung.

Bei allen Solidaritätskarawanen, die zu unserer Unterstützung organisiert wurden und  beim Arbeitsministerium in Athen endeten, war eine der Hauptforderungen die Stromversorgung der VIO.ME-Kooperative. 

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