Soziale Küche: Gemeinsam gegen den Hunger

Spendenkonto für die soziale Küche der Bürgerinitiative O TOPOS MOU:

IBAN: GR71 0172 2550 0052 5510 1380 536
KAPNIKOS STATMOS KATERINIS
PIREUS BANK BIC: PIRBGRAA

Die stille Unruhe vor dem Sturm

„In unserer Stadt Katerini herrscht eine angespannte Stille. Die Menschen sind eingeschüchtert und beunruhigt angesichts dessen, was auf diesen beispiellosen Sommer folgen wird. Es scheint fast so, als ob jeder es kommen sieht, aber niemand wagt, darüber zu sprechen. Menschen, die bisher mit Tageslöhnen von der Hand in den Mund gelebt haben, werden diesen Winter vor schier unüberwindbare Probleme gestellt, denn in unserer von Tourismus abhängigen Region, sind heuer 85% der Hotelanlagen zur Hauptsaison geschlossen geblieben. Tausende haben deshalb ihren Arbeitsplatz verloren und konnten ohne dieses Einkommen keinerlei Rücklagen erwirtschaften. (…)“

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Deutsche Bundespolizisten in illegalen Pushback verwickelt

Griechische Grenzschützer haben Flüchtlinge auf dem Meer ausgesetzt – und deutsche Bundespolizisten dabei geholfen. Die SPD fordert nun den Rückzug der deutschen Frontex-Einsatzkräfte.

Von Giorgos Christides, Steffen Lüdke und Maximilian Popp, 28.11.2020 – SPIEGEL

Für Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist die Sache eindeutig: Griechische Sicherheitskräfte verteidigten an der Grenze zur Türkei die »Integrität Europas«, sagte er vor wenigen Monaten im Bundestag. Und deutsche Bundespolizisten sollten sie im Rahmen der Mission der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex dabei unterstützen. 

Dass die Lage im griechisch-türkischen Grenzgebiet sehr viel komplizierter ist, dass deutsche Beamte mitunter in mutmaßliche Gesetzesbrüche verwickelt sind, demonstrieren nun interne Frontex-Dokumente. (…)

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Siehe auch: „Wie Frontex-Chef Leggeri die Öffentlichkeit getäuscht hat“ (SPIEGEL)

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Praxis der Solidarität – Ein Hilferuf aus Thessaloniki

Vor einigen Wochen erreichte uns ein Hilferuf aus Thessaloniki: Die Corona-Pandemie erschwert die Bedingungen der Solidaritätsarbeit. Die ehrenamtlich organisierte Solidarische Klinik Thessaloniki ist seit dem Lockdown geschlossen. Die Infektionsschutzmaßnahmen sind in Griechenland besonders strikt, weil das öffentliche Gesundheitssystem nach den harten Spardiktaten mit steigenden Infektionen vollständig überfordert wäre. Deshalb sind die solidarischen Praxen auch nach wie vor so wichtig. Unsere Freundinnen und Freunde in Thessaloniki haben deshalb den Betrieb wieder aufgenommen und organisieren beispielsweise die Medikamentenausgabe unter freiem Himmel. Aus diesem Grund sind sie auf unsere Unterstützung angewiesen. Wir wollen ihnen helfen!

Wer die Solidarische Klinik Thessaloniki unterstützen möchte, kann dies direkt mit einer Spende auf das Konto der Klinik tun:

KIA – Praxis der Solidarität
Piraeus Bank
ΙΒΑΝ : GR89 0172 2720 0052 7205 9087 744
BIC : PIRBGRAA

Und wenn ihr noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk seid oder Lesestoff für den zweiten Lockdown braucht, dann haben wir vielleicht etwas für euch:

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Die schreckliche Lage im Gesundheitssystem von Thessaloniki

Christina Kidona, Leiterin der Covid-Abteilung des Hippokrates-Krankenhauses

Von Ralf Kliche
Der folgende Augenzeugenbericht von Christina Kidona wurde bei einer Online Diskussion der Bewegung „Die Stadt auf dem Kopf“ am Ende der vergangenen Woche vorgetragen. Christina Kidona ist Intensivmedizinerin und leitet die Covid-19-Abteilung am Hippokrates-Krankenhaus von Thessaloniki. (1)

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Coronavirus in Griechenland: „Die Zahlen machen Angst“

Im September hatte Griechenland noch um Urlauber geworben, es gab sehr wenige Corona-Infizierte. Jetzt ist die Zahl heftig angestiegen, und das trotz Ausgangssperre. Die Krankenhäuser stoßen an ihre Grenzen.

Von Thomas Bormann, ARD-Studio Athen – 24.11.2020

Notkrankenhaus – Bildquelle: NIKOS ARVANITIDIS/EPA-EFE/Shutte

„Hektik in der Intensivstation eines Krankenhauses in Thessaloniki. Eine Krankenschwester in weißem Schutzanzug erklärt einem Patienten, der gerade aus der Narkose erwacht, dass er an ein Beatmungsgerät angeschlossen ist und deshalb nicht sprechen kann.

Die Krankenschwester hält die Hand des Patienten und nickt ihm aufmunternd zu – soweit das hinter der Maske und der Schutzbrille geht. Die Betten auf der Intensivstation sind alle belegt – wie in den anderen Krankenhäusern Thessalonikis auch. (…)“

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Griechenland stellt in Thessaloniki Feldlazarett auf

Auf dem Parkplatz des Militärkrankenhauses 424 Thessaloniki wird ein Feldlazarett zur Unterstützung der völlig überlasteten öffentlichen Krankenhäuser aufgestellt.


Derzeit ist das medizinische und pflegerische Personal der Krankenhäuser von Thessaloniki an seine Grenzen gestoßen

In Griechenland bleibt wegen der Welle an dem Coronavirus Covid-19 erkrankter Patienten die Lage im Verwaltungsbezirk Thessaloniki erdrückend. Die Intensivstationen der öffentlichen Krankenhäuser sind überbelegt und die Ärzte tragen an jedem Bereitschaftstag einen „Kampf“ aus um Behandlungsbetten sicherzustellen.

Zur selben Stunde mobilisieren die Streitkräfte ihre eigenen Gesundheitsreserven um das System zu stützen. Wie beispielsweise der griechische TV-Sender „Open“ berichtete, wird auf dem Vorhof des Militärkrankenhauses 424 Thessalonikis ein aus Containern und Zelten bestehendes mobiles Feldlazarett aufgebaut um im Fall eines weiteren Anstiegs der Bedürfnisse einzuspringen.

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Verfahren gegen Hilfsorganisationen in Griechenland: „Man will uns ruhigstellen“

Griechische Behörden ermitteln wegen Spionage und Menschenschmuggels gegen Flüchtlingshelfer. Die Beschuldigten kritisieren, Griechenland wolle auf diese Weise von eigenen Verbrechen ablenken.

Von Giorgos Christides, Steffen Lüdke und Maximilian Popp, 20.11.20 – SPIEGEL

Captain Philip Hahn: „Nicht nur Freunde gemacht“ ; Foto: Mare Liberum

„Als Philipp Hahn im Herbst 2015 auf die griechische Insel Lesbos kam, wurde er von der griechischen Regierung als Helfer in der Not empfangen. Tausende Geflüchtete erreichten damals jeden Tag Griechenland. Hahn, ein gelernter Schiffsbauer aus Frankfurt, arbeitete für die Nichtregierungsorganisation Sea Watch. Er half den Griechen, den Andrang zu bewältigen.

Nun, fünf Jahre später, gilt Hahn, der inzwischen als Kapitän für die private Hilfsorganisation Mare Liberum im Einsatz ist, in der griechischen Regierung als eine Art Staatsfeind. Die Behörden haben gegen ihn und 32 weitere NGO-Mitarbeiter ein Ermittlungsverfahren eröffnet – wegen des Verdachts auf Menschenschmuggel und Spionage. Ihnen droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Die Fahnder gingen vor, als hätten sie es mit Schwerverbrechern zu tun (…)“

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Gedenken, Proteste und massive Polizeigewalt am 17. November

Die Entscheidung des obersten Polizeichefs Michail Karamalakis, Versammlungen von mehr als 3 Personen vom 15. November morgens bis zum 17. November abends rigoros zu verbieten, wurde von vielen Griech*innen als Provokation empfunden. Es kam sogar zu einem gemeinsamen Statement von Mera25, KKE und SYRIZA – ein eher rares Ereignis. Darin wurde die Mitsotakis-Regierung aufgefordert, das undemokratische, verfassungswidrige Verbot aufzuheben, das nicht mit dem Schutz der öffentlichen Gesundheit gerechtfertigt werden könne. Ohne Erfolg! Das autoritäre Gehabe der Mitsotakis-Regierung, gefolgt von brutalen Polizeieinsätze in zahlreichen Städten, rückten diese in die Nähe der Militärjunta, gegen die sich der Aufstand von 1973 gerichtet hatte.

“ Die 6000 Polizist:innen, die seit einigen Tagen in der Athener Innenstadt präsent sind, haben das Stadtzentrum von Athen zu einer Festung gemacht, um zu verhindern, dass sich die Menschen am 17. November versammeln. Seit dem Morgen wurden alle zentralen U-Bahn-Stationen geschlossen, Dutzende von Menschen wurden verhaftet, weil sie versuchten, die Versammlungsorte zu erreichen, viel mehr wurden zu Geldstrafen verurteilt, weil sie „ohne Grund draußen waren“ (…). Doch die zunehmenden Übergriffe der Polizei und die harten wirtschaftlichen Strafen hielten die Menschen nicht davon ab, sich zu versammeln und gegen den schleichenden Autoritarismus der gegenwärtigen Regierung zu protestieren. Sie wurden mit vielen Polizeiknüppeln, Tränengas und Wasserwerfern empfangen.“ ( Quelle)

Weiterer Bericht (mit vielen Fotos):

Tränengas, Schockgranaten und Wasserwerfer gegen Gedenken an Studentenaufstand in Athen

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