Veranstaltung: Solidarisch im Widerstand gegen Armut und Hoffnungslosigkeit

O TOPOS MOU – Mein Ort – in Katerini/ Griechenland

Elias Tsolakidis, in Köln und Griechenland lebend, Mitbegründer von „O Topos Mou“, berichtet über Geschichte und Aktivitäten der Initiative (mit anschl. Diskussion)

7. Oktober 2020 , 19 Uhr
Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 4

Anmeldung erbeten unter: suedstadt.leben@koeln.de

Veranstalter: Griechenland Solidaritätskomitee Köln (gskk.org)

Die Veranstaltung wird unterstützt von:
Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW (nrw.rosalux.de); POP – Initiativgruppe griechische Kultur in der BRD (griechische-kultur-pop.de); Südstadt-Leben e.V. (www.lutherkirche-koeln.de)

Flyer

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Die Fluchtverursacher

Mehrheit der Flüchtlinge in Griechenland ist von Kriegsschauplätzen westlicher Staaten geflohen. US-Studie schlägt Wiedergutmachung für sie vor.

Foto: Danilo Campailla

GERMAN-FOREIGN-Policy.com

BERLIN/ATHEN(Eigener Bericht) – Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge in Griechenland, darunter diejenigen auf den Ägäisinseln, sind von Kriegsschauplätzen westlicher Mächte geflohen, werden aber von Deutschland und der EU ausgesperrt. Mehr als drei Fünftel aller Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr in Griechenland registriert wurden, stammen aus vier Ländern, in denen die Bundeswehr operiert (Afghanistan, Irak, Syrien) oder die Vereinigten Staaten Drohnenangriffe durchführen (Pakistan). Auf Lesbos sind insbesondere Flüchtlinge vom Hindukusch präsent. Dies entspricht den Resultaten einer aktuellen, an einer US-Elitehochschule (Brown University) erstellten Studie, der zufolge die Kriege der USA und ihrer Verbündeten, darunter Deutschland, in den vergangenen zwei Jahrzehnten mindestens 37 Millionen Menschen auf die Flucht getrieben haben. Nur der Zweite Weltkrieg hat mehr Flüchtlinge produziert als sie. Berlin und Brüssel stellen hohe Summen zur Verfügung, um die Grenzen gegen unerwünscht Einreisende abzuschotten. Das Zugeständnis, zu dem sich Berlin nach dem Brand im Lager Moria bereit findet: die Aufnahme von nicht mehr als 1.700 Menschen.

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Occupy, Resist, Produce – Vio.Me bleibt!

Der Kampf um den Erhalt der rückeroberten, selbstverwalteten Fabrik Vio.Me in Thessaloniki geht in die nächste Runde. Mit Blick auf die nächsten Zwangsversteigerungstermine am 17.9., 24.9., 1.10., 8.10. und 5.11. formiert sich der Widerstand.

„VIOME steht nicht zum Verkauf. Wir blockieren die Auktionen! Donnerstag 17/9 um 11 Uhr vor den Gerichten von Thessaloniki und um 12.00 Uhr im Arbeitsministerium in Athen.“

Η ΒΙΟΜΕ δεν πωλείται. Μπλοκάρουμε τους πλειστηριασμούς! Πέμπτη 17/9 στα δικαστήρια Θεσσαλονίκης στις 11.00 και στην Αθήνα 12:00 στο υπουργείο Εργασίας (@SE_VIO-ME auf Twitter).

Weitere Informationen zur Geschichte und aktuellen Situation von Vio.Me

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Die kleine deutsche Lösung und die griechische Abschreckungsstrategie

Von Thomas Pany, 15. September 2020 – Telepolis

Merkel und Seehofer wollen laut Medienberichten 1.500 Migranten von griechischen Inseln aufnehmen

Die deutsche Regierung hat sich entschlossen, doch mehr Flüchtlinge und Migranten aus Griechenland aufzunehmen, als ursprünglich beabsichtigt. Nach einer dpa-Meldung, die sich auf Informationen von Innenpolitikern in Berlin stützt, haben sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) „darauf verständigt, dass Deutschland zusätzlich 1.500 Migranten aus Griechenland aufnimmt“.

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Messe in Thessaloniki abgesagt, Aktionen fanden dennoch statt

Wegen der Corona-Lage wurde die TIF „Thessaloniki International Fair 2020“ durch die Mitsotakis-Regierung abgesagt. Die geplanten antikapitalistischen und gegen die Politik der Regierung gerichteten Aktionen fanden dennoch statt.

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Eskalation im östlichen Mittelmeer

Ausführliche Analyse von Niels Kadritzke, 11. Sept. 2020 – Blog Griechenland (LE MONDE diplomatique)

„(…) Die aktuelle Krise, bei der es zwar vornehmlich, aber nicht ausschließlich um die beiderseitigen AWZ-Ansprüche geht, habe ich von Griechenland aus beobachtet. Deshalb kann ich vorweg zwei Eindrücke vermitteln. Zum einen ist die griechische Bevölkerung seit Beginn der Spannungen keineswegs in Panikstimmung, auch nicht auf den Ägäis-Inseln. Dass die griechischen Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt sind, macht sich im zivilen Alltag kaum bemerkbar, zumal auch die klassischen Begleiterscheinungen einer Krise wie Hamsterkäufe aus bleiben.

Um so stärker ist der Kontrast zwischen öffentlichem Leben und veröffentlichter Meinung. Die Medien haben auf höchste Alarmstufe geschaltet. Soweit sie der Regierung Mitsotakis nahestehen – und das ist fast ausnahmslos der Fall – widmen sie der Krise mit der Türkei deutlich mehr Schlagzeilen und TV-Reportagen als der Pandemie. Dabei hat sich die Corona-Krise, die das Alltagsleben der gesamten Bevölkerung prägt, seit Mitte August besorgniserregend verschärft. So gesehen bringt der Konflikt im Mittelmeer der Regierung Mitsotakis durchaus einen innenpolitischen Kollateralnutzen. (…)

Wem gehört das östliche Mittelmeer?

Es war eine der gefährlichsten maritimen Kollisionen der letzten Jahre: Am 14. August kam es im östlichen Mittelmeer zu einer Karambolage zwischen der türkische Fregatte “Kemal Reis“ und der griechischen Fregatte “Limnos“.

Das türkische Kriegsschiff gehörte zum Geleitzug des Forschungsschiffs “Oruc Reis“, das in einem Seegebiet 110 Seemeilen (etwa 200 Kilometer) südlich der türkischen Küste mit seismischen Untersuchungen des Meeresbodens beauftragt war. Das Operationsgebiet liegt nach Auffassung Ankaras innerhalb der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Türkei. Das griechische Kriegsschiff beschattete die türkische Mini-Flotte, deren Explorationsmission aus Athener Sicht illegal war. Denn Athen beansprucht dasselbe Seegebiet für die griechische AWZ. (…)“

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„Ein geplantes politisches Verbrechen“

Nach dem Brand im Lager Moria kritisiert die griechische Opposition die Regierung scharf. Sie fordert den Rücktritt des Migrationsministers.

Von Rodothea Seralidou, 9. Sept. 2020 – TAZ

An aerial view of destroyed shelters following a fire at the Moria camp for refugees and migrants on the Island of Lesbos, Greece September 9, 2020. Picture taken with a drone. REUTERS/Alkis Konstantinidis

Der Brand im Flüchtlingslager Moria hat in Griechenland zu heftiger Kritik an die Regierung seitens der Opposition geführt. Die linke Syriza, bis zum Juli 2019 selbst Regierungspartei und nun größte griechische Oppositionspartei, beschuldigt die konservative aktuelle Regierung Nea Dimokratia, für den Brand in Moria politisch verantwortlich zu sein.

Im Syriza-nahen Radiosender Sto Kokkino sprach der aus Lesbos stammende linke Parlamentsabgeordnete Giannis Bornous von einem „geplanten politischen Verbrechen“ seitens der Regierung Mitsotakis, die es zugelassen habe, dass die Zahl der Geflüchteten im Camp von knapp 6.000 Menschen kurz vor den Wahlen letzten Jahres auf über 21.000 im Februar 2020 angewachsen sei. Außerdem beklagte er, dass die Regierung sehr spät damit angefangen habe, Menschen aus Moria aufs Festland zu bringen. Giannis Bornous forderte den Rücktritt des konservativen Migrationsministers Notis Mitarakis.

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Mitsotakis-Regierung fährt harte Linie gegenüber Geflüchteten und Migranten in Moria

Ekathimerini.com

Nur unbegleitete Flüchtlingskinder werden von der Insel Lesbos evakuiert, nachdem das Feuer am Dienstagabend den größten Teil des Aufnahme- und Registrierungszentrums in Moria zerstört hat, sagte Regierungssprecher Stelios Petsas am Donnerstag.

„Einige [Menschen] respektieren das Land, das sie aufnimmt, nicht“, sagte er bei einer regulären Pressekonferenz und fügte hinzu, dass ein zweites Feuer am Mittwochabend einen Großteil der Einrichtung zerstört und Tausende von Flüchtlingen und Migranten obdachlos gemacht habe.

„Sie dachten, wenn sie Moria in Brand stecken, würden sie die Insel unterschiedslos verlassen. Was auch immer diejenigen, die die Brände gelegt haben, im Sinn hatten, sie können es vergessen“, fuhr er fort.

„Sie werden die Insel wegen des Feuers nicht verlassen, mit Ausnahme der unbegleiteten Minderjährigen, die bereits verlegt worden sind.“

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