HILFE FÜR EUBÖA Die Insel Euböa wurde von den Waldbränden im Juli besonders schwer getroffen. Wer den schnell gestarteten humanitären Hilfseinsatz der Bürgerinitative ‚O Topos Mou‘ unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das folgende Konto tun:
KAPNIKOS STATMOS KATERINIS, IBAN: GR71 0172 2550 0052 5510 1380 536, PIREUS BANK BIC: PIRBGRAA,
Stichwort: Euböa
(Näheres zur Hilfsaktion)

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1944 Distomo

Schwerpunktthema in diesem Jahr: Deutschlands lange verdrängte Kriegsschuld

Vor 80 Jahren marschierte die Wehrmacht in Griechenland ein, und noch immer sind die Fragen von Reparationen und Entschädigungen ungelöst.


Beiträge zum Thema

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Nikos Sampanis – ermordet von der griechischen Polizei

Die griechische Polizei hat Nikos Sampanis, einen 18-jährigen Roma, in einem Vorort von Athen mit 38 Kugeln erschossen. Ein 16-Jähriger wurde ebenfalls verletzt, ein weiterer Jugendlicher floh vom Tatort. Sieben Polizeibeamte wurden verhaftet, aber unter dem Beifall ihrer Familien und der Polizeibeamten, die sie als „Helden“ bezeichneten, schnell wieder freigelassen.
Es ist nicht das erste Mal, dass griechische Polizeibeamte ihre Waffen gegen junge Menschen – insbesondere Roma und Migranten – einsetzen, ohne eine Strafverfolgung fürchten zu müssen.
Romafeindlichkeit und Rassismus sind in der griechischen Gesellschaft und ihren Behörden tief verwurzelt; polizeiliches Racial Profiling und Gewalt gegen unschuldige Menschen sind an der Tagesordnung. (16.11.2021)
Jugendlicher in Griechenland stirbt im Kugelhagel der Polizei
Polizei erschießt Roma-Jugendlichen – heftige Proteste in den Straßen

Jugendlicher in Griechenland stirbt im Kugelhagel der Polizei (Wassilis Aswestopoulos, 25.10.2021 – telepolis)

(…) In der Hauptstadt Athen und im nördlichen Thessaloniki haben spontane Demonstrationen gegen Polizeigewalt in Griechenland stattgefunden. Zuvor waren drei unbewaffnete Mitglieder der Volksgruppe der Roma, die mutmaßlich einen PKW gestohlen haben sollen, von sieben Polizisten unter Beschuss genommen worden. Am Tatort wurden 38 Patronenhülsen aus Polizeiwaffen gefunden. (…) –> weiterlesen

Polizei erschießt Roma-Jugendlichen – heftige Proteste in den Straßen (Lukas Zigo, 27.10.2021 – FR)

Athen – Das Athener Stadtzentrum ist dieser Tage erneut Schauplatz von Protesten gegen ausartende Polizeigewalt. Nachdem ein 20-jähriger am Samstag (23.10.2021) durch Kugeln einer für Gewalt berüchtigten Polizeieinheit gestorben war, brachen erneut Demonstrationen aus.

Mit Tränengas und Blendgranaten ging die Polizei nahe dem Stadtteil Exachia, das als anarchistische Hochburg im Athener Zentrum gilt, gegen die Demonstrierenden vor. Studierende der umliegenden Universitäten forderten unter der Führung der starken Linken und der Anarchistischen Gemeinschaft Gerechtigkeit für den erschossenen Nikos Sempanis. Gemeinsam mit zwei anderen Jugendlichen Roma soll Sampanis Samstagabend zum Spaß ein Auto geklaut haben, bevor sie von besagter Polizeieinheit verfolgt wurden, welche daraufhin das Feuer eröffnete. (…) –> weiterlesen

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Griechenland in der Pandemie: Verschwörungsmythen und anderer Irrsinn

Von Wassilis Aswestopoulos, 21. 11. 2021 – telepolis

Covid-Teststation in Thessalonki im April 2021. Bild: Geraki, CC BY-SA 4.0

Und welchen Anteil Vertreter der Regierung Mitsotakis an dieser Entwicklung haben

In der vierten Welle der Corona-Pandemie festigt sich in Griechenland der Eindruck, dass nicht nur die öffentliche Gesundheit, sondern auch das Vertrauen vieler Bürger in die Regierung massiv beeinträchtigt worden ist. Die Regierenden sind daran nicht so unschuldig, wie sie sich geben. Sie neigen zu teilweise haarsträubenden Äußerungen. (…)

Z.B. Akis Skertsos, Minister ohne Geschäftsbereich, zum engsten Kreis von Premierminister Kyriakos Mitsotakis gehörig:

Minister: Polizisten verbreiten den Virus nicht

Skertsos musste im Fernsehen einen Widerspruch erklären. Denn alle Maßnahmen werden von Polizisten überwacht. In der Polizei wurde eine überdurchschnittliche Quote von Impfverweigerern registriert. Das brachte die Frage auf, ob die Polizei nicht selbst überdurchschnittlich zur Infektionsverbreitung beitragen würde. Schließlich kommen die Polizisten mit mindestens genauso vielen Menschen in Kontakt, wie Verwaltungsmitarbeiter oder Küchenpersonal in staatlichen Krankenhäusern.

Skertsos sah den Widerspruch nicht. Zunächst erklärte er, dass die Impfpflicht für die Polizei zur Suspendierung von so vielen Polizisten führen würde, dass die Arbeit der Polizei als Ganzes in Gefahr gebracht würde. Die Polizeidienste bezeichnete er als den Kern des Staatswesens. Womit er der Polizei in der Pandemie indirekt mehr Systemrelevanz zumaß, als es die Regierung für Berufsfelder des Gesundheitswesens tut. Er meinte sogar, dass die Impfpflicht für Polizeiberufe unnötig sei und sagte:

„Es gibt keine Studie, die zeigt, dass Polizisten das Virus übertragen, und es damit zum Schutz der Personen, die mit ihnen in Kontakt kommen, erforderlich wäre sie (die Polizisten) unbedingt zu impfen. Unsere Maßnahmen sind der Gefahr durch die Verbreitung des Virus angemessen.“ (…)

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»Brot, Bildung und Freiheit«

Griechische Studenten klagen am Gedenktag des Aufstands die rechte Regierung Mitsotakis an

Von Hansgeorg Hermann, 20.11.2021 – junge Welt

Den 48. Jahrestag des Aufstands gegen die Militärdiktatur am 17. November 1973 nutzten Griechenlands Studenten am Mittwoch in Athen, Thessaloniki und in anderen Universitätsstädten zur Abrechnung mit der rechten Regierung des aktuellen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis. Während der weitgehend friedlichen Erinnerungsveranstaltungen und des traditionellen »Antiimperialistischen Marsches« zur US-Botschaft in Athen beschuldigten sie Mitsotakis auf Spruchbändern und in öffentlichen Vorträgen, seit Juli 2019 sein restriktives innenpolitisches Programm »Hand in Hand« mit bekannten Führern faschistischer Bewegungen und Parteien umzusetzen. Die Studenten sperrten am Mittwoch morgen den Eingang zum Polytechnion, dem Symbol der Studentenrevolte, und verweigerten Abgeordneten der Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) den Zugang zu der Gedenkstätte im Vorhof des Gebäudes.

Zurückgewiesen wurden unter anderen der Vizepräsident des griechischen Parlaments, der ND-Abgeordnete Charalambos Athanasiou, und sein Kollege Haris Theoharis. Während die ND-Oberen Athanasiou als Repräsentanten der Bouli, des Parlaments, zum Polytechnion geschickt hatten, sollte Theoharis die Fraktion der Regierungspartei vertreten. Beide wurden von einem Kordon wütender Hochschüler empfangen, ihre mitgebrachten Kränze mit den Farben der Partei wurden auf die Straße geworfen. (…)

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Samos KYT*: Zerstörung von Identität und Würde

Der Griechische Flüchtlingsrat berichtet über die Erfahrungen einer kurdischen Familie im Lager KYT bei Vathy auf Samos (20.11.2021)

Originaltext (griech.)

Der griechische Flüchtlingsrat (GCR) berichtet über die Erfahrungen einer kurdischen Familie im Aufnahme- und Identifizierungszentrum von Samos, das weit von der Einschätzung von Kyriakos Mitsotakis entfernt zu sein scheint, dass es sich um „eine tadellose Einrichtung mit tadellosen Bedingungen und EU-Finanzierung“ handelt, mit sauberen Einrichtungen, mit Spielplätzen für die Kinder – es gibt keinen Vergleich mit der Situation in der Vergangenheit“.
Diese kurdische Familie sagte dem GCR: „Es gibt Tage, an denen wir ins Zentrum gehen müssen, um ins Krankenhaus zu gehen, zur Apotheke, um einen Anwalt zu treffen. Ich wurde hier in Griechenland operiert und muss regelmäßig von einem Arzt überwacht werden. In der neuen Struktur gibt es einen Arzt nur in den Morgenstunden. Für all das müssen wir nach Vathi ziehen, und dafür ist kein Geld da. Innerhalb des Lagers gibt es keinen Supermarkt, das Essen, das dort verteilt wird, wird weder gegessen noch reicht es aus. […] Unsere Situation war schon im alten Lager tragisch, und jetzt in der neuen Struktur ist sie wieder tragisch – man läuft oft weg, man erstickt, während man dort eingesperrt ist“.

Nach Angaben von efsyn funktioniert die neue Struktur eher wie ein Gefängnis, das von doppeltem Stacheldraht umgeben ist und von 50 uniformierten Mitarbeitern pro Schicht bewacht wird.

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Flüchtlinge in Haft

In Griechenland werde die Inhaftierung Geflüchteter zum neuen Regelfall, kritisieren der Griechische Flüchtlingsrat und Oxfam

Von Ulrike Wagner, 16.11.2021 – nd

Geschlossenes Lager auf Samos: Pilotprojekt für 4 weitere Lager auf den ägäischen Hotspots

»Wir waren 22 Stunden am Tag in unseren Zellen eingesperrt – kein Mobiltelefon, keine Besuche, ekelhaftes Essen. Oft mussten wir die Wachen anflehen, uns aufzuschließen, um auf die Toilette zu gehen. Und manchmal war nicht einmal das möglich«, erzählt Omar (Name geändert), ein syrischer Asylsuchender, der sieben Monate in einer Athener Polizeistation in Verwaltungshaft gehalten wurde. Weitere zweieinhalb Monate verbrachte er in dem Gefangenenlager Amygdaleza, nördlich der Hauptstadt. Omar ist einer von mehreren Fallbeispielen aus dem Bericht »Inhaftierung als Regelfall«, der am Dienstag vom Griechischen Flüchtlingsrat (GCR) und der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam veröffentlicht wurde.

Die Organisationen dokumentieren darin einen starken Anstieg inhaftierter Migrant*innen seit 2016. Dies dürfte auch an einer Gesetzesänderung liegen, nach der Asylbewerber*innen in Griechenland zum Zwecke einer Identitätsüberprüfung inhaftiert werden dürfen. Gleichzeitig wurde die Pflicht für Behörden abgeschafft, Alternativen zur Haft zu prüfen, und die maximale Dauer der Inhaftierung auf bis zu drei Jahre verlängert. (…)

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DIE REBELLIONEN VON GESTERN ZEIGEN DEN WEG ZU DEN KÄMPFEN VON HEUTE

Jahrestag des Aufstands im Athener Polytechnikum am 17. November 1973

Am 17. November gedenkt Griechenland der Gefallenen des Athener Polytechnikum-Aufstands 1973, der den Anfang vom Ende der griechischen Militärjunta markiert. Heute huldigen wir dem Kampf der „Freien Belagerten“ für Gerechtigkeit, Freiheit & Demokratie. (Joanna Pamoukoglou)

17. November 2021:

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Historische Notiz: Der Aufstand vom 14.-17. November 1973 in Athen

Von Holger Czitrich-Stahl, 17.11.2021 – RADIO.KRETA.DE

Der griechischen Tragödie vorletzter Akt – Der Aufstand vom 14.-17. November 1973 im Athener Studentenviertel leitete das Ende der Diktatur ein. Historische Notiz 171 vom 13. November 2018.

Der Athen-Besucher kommt im Normalfall kaum am Besuch des wunderbaren Archäologischen Nationalmuseums vorbei, das, zurückgesetzt hinter einem geräumigen und hell strahlenden Vorplatz, wie ein griechischer Tempel die Umgebung prägt. Die wenigsten Touristen aber ahnen, dass sich unmittelbar neben diesem klassizistischen Prachtbau aus dem 19. Jahrhundert im November 1973 eine Tragödie ereignete, bei der mindestens 23 Aufständische ihr Leben ließen, als das Militär am 17. November schießen ließ.

(…) An die studentische Erhebung des November 1973 und ihr Opfer für die Rückgewinnung der Demokratie gegen den Faschismus erinnert diese 171. Historische Notiz. Sie setzt die Reihe der Historischen Notizen fort, die an die Leidenszeit der Griechen zwischen 1947-1974 erinnern. Über den Putsch der Obristen am 21. April 1967, über den Papadopoulos-Attentäter und Widerstandskämpfer Alekos Panagoulis und über das Ende der Diktatur nach dem Zypern-Abenteuer des Militärs habe ich bereits in vorhergehenden Historischen Notizen geschrieben. (…)

Fortsetzung des ausführlichen Berichts über den Novemberaufstand 1973 (weiterlesen)

Video: 17. November 2008
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