Leuchtturmprojekt Vio.Me vom Strom abgeschnitten

Was lange befürchtet war, ist nun passiert. Dem besetzten und in #Selbstverwaltung geführten Betrieb Viome in Thessaloniki ist ohne Vorwarnung der Stom abgestellt worden. Ist das der „Kriegszustand“, den Mitotakis ausgerufen hat?

Solidarität mit der Belegschaft in ihrem Kampf gegen diese Willkür!

Erkärung der Vio.Me-Kolleg*innen: (aus dem Griech.)

Aktuelle Pressemitteilung – zum Abschalten der Stromversorgung der selbstverwalteten Fabrik von VIOME

Die im Dunkeln wirkenden Vampire der Macht fanden den „richtigen“ Moment, um die Stromversorgung der selbstverwalteten Fabrik von VIOME abzuschalten. um 6:30 Uhr morgens am 30/3/20. Ein Kran war bereits aufgestellt und die Polizeiaktion wurde von zwei Einheiten der Spezialeinsatzkräfte mit Einsatzfahrzeugen für Gefangenentransport durchgeführt, was eindeutig auf einen politischen Auftrag hinweist. Die Maßnahme erinnerte an die griechischen Regierungen der 50er Jahre, die die Kämpfer in den Morgenstunden hinrichteten, damit die Menschen nicht darauf reagieren konnten. Wir prangern auch die „Kollegen“ des Öffentlichen Elektrizitätsversorgungsunternehmens (DEI) an, die bei dieser Aktion als Vollstrecker fungiert haben.

Wir fordern den sofortigen Wiederanschluss an die Stromversorgung.

Und das alles, während wir mit dem Arbeitsministerium über eine vollständige Legalisierung der selbstverwalteten Fabrik von VIOME in Verhandlungen stehen. Und obwohl sie wissen, dass wir Produkte für die persönliche und häusliche Hygiene herstellen, die für die Gesellschaft von vorrangiger Bedeutung sind.
 
Thessaloniki, den 30.03.2020,
Die Kolleg*innen der SE.VIOME

Original (griechisch)

Englische Version
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Zum Tod von Manolis Glezos

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Ein Held ist gestorben

Wenn es einen Helden unserer Zeit in Griechenland gab, dann war es Manolis Glezos.
Er starb heute. Bis zum Schluss, mit 97 Jahren, war er leidenschaftlich politisch aktiv. Er wurde sehr jung zum Helden. Kurz nachdem die Nazis Griechenland besetzt hatten, am 30. Mai 1941, kletterte er nachts zusammen mit Apostolos Sandas auf die Akropolis und riss die gehisste Hakenkreuzfahne herunter. Diese Widerstandshandlung war ein Fanal, das viele Griechen zum Widerstand anregte. Während der Besatzungszeit wurde er immer wieder verhaftet und gefoltert. Auch während der düsteren Jahrzehnte nach dem Krieg wurde er aus politischen Gründen viele Jahre in Gefängnissen festgehalten. Er wurde mehrfach zum Tode verurteilt. Sein ganzes langes Leben lang hat er sich in führenden Postionen politisch engagiert. Er war Herausgeber zweier Zeitungen und hat eine Reihe von Büchern geschrieben. Von 2014 bis zum Juli 2015 war er das älteste Mitglied des Europaparlaments.

Rede von M. Glezos zu Entschädigungen am 2. Mai 2015 im überfüllten Hamburger Rathaus

Dieser Beitrag von Georg Brzoska wurde zuerst veröffentlich auf griechenlandsoli.com

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In Armut sterben

Griechenlands Gesundheitssystem droht der Kollaps. Mitsotakis greift zu Kriegsrhetorik

von Hansgeorg Hermann. 27. 3. 2020, Junge Welt

Der Monastiraki-Platz in Athen am vergangenen Sonntag

„Das von der Austeritätspolitik der Europäischen Kommission nahezu zerstörte Gesundheitssystem Griechenlands droht im Kampf gegen das Coronavirus endgültig zu kollabieren. Am Dienstag waren landesweit 695 Infektionen amtlich bestätigt und 17 Menschen gestorben. Die rechtskonservative griechische Regierung verhängte inzwischen – wie die meisten europäischen Staaten – eine allgemeine Ausgangssperre. Völlig abgeriegelt sind die wirtschaftlich weitgehend vom Tourismus abhängigen Inseln in der Ägäis und im Ionischen Meer sowie Kreta: Nur noch diejenigen, die dort ihren ersten Wohnsitz haben, dürfen anreisen. Den Nationalfeiertag – am 25. März 1821 begann der Unabhängigkeitskrieg gegen das Osmanische Reich – verbrachten die Griechen diesmal zu Hause. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis rief zum »Kampf gegen den neuen Feind«, das Coronavirus, auf.

Auch der griechische Regierungschef griff, wie seine Kollegen in anderen europäischen Ländern, in der sich rasch über das Land ausbreitenden sanitären Krise zu Pathos und Kriegsrhetorik. (…)“

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Flüchtlingscamp Moria könnte zur Todesfalle werden

In Lagern wie auf Lesbos wäre ein Coronavirus-Ausbruch verheerend. Seehofer verspricht Hilfe – aber konkret hat sich bisher nichts getan.

von Matthias Meisner, Der Tagesspiegel 21.3.

„Den Worten nach ist die Sache auf gutem Weg. Bundesinnenminister Horst Seehofer hält trotz der wegen der Corona-Krise verhängten Einreisebeschränkungen an seinem Versprechen fest, Minderjährige aus den griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. „Wir haben zugesagt, dass wir uns bei der Aufnahme beteiligen“, sagte Seehofer dem „Spiegel“: „Dazu stehen wir.“ Zugleich verwies er mit Blick auf die Umsetzung auf die EU-Kommission: „Das Heft des Handelns liegt jetzt bei der Kommission.“

Doch wird das auch praktisch klappen? Seit Tagen bemüht sich die in Dresden gegründete Hilfsorganisation Mission Lifeline darum, die Genehmigung für einen Evakuierungsflug von der griechischen Insel Lesbos zu bekommen. (…)“

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NGO will Kinder aus Moria ausfliegen: „Wir bleiben dran“

WDR 5 Morgenecho – Interview. 24.03.2020

„Die ersten 100 Kinder & Mütter könnten sofort raus. Der Charterflug ist finanziert. Aufnahmebereite Kommunen & Institutionen sind vorhanden. Was fehlt ist ein Stück Papier & die Solidarität, von der gerade jetzt immer soviel gesprochen wird.“ (Mission Lifeline @Seenotrettung)


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Beileid reicht nicht

Beim Feuer in Moria ist ein Kind gestorben. Griechenland und die EU müssen die Menschen aus dem Lager holen.

Migranten stehen auf den abgebrannten Überresten eines Containerhauses. Im Flüchtlingslager Moria ist am 16.3.20 ein Brand ausgebrochen. Dabei ist ein sechs Jahre altes Mädchen ums Leben gekommen. Foto: Panagiotis Balaskas/AP/dpa

von Rodothea Seralidou, 17. 3. 20 – TAZ

„Brand im Flüchtlingslager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Ein sechsjähriges Kind stirbt. Harte Fakten, die zutiefst erschüttern. Auch wenn die Brandursache am Dienstag noch unklar war und die Behörden eher von einem Unfall als von Brandstiftung ausgehen: Es war nur eine Frage der Zeit. Es war vorauszusehen in einem Lager, in dem auf engstem Raum über 20.000 Menschen – darunter etwa ein Drittel Kinder – in Zelten und selbst gezimmerten Hütten aus Holz und Pappkarton leben, in denen sie Holz anzünden, um zu kochen oder schlicht um die bittere Kälte ertragen zu können, und in dem die Stromkabel unkontrolliert über die Zelte hängen. Vor wenigen Monaten erst kam dort eine Frau bei einem Brand ums Leben. Damals sprachen die Behörden von einem Kurzschluss als Brandursache. (…)“

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Erneuter Brand im Lager Moria

Grauenhafter Tod eines Mädchens

BERLIN taz | „(…) Warum es am Montagmorgen im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos brannte, ist auch einen Tag später noch unklar. Sicher aber ist: In einem der beiden zerstörten Container fand die Feuerwehr nach den Löscharbeiten die Leiche eines Mädchens. Es war darin offensichtlich lebendig verbrannt.

Das Feuer war in einem Teil des Lagers ausgebrochen, in dem vor allem afrikanische Flüchtlinge leben. Starke Winde hatten es immer wieder angefacht, berichtet die Inselzeitung Sto Nisi. Und auch durch die völlige Überbelegung des Camps hatte die Feuerwehr nach eigenen Angaben Schwierigkeiten, bis zur Brandstelle vorzudringen. Auf Videos ist zu sehen, wie Bewohner des Lagers panisch versuchen, den Brand eigenhändig zu löschen. (…)“

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Erik Marquardt (zur Zeit Lesbos) auf Twitter (16.3.):

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