Sie kamen nicht als Touristen

<<Der 6. April 1941 ist ein in Deutschland vergessenes Datum des Zweiten Weltkriegs. Am 6. April vor 80 Jahren begann der Angriff Deutschlands auf Griechenland. Dieser Film will einen Anstoß geben, sich mit diesem Teil der verdrängten und verschwiegenen Geschichte deutscher Schuld, die nie aufgearbeitet wurde, zu beschäftigen. Drei deutsche Schülerinnen haben sich den Film „DER BALKON – Wehrmachtsverbrechen in Griechenland“ des griechischen Dokumentarfilmers Chrysanthos Konstantinides, angesehen, um zu verstehen, was damals passiert ist. Sie waren sehr schockiert. Eine Schülerin, die aus Syrien geflüchtet ist, hat erschreckende Parallelen zu ihren eigenen Erlebnissen entdeckt.

Mehr als drei Jahre von 1941 bis 1944 hielten deutsche Soldaten Griechenland besetzt, plünderten es aus und zerstörten es bei ihrem Abzug. Mehr als 100 Dörfer wurden so vollständig zerstört. Den Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung fielen zehntausende Kinder, Frauen und Männer zum Opfer, mindestens 140.000 verhungerten. Mehr als 100 Dörfer wurden vollständig zerstört. Nahezu alle griechischen Juden wurden deportiert und ermordet. Respekt für Griechenland e.V. empfiehlt den Film der „Der Balkon-Wehrmachtsverbrechen in Griechenland“ für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Er ist schon erfolgreich in der Schule eingesetzt worden. Wir suchen weitere Lehrkräfte und andere Pädagogen, die den Film in ihren Lerngrupen zeigen wollen. Begleitmaterial ist vorhanden.>> Kontakt: vorstand@respekt-fuer-griechenland.de

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Drängen auf eine erinnerungspolitische Wende

Deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland

Fazit, Hilde Schramm im Gespräch mit Britta Bürger, 3.4.2021 – DLF (Podcast):

„Drei Jahre lang versetzte die deutsche Armee … gemeinsam mit SS und Gestapo das Land in Angst und Schrecken. Es gab Massaker, Erschießungen und Plünderungen. Hunderttausende Zivilisten fielen den Verbrechen zum Opfer. Fast alle griechischen Juden wurden deportiert und ermordet. Der nationalsozialistische in Terror war in Griechenland besonders brutal.“

Dennoch fand das Thema in Deutschland bislang kaum Beachtung, „weder in den Medien, noch in der Politik, geschweige denn in den Schulbüchern, sagt die langjährige Grünen-Abgeordnete und frühere Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses“ (Hilde Schramm, Respekt für Griechenland e.V.). „Es gab noch nie eine Debatte über Griechenland im Bundestag und die Schäden und die möglichen Forderungen. Das muss man sich mal vorstellen.“ (Hilde Schramm)

Von Bedeutung daher die am 25. März von den Grünen wie von Seiten der Fraktion DIE LINKE eingebrachten Anträge, die erstmals das Thema Reparationen und Entschädigungen auf die Tagesordnung gebracht haben. Beide Anträge wurden abgelehnt.

BundestagsdebatteAntrag BÜNDNIS90/DIE GRÜNENAntrag DIE LINKE

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Wir sind alle Griechen

Am 25. März 1821 begann auf der Peloponnes der Aufstand gegen die Osmanen. Weltweit löste er eine Welle philhellenischer Begeisterung aus.

Von Simon Dumoulin, 25.3.2021 – TAZ (aus Le Monde diplomatique)

Drei Frauen, die in der griechischen Revolution eine wichtige Rolle spielten: Die Generalin Manto Mavrogenous, die Schiffsbesitzerin Laskarina Bouboulina und die weniger bekannte Domna Wiswisi

„Wer entsinnt sich heute noch der Begeisterung, die zwischen 1821 und 1829 allein der Name Griechenland weckte“, fragte der französische Historiker Edgar Quinet im Jahr 1857. Die Hellas-Schwärmerei war tatsächlich groß, und viele „Philhellenen“ unterstützten und finanzierten den Freiheitskampf oder engagierten sich sogar, wie der britische Dichter Lord Byron, auf griechischem Boden.

Damals hatte das Osmanische Reich bereits 400 Jahre lang zu beiden Seiten der Ägäis geherrscht, hatte die griechisch-orthodoxe Bevölkerung zu Untertanen minderen Rechts und die Bauern zu Pächtern von herrschaftlichem Grundbesitz gemacht. Die Bewegung der Philhellenen speiste sich aus mehreren Motiven. Das eine war die Hoffnung, der griechische Aufstand könne den Aufbruch in ganz Europa, den die Heilige Allianz von Österreich, Russland und Preußen mit Repressionen, Verfolgungen und politischer Zensur erstickt hatte, aufs Neue entfachen.

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Der Balkon – ein Film über Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

In diesen Tagen jährt sich der Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland zum 80. Mal. Der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm des Regisseurs Chrysanthos Konstantinides (Griechenland 2018) über die grausamen Verbrechen der Wehrmacht am Beispiel des Dorfes Lyngiades ist für wenige Tage (bis 11.4.) per Streaming (kostenlos) abrufbar.

Vor gut einem Jahr zeigten wir den Film im Kino Lichtspiele Kalk, hier die damalige Einladung mit Erläuterungen.

Lyngiades, ein Dorf in Nord-Griechenland, wegen seiner wunderbaren Aussicht der „Balkon“ genannt. Doch die Idylle war Schauplatz eines Massakers, das hierzulande nur wenig bekannt ist. Am 3. Oktober 1943 ermordeten die deutschen Besatzer 82 Dorfbewohner und zerstörten fast alle Häuser. Dieses Verbrechen behandelt der Film. Zugleich gibt er Einblicke in die unterlassene Aufarbeitung der Wehrmachtsverbrechen in Deutschland und die bis heute verweigerte Wiedergutmachung.

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O Topos Mou: Es wird noch immer vielfältige Hilfe gebraucht

In einem längeren Telefonat letzte Woche berichtete Elias Tsolakidis über die derzeitige Situation in Katerini und in der ehemaligen Tabakfabrik vom Projekt O Topos Mou sowie über den Bau der sozialen Küche für den Winter:

Noch immer sei die Situation durch den Winter und die Corona-Pandemie katastrophal in Katerini, ebenso wie in ganz Griechenland. Dabei reagiere die Regierung wie die lokalen Behörden mit Zwangsmaßnahmen, Verschleierung und Polizeieinsätzen. Das Krankenhaus sei überfüllt, viele Erkrankte würden einfach nicht mehr aufgenommen, manche stürben in ihren Häusern.

Besonders schlecht gehe es den Flüchtlingen in Katerini. Ein Teil lebe in Stadtwohnungen, deren Miete vom EU-Flüchtlingsprogramm bezahlt wird. Sie bekämen einen monatlichen Unterhalt, der so gerade zum Leben reiche. Ein größerer Teil lebe in einem Lager (Camp) etwas außerhalb der Stadt in beengten und unhygienischen Bedingungen. Am schlimmsten sei es für eine Gruppe von 26 Familien, die als asylberechtigt anerkannt sind, aber keine Unterbringung mehr hätten und als Obdachlose auf der Straße lebten.

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Uno-Flüchtlingshilfswerk zählt Hunderte mutmaßliche Pushbacks

Das Uno-Flüchtlingshilfswerk hat den griechischen Behörden nach SPIEGEL-Informationen Hinweise auf »mehrere Hundert« mutmaßliche Pushbacks übergeben. Die Organisation warnt: Das Recht auf Asyl sei in Gefahr.

Von Steffen Lüdke, 27.3.2021 – Spiegel.de

„Das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) erhöht wegen der Rechtsverletzungen in der Ägäis den Druck auf die griechische Regierung. Seit Beginn des vergangenen Jahres habe man »mehrere Hundert Fälle« von mutmaßlichen Pushbacks registriert, sagte die UNHCR-Repräsentantin in Griechenland, Mireille Girard, dem SPIEGEL.

Das UNHCR habe den Behörden die entsprechenden Hinweise übergeben. In allen Fällen lägen der Organisation eigene Informationen vor, die auf illegale Pushbacks an Land oder auf See hindeuten. »Wir erwarten, dass die griechischen Behörden diese Vorfälle untersuchen«, sagte Girard. »Das Recht auf Asyl wird in Europa angegriffen.«

Pushbacks verstoßen gegen internationales Recht

Der SPIEGEL hat seit Juni 2020 in gemeinsamen Recherchen mit »Report Mainz« und Lighthouse Reports gezeigt, dass die griechische Küstenwache Flüchtlingsboote in der Ägäis stoppt, den Motor der Schlauchboote kaputt macht und die Menschen wieder in türkische Gewässer zieht. Anschließend setzen die griechischen Beamten die Migrantinnen und Migranten auf manövrierunfähigen Schlauchbooten auf dem Meer aus. Manchmal benutzen sie auch aufblasbare orange Rettungsflöße. Am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros kommt es zu ähnlichen Aktionen. (…)“

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EU-Parlament verweigert Bestätigung des Budgets von Frontex

Europas Grenzschutzagentur Frontex ist in illegale Pushbacks von Flüchtlingen verwickelt – und klärt die Verfehlungen bisher kaum auf. Nun erhöhen Europaabgeordnete den Druck.

24.3.2021 – spiegel.de

Die europäische Grenzagentur Frontex soll griechische Pushbacks von Geflüchteten in der Ägäis geduldet und sogar vertuscht haben. Die Vorwürfe, die unter anderem durch SPIEGEL-Recherchen ans Licht kamen, arbeitet Frontex nur schleppend auf. Nun hat das Europaparlament gehandelt – und die Entlastung des 2019-Budgets von der Grenzagentur verweigert.

Abgeordnete des Europaparlaments verweisen auf mehrere Verstöße von Frontex gegen die Menschenrechte – und auf das Versäumnis, diesbezüglich rechtzeitig 40 Grundrechtsbeobachter einzustellen. »Die Transparenz in der Agentur lässt zu wünschen übrig«, heißt es in der Mitteilung des Europaparlaments. »Frontex muss viel aufarbeiten, um Vertrauen wieder herzustellen«, sagte der grüne Europaabgeordnete Bas Eickhout aus den Niederlanden. (…)

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