„Der Balkon – Wehrmachtsverbrechen in Griechenland“

Veranstaltung (Film und Nachgespräch), Lichtspiele Kalk, 7. März 16.30 – 19.00

Mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm (Griechenland 2018), 101 Minuten, Original mit deutschen Untertiteln, Regie: Chrysanthos Konstantinidis, Buch: Christoph U. Schminck-Gustavus

Lyngiades, ein Dorf in Nord-Griechenland, wegen seiner wunderbaren Aussicht der „Balkon“ genannt. Doch die Idylle war Schauplatz eines Massakers, das hierzulande nur wenig bekannt ist. Am 3. Oktober 1943 ermordeten die deutschen Besatzer 82 Dorfbewohner und zerstörten fast alle Häuser. Dieses Verbrechen behandelt der Film. Zugleich gibt er Einblicke in die unterlassene Aufarbeitung der Wehrmachtsverbrechen in Deutschland und die bis heute verweigerte Wiedergutmachung.

Der Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus aus Bremen recherchierte und dokumentierte vor drei Jahrzehnten die Hintergründe dieses Verbrechens (2013 erschien dazu sein Buch „Der Feuerrauch“). Jetzt führt er durch den Film. In diesem hören die Nachkriegsgenerationen am Ort, oft erstmalig, Erinnerungen von überlebenden. Es sind Dokumente der Trauer vor dem Hintergrund eines kollektiven Traumas. Und es sind Einblicke in die unterlassene Aufarbeitung in Deutschland und in die verweigerte Wiedergutmachung.

Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Nachgespräch statt, zum Film und zur von „Respekt für Griechenland e.V.“ gestarteten Kampagne „Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegen-über Griechenland“, mit Christoph Schminck-Gustavus (Rechtshistoriker, Bremen) und Hilde Schramm (Respekt für Griechenland, Berlin).

Veranstalter sind das Griechenland-Solidaritätskomitee Köln und die POP Initiativgruppe griechische Kultur in der BRD e.V./

Sa., 7. März 2020, 16.30 – 19.00, Eintritt 7 €, Lichtspiele Kalk, Kalk-Mülheimer Str. 130-132 (U-Bahn Kalk Post, Linie 1 oder 9); mehr zur Anfahrt

Weitere Informationen und Trailer zum Film (griech./ engl.)

„Der Balkon“,

Doku von Antonio Pellegrino

(BR 17. 11. 2019, 5 min)

„Wer nach Epirus reist, einer der ältesten Kulturlandschaften im Nordwesten Griechenlands mit ihren immergrünen Wäldern, stillen Seen und Tälern, wird nicht umhinkommen das Dorf Lyngiades zu besuchen. Es liegt auf etwa 900 Meter Höhe auf der Südseite des Mitsikeli-Bergmassivs und bietet eine atemberaubende Sicht auf die Stadt Ioannina. Wegen dieser herrlichen Lage nennen Besucher und die Dorfbewohner Lyngiades einfach ‚Der Balkon‘. Dieser heute verträumte Ort mit kaum mehr als 100 Einwohnern war Schauplatz eines der blutigsten Massaker während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

Am 3. Oktober 1943, so erinnern sich noch einige Zeitzeugen, fällt eine Wehrmachteinheit der Gebirgsjäger „Edelweiß“ über das Dorf her. Soldaten treiben die Einwohner in die Keller der Häuser zusammen, erschießen sie und zünden anschließend das Dorf an. Nur fünf Menschen überleben. Für sein Buch „Feuerrauch“ hat der Bremer Rechtshistoriker Christoph Schmick-Gustavus Ende der 190er Jahre vor Ort recherchiert, mit den letzten Überlebenden gesprochen, Originaldokumente aus mehreren Archiven gesichtet. (…)“

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