Die Beschäftigten von LARCO hielten am 13. Februar, vor den Toren des Werks in Larymna eine große Kundgebung ab, an der mehr als 300 (Betriebs-)Gewerkschaften teilnahmen und sich solidarisch zeigten. Sie verurteilten die Pläne der Regierung, 1200 Beschäftigte zu entlassen und 1000 Familien aus ihren Häusern zu vertreiben, die im Werk ansässig sind.
Die griechischen Regierungen haben den Zustand des LARCO-Werks, eines der fünf größten Nickelproduzenten der Welt, jahrelang untergraben, um das Werk ohne die Arbeitnehmer und ihre Rechte privatisieren zu können.
Neben den Arbeitern waren auch deren Familien und Kinder sowie die örtlichen Gemeinden massiv vertreten.
Gegen die Privatisierung des Nickelunternehmens Larco und die Entlassung aller 1080 Beschäftigten
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir, der Internationale gewerkschaftliche Arbeitskreis Köln (IGAKK), solidarisieren uns mit euch in eurem Kampf um eure Arbeitsplätze und die Wohnungen der Kollegen und Kolleginnen. Es geht hier um mehr als 1.000 Arbeitsplätze und um die rund 300 Werkswohnungen, die ein Zuhause für die Kolleginnen und Kollegen sind.
Hier soll ein staatliches Unternehmen an Investoren verkauft werden, um die widersinnigen Forderungen der Europäischen Kommission zu erfüllen.
Ein ehemals sehr profitables Unternehmen kommt in eine finanzielle Schieflage und soll nun verkauft werden, anstatt die Ursachen zu beheben. Um es für die Investoren attraktiver und einfacher zu machen, sollen alle 1.080 Mitarbeiter entlassen werden.
In Griechenland haben nach Angaben der Feuerwehr innerhalb eines Monats – vom 20. November bis zum 20. Dezember – 16 Menschen ihr Leben verloren, weil sie mutmaßlich beim Versuch, ihre Wohnung zu heizen, einen Brand ausgelöst haben. Allein am 20. Dezember starben vier Personen. Die jüngsten Opfer waren zwölf und dreizehn Jahre alt. Sie starben, weil die Holzöfen über Nacht einen Brand auslösten.
Teure Heizung
An kalten Tagen herrscht in Athen, in der Hafenstadt Piräus und in den anderen Großstädten ein gespenstisches Szenario. Verarmte Menschen versuchen mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln ihre Wohnung zu heizen. Sie benutzen Holzöfen, aber auch Holzkohlegrills, um Wärme zu erzeugen. Die Luft in den Städten ist voll mit Rauch, Ruß und Feinstaub.
Der Grund für diesen gefährlichen Trend ist unschwer in den steigenden Energiepreisen zu erkennen. Der Preis für Erdgas ist um beinahe 200 Prozent gestiegen. Die Regierung versucht, mit einem Hilfspaket entgegenzusteuern, das den Staatshaushalt bis zu zwei Milliarden Euro kosten wird. Die Hilfsgelder sollen bis zu vierzig Prozent der Preissteigerung beim Erdgas auffangen. (…)
Okay, da ich jetzt Ihre Aufmerksamkeit habe, lassen Sie mich das Folgende sagen, was ich schon lange sagen wollte, aber ich habe gewartet, dass sie zuerst kommt:
Die Stromrechnung, die ich erhalten habe, steht in einem kolossalen Missverhältnis zu jeder mathematischen Größe im bekannten Universum: meinem Verbrauch, der Fläche meines Hauses, meinem Einkommen, meinen früheren Rechnungen, sogar zu dieser buddhistischen Geduld und Entschlossenheit.
Ich werde sie bezahlen.
Ich kann es.
Ich kann mir allerdings nur schwer vorstellen, dass es viele Berufstätige gibt, die das können.
Aber, okay, sagen wir mal, du machst etwas, machst Ratenzahlungen, verkaufst eine Niere, das eine Kind, du wirst es herausfinden.
Wie wirst du es das nächste Mal finden?
Du schaltest die Geräte aus, du kochst nicht, du nimmst ein kaltes Wasserbad, okay, du wirst es finden.
Das staatliche Minen- und Verhüttungsunternehmens Larco soll an Investoren verkauft werden, so hat es die Mitsotakis-Regierung beschlossen. Das bedeutet nicht nur die Entlassung von mehr als 1.000 Beschäftigten, im Vorfeld des Verkaufs sollen auch die Bewohner von ca. 300 Werkswohnungen ihren Wohnsitz verlieren. Die Larco-Arbeiter wollen das nicht hinnehmen und haben den Kampf aufgenommen. (Bericht)
Larco-Hauptwerk in Larymna
Für den 10. Februar waren eine Demonstration und Versammlung vor dem Finanzministerium am Syntagma-Platz in Athen geplant. Diese Aktion hat breite Unterstützung und Solidarität erfahren, u.a. von den COSCO-Beschäftigten, die selbst seit Monaten für ihre Rechte streiken. (siehe) Unterstützung gab es auch von den Abeitern bei Kavala Oil (siehe) und darüberhinaus eine allgemeine Beteiligung der Bevölkerung der Region.
Kundgebung vor dem Finanzministerium am 10.2.2022Weiterlesen →
Ein 40-jähriger Arbeiter war im Oktober 2021 am Pier 2 des Cosco Container Terminals Piräus auf tragische Weise ums Leben gekommen, als er unter ungeklärten Umständen von einer Kranbrücke getroffen wurde. Nach Angaben des Arbeitgebers hatte der verunglückte Arbeiter gerade Feierabend, was von den Arbeitern bestritten wurde. Es wurde gestreikt. “Sie können nicht länger mit dem Leben der Arbeiter spielen, um ihre Gewinne zu machen”, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft ENEDEP, Markos Bekris. Die Streikbewegung ist seitdem immer wieder fortgesetzt worden, zuletzt am 7. Febr. 2022.
Der Kampf und die Einigkeit der Cosco-Arbeiter und die Solidarität haben gesiegt
Von Iordanis Georgiou , 05.11.2021 – Rote Fahne News
Nach mehrtägigen Streiks und Kämpfen haben die Hafenarbeiter von Cosco einen ersten großen Sieg errungen. Das Unternehmen sah sich gezwungen, den meisten ihrer richtigen Forderungen zuzustimmen.
Das sind:
Dass Dimitris Unfall untersucht wird
Einsetzung eines Ausschusses für Gesundheit und Sicherheit
Schluss mit den Gegenschichten und 12-Stunden-Schichten
Unterzeichnung eines Tarifvertrags
Statt „6 Leute auf jeder Schicht“ haben sie nur 5 zugestanden. Die Arbeiter werden weiter für 6 kämpfen. weiterlesen (diesen Artikel)
Cosco-Arbeiter sagen „Nein“ zu lebensgefährlicher Arbeit auf Containern im Regen und kämpfen weiter für Tarifverträge
Von Iordanis Georgiou (Solidarität International), 03.12.2021 – Rote Fahne News
“Die kampferprobten Arbeiter von Cosco aus dem Hafen von Piräus berichten: Nachdem sich Kollegen über die Arbeit bei starkem Regen beschwert hatten, wurde beim Arbeitgeber interveniert, um diesen Unfug zu beenden. Die gleichen Leute, die behaupten, sich um das Leben von 2100 Arbeitern zu sorgen, gefährden uns. Acht Stunden Regen! Die Arbeit auf den Containern ist lebensgefährlich. Unsere Gesundheit liegt in unseren eigenen Händen und wir werden nichts tun, was sie gefährdet. Wir fordern die Arbeiter dringend auf, sich selbst zu schützen und keine Arbeiten auszuführen, wenn ihre Gesundheit und Sicherheit gefährdet sind. Darüber sollten sie ihre Vorgesetzten unverzüglich informieren. Sollte das Problem nicht gelöst werden, ist der Vorstand unserer Gewerkschaft unverzüglich zu informieren, und wir machen deutlich, dass der Arbeitgeber für alles, was einem Arbeiter zustößt, verantwortlich ist. weiterlesen (diesen Artikel)
Veröffentlicht unterGriechenland|Verschlagwortet mitCosco, Gewerkschaften, Piräus|Kommentare deaktiviert für Erneuter Streik der Cosco-Arbeiter in Piräus
(Dieser Beitrag erschien am 8.2.2022 auf griechenlandsoli.com)
Von Ralf Kliche: Weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit eskaliert derzeit in Griechenland der Konflikt um die Privatisierung des Minen- und Verhüttungsunternehmens Larco: Die Vollversammlung der Beschäftigten hat am Ende der vergangenen Woche die folgenden Aktionen beschlossen:
am Montag 07.02.2022, 7:00 Uhr eine Protestdemonstration in Athen mit anschließender Besetzung des Hauptsitzes des Unternehmens
am Donnerstag, 10.02.2022 ein eintägiger Streik an allen Standorten des Unternehmens
am Donnerstag, 10.02.2022, 10:00 Uhr Demonstration und Versammlung vor dem Finanzministerium am Syntagma-Platz in Athen
am Sonntag, 13.02.2022 Treffen der Aktivistengruppen auf dem Firmengelände in Larymna, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Hintergrund sind die Aktivitäten des Staates als Besitzer des Nickel-Unternehmens, um Larco an Investoren zu verkaufen. Dazu gehört nicht nur die Entlassung von mehr als 1.000 Beschäftigten, im Vorfeld des Verkaufs sollen auch die Bewohner von ca. 300 Werkswohnungen ihren Wohnsitz verlieren.
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