Heimspiel in Istanbul – Erneuter Prozess gegen Dogan Akhanli

Heimspiel in Istanbul | 5. Juli, 19.30 | Alte Feuerwache, Köln

Erneuter Prozess gegen Dogan Akhanli

Sie können es nicht lassen. Selbst wenn sie sich, wie eine durchgedrehte Katze, in den eigenen Schwanz beißen:
Die obersten Revisionsrichter der Türkei haben im Februar 2013 den Freispruch gegen den Kölner Schriftsteller und Menschenrechtler Dogan Akhanli aufgehoben und einen zweiten Prozess angeordnet. Der findet am 31. Juli in Istanbul statt und soll mit lebenslanger Haft enden – sagen die Visionsrichter.
Er wird mit einem zweiten Freispruch enden – sagen wir.
Denn die zweite Anklage entbehrt genauso wie die erste jeder Grundlage. Es gibt keinen einzigen Beweis, Dogan Akhanli habe 1989 einen Raubüberfall begangen. Alle Zeugenaussagen entlasten den zu Unrecht Beschuldigten. Die Staatsanwaltschaft und die grauen Herren aus Ankara stehen mit ihrer Konstruktion völlig allein. (Nähere Infos unter: www.gerechtigkeit-fuer-dogan-akhanli.de)
Schon jetzt laden wir Euch deshalb zu einer Feier für die Freiheit ein.
Am 5. Juli, 19.30 Uhr im Großen Saal der Alten Feuerwache in Köln:

* Berichte und Gespräche über den demokratischen Aufbruch in der Türkei

* Das erzwungene Exil – ein Beitrag von Dogan Akhanli

* Den juristischen Stand des Prozesses erläutert Rechtsanwalt Ilias Uyar

* Aus seinem Fatihland stößt Fatih Cevikkollu zu uns

* Lifemusik gibt’s gratis dazu.Quelle: http://gerechtigkeit-fuer-dogan-akhanli.de/blog/?p=1905

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26. Juni Internationaler Tag zur Solidarität mit dem Kampf der ArbeiterIinnen von VIO.ME.

26. Juni Internationaler Tag zur Solidarität mit dem Kampf der ArbeiterIinnen von VIO.ME.

Der Kampf der ArbeiterIinnen von VIO.ME hat eine lange Geschichte aber zur gleichen Zeit ist er ein Kampf der aus der Zukunft kommt.
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(Vertreter von VIO.ME auf dem Alter Summit, vom 7 und 8 Juni in Athen)

Es ist die Geschichte einer Fabrik aufgegeben von den Arbeitgebern, vergessen durch Regierung und ignoriert durch die bürokratische Gewerkschaften. Es ist die Geschichte einer Fabrik, wo, wie in viele anderen Orten auch, die ArbeiterIinnen im Kontext dieses Desasters, was die Herrscher als wirtschaftliche Umstrukturierung und wir globale kapitalistische Krise und Zusammenbruch nennen, arbeitslos wurden. Es ist eine Geschichte der Verwüstung und Zerstörung, wie so viele andere Geschichten um uns herum.

Aber vor allem ist es eine Geschichte von einem Teil der ArbeiterIinnenklasse der sich weigert aufzugeben. Es ist die Geschichte der Selbstbestimmung der ArbeiterIinnen mit direkter Demokratie basierend auf eine klassenbewusste Basisgewerkschaft, wo kollektives Interesse und die Vollversammlung die Prinzipien der Organisierung sind. Es ist die Geschichte der Übernahme und Selbstverwaltung der VIO.ME Fabrik, wo der Bedarf für eine menschenwürdige Arbeit und Lebensunterhalt sich über alles andere erhebt. Es ist die Geschichte einer Kampfgemeinschaft wo zu alltäglichen Problemen kollektive Lösungen gesucht werden. Es ist eine Geschichte von Kreativität.

Aus diesem Grund hat der Kampf der ArbeiterIinnen von VIO.ME die Solidarität von Tausenden von Menschen erweckt, von ArbeiterIinnen und Erwerbslosen in jeder Ecke des Globus. Aus diesem wichtigen Grund, wurden allein nur im letzten Jahr, von Melbourne nach Tokyo und von Washington nach Berlin, Dutzende von Veranstaltungen zur Unterstützung dieses Kampfes organisiert. Aus diesem wichtigen Grund haben Gewerkschaften, Kollektive, soziale Räume und Initiativen in jeder kleinen und großen griechischen Stadt, ihre Solidarität täglich und in jeder nur möglichen Weise ausgedrückt. Dies ist auch der Grund warum die Herrscher, der Staat und die Arbeitgeber vor den ArbeiterIinnen von VIO.ME Angst haben und sich in jeder Hinsicht gegen ihren Kampf stellen.

Heute, vier Monate nach der Wiedereröffnung der Fabrik von VIO.ME  von den ArbeiterIinnen selbst, unter vollständiger Selbstverwaltung und Arbeiterkontrolle, versuchen der Staat und die Regierung weiterhin Hindernisse zu platzieren und den uneingeschränkten Betrieb der Fabrik zu verhindern. Vier Monate später, versucht die Regierung den Kampf finanziell zu erwürgen, indem sie bis zum heutigen Tag den ArbeiterIinnen, unbezahlt schon für zwei Jahre, das außergewöhnliche Arbeitslosengeld verwehrt, dass in vielen anderen Fällen eigeräumt wird. Aber die ArbeiterIinnen und ihre Gewerkschaft werden nicht Einlenken gegenüber der finanziellen Erpressung.

Wir appellieren an jeden arbeitenden Menschen, der den Angriff der besitzenden Klasse auf unsere Leben und unsere Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts wahrnimmt, an jede Erwerbslose die in Selbstorganisierung der Produktionsmittel einen Weg aus der Misere und Armut sieht, an jede Gewerkschaft, Kollektiv und sozialen Raum der Be- wegung, dem Kampf der ArbeiterIinnen von VIO.ME beizustehen.

 

Am Mittwoch den 26. Juni rufen die ArbeiterIinnen der VIO.ME zu einen internationalen Tag der Solidarität auf. Sie verteilen ihre Produkte unter Arbeiterkontrolle in einer zentralen Veranstaltung in Thessaloniki

Und sie fordern die ganze Gesellschaft ihnen beizustehen indem sie Solidaritätsveranstaltungen in Griechenland und über die Grenzen hinaus organisieren.

 Wir fordern den uneingeschränkten Betrieb der VIO.ME Fabrik unter Selbstverwaltung und voller Arbeiterkontrolle.

Wir fordern die sofortige Legalisierung dieses Betriebes.

Produktion in den Händen der Produzenten und Fabriken in den Händen der ArbeiterIinnen!

Selbstverwaltung und direkte Demokratie!

Von den besetzten Gebäuden des griechischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders und den streikenden ArbeiterIinnen in ganz Griechenland, dem Heroischen Aufstand unserer Brüder und Schwerstern, ArbeiterIinnen und Erwerbslose in der Türkei, sind wir Teil einer Bewegung die danach strebt unsere Leben in unsere eigenen Hände zu nehmen. Gemeinsam werden wir gewinnen!
Flugblatt zum versenden: Flugblatt 4-07-13

 

 

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Europas Demokratie wird entsorgt!

4. Juli 2013 um 19:00 Uhr DGB-Haus (Hans Böckler Platz) atlasEINLADUNG

Europas Demokratie wird  entsorgt!

Die EU hatte mit der bereits im März 2000 beschlossen Strategie von Lissabon, einen Giftcocktail für die Arbeitnehmer des europäischen Kontinents zusammengerührt, der langsam aber sicher seine Wirkung entfaltet. Während Bundeskanzlerin Merkel unablässig ihr Mantra  aus Haushaltskonsolidierung, Wettbewerbsfähigkeit und politischer Vereinheitlichung der EU wiederholt, organisieren die Reichen ihre Raubzüge über den gesamten Kontinent und darüber hinaus.

 Nach Griechenland, Portugal und Spanien stand kürzlich auch Zypern im Brennpunkt dieser Art von „Krisenlösung“.

 In Wahrheit diktiert die „Troika“ (bestehend aus IWF, EU-Kommission und EZB), dass die Bevölkerung Europas die Zeche für die vorhergegangene Rettung der Finanzbranche zu zahlen hat.

Sie organisiert ohne demokratische Legitimation

 – die Deregulierung nicht nur der Finanz-, sondern vor allem auch der Arbeitsmärkte.

– den Arbeitsplatzabbau und Ausbau des Billiglohnbereichs.

– die Zerstörung von Tarifvertragsrechten und Kündigungsschutz.

– die Privatisierungen öffentlichen Eigentums und sozialer Infrastruktur.

– die Privatisierung  von Renten und Gesundheitsversorgung

Deutschland ist keine Insel der Glückseligkeit und der Kelch wird auch an uns nicht vorbeigehen. Auch hier stehen Massenentlassungen und weitere Kürzungen im Sozialbereich an. Wir möchten über die Situation der Kolleg/innen in den anderen europäischen Ländern mehr wissen.

 Wir haben Kolleg/innen aus den betroffenen Ländern eingeladen, die uns in Kurzberichten (ca. je 10 min) über die sozialen Folgen  der „Troika-Politik“ und den massenhaften Widerstand in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien informieren werden.

Anschließend werden wir über den notwendigen Widerstand gegen diese Angriffe auf die Errungenschaften der europäischen Gewerkschaftsbewegung  mit Steffen Lehndorf (Arbeitswissenschaftler) diskutieren.

Flugblatt zum ausdrucken

 

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Köln: Kundgebung Mittwoch gegen die Schließung des staatlichen Rundfunks (ERT) in Griechenland

Aufruf von Ver.di

Hallo Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

der Wahnsinn des Kürzungsdiktats von Troika und Merkel setzt sich fort: Vor einigen Tagen wurde der staatliche Sender ERT in Griechenland einfach ausgeschaltet. Der Bogen wird weiter überspannt.
Es hat daher große Bedeutung für alle wenn gerade hier, in dem Land von dem aus diese Politik ausgeht, die Kritik und das Engagement gegen die Schuldenbremse/Fiskapakt-Politik intensiviert wird. Wird in Deutschland dieser Politik eine Absage erteilt, ist sie nirgendswo mehr fortzusetzen.
Am Mittwoch findet als Solidarität mit Griechenland und den Kolleginnen von
ERT eine Kundgebung von ver.di um 17:00 Uhr auf den Wallrafsplatz statt.

Hier der Aufruf von ver.di:

„Es ist nun genau eine Woche her, dass der staatliche Rundfunk in Griechenland zwangsabgeschaltet wurde.
Der ver.di-Fachbereich Medien, Kunst und Industrie und der ver.di-Senderverband WDR kritisieren die Schließung des staatlichen Rundfunks ERT in Griechenland durch die Athener Regierung.
Die KollegInnen des Senders wurden von jetzt auf gleich auf die Straße gesetzt. Das ist ein massiver Eingriff in die Pressefreiheit und Meinungsbildung in Griechenland. Setzen wir ein Zeichen gegen diesen demokratiefeindlichen Eingriff und solidarisieren wir uns
mit den KollegInnen!
Aus diesem Anlass rufen wir alle MedienkollegInnen aus Köln und Umgebung auf, an der Kundgebung gegen die Schließung von ERT teilzunehmen.“

Beteiligt Euch zahlreich und verbreitet bitte diesen Aufruf!

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Ein fatales Signal (Erklärung Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Zur Schließung des griechischen Staatsrundfunks erklärt Malte Spitz,
Mitglied des Bundesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Die plötzliche Schließung des griechischen Staatsrundfunks ist ein fatales Signal an die griechische Bevölkerung. Gerade in Zeiten der Krise ist eine vielfältige und unabhängige Medienlandschaft umso wichtiger für das demokratische Zusammenleben. Nur eine vielseitige Medienlandschaft ist ein Garant dafür, dass Reformen begleitet und kritisch hinterfragt werden. Wir zeigen uns solidarisch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die gegen diese politische ad-hoc-Schließung demonstrieren. Es bleibt zu hoffen, dass schnell eine Lösung gefunden wird und sowohl das Parlament als auch die Beschäftigten in diese Entscheidungen mit einbezogen werden. Dieses Vorgehen, das mit
den Sparvorgaben der Troika begründet wird, befördert die Kritik und Skepsis der griechischen Bevölkerung gegenüber der Europäischen Union.

Die Situation in Griechenland verdeutlicht, wie wichtig Staatsferne und finanzielle Unabhängigkeit für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind. Weder Inhalt noch Umfang öffentlich-rechtlicher Medienanstalten dürfen vom Gutdünken der Regierungen abhängig sein. Die Bundesregierung und die EU dürfen nicht nur einseitig Sparvorgaben machen, sondern müssen dabei auch berücksichtigen und einfordern, dass das nicht zu
Lasten der für eine Demokratie notwendigen Grundelemente wie eine freie, kritische und vielfältige Medienlandschaft gehen darf.“

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„Ikonen der Krise“ von Maria Rigoutsou

Die Bildergalerie „Ikonen der Krise“ von Maria Rigoutsou ist anlässlich der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise entstanden, hinter der sich jedoch eine tiefere Wertkrise verbirgt. Es handelt sich um Werke, deren Grundierung auf alte byzantinische Ikonen verweist. Im Vordergrund sind aber keine Heiligen dargestellt, sondern die Dinge, die uns heute heilig sind: Euro, Banken, Ratingagenturen.

von Maria Rigoutsou

Ausstellung mit Arbeiten von Maria Rigoutsou

von Maria Rigoutsou

"Ikonen der Krise" Finissage Martin Luther Kirche, Köln 2013


Die „Religion“ des Geldes ist eine globale. In den „Ikonen der Krise“ werden darüber hinaus Titelbilder von Zeitungen und Zeitschriften aufgegriffen, die –wie die Bildzeitung etwa- einen Keil zwischen Deutsche und Griechen getrieben haben. Auch das Thema Konsumwahn und Fetischismus und die Reaktion der Menschen auf die Krise in Demonstrationen und Protestaktionen finden darin ihren Ausdruck. Die »Ikonen der Krise« zeigen auch- zum Teil konkret, zum Teil abstrakt- Gesichter, in denen sich Armut und Verelendung spiegeln. Die Bilderserie, die 2008 begonnen wurde, ist als „work in progress“ konzipiert und entwickelt sich ständig weiter.
Zur Finissage am 12. Mai diskutierten Wolfgang Storz, früherer Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, dem Galeristen und Künstler Giorgos Georgakopoulo (Athen) und Maria Rigoutsou, die Moderation hatte Hans Mörtter.

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Athens neue Obdachlose – Leben mit 20 Euro im Monat – Wiener Zeitung Online

Leben mit 20 Euro im Monat
Athens neue Obdachlose

Von Filippos Sacharis (APA)

Wer arbeitslos wird, landet schnell auf der Straße.

Athen. Leon malte früher Heiligenbilder. Doch der Beistand aus dem Himmel blieb ihm offenbar versagt. Als die Krise über Griechenland kam, verlor Leon seine Aufträge, und ohne Einkünfte wurde er bald delogiert. Heute lebt der 65-Jährige in Athen auf der Straße und in Notunterkünften. Er sei noch hoffnungsvoll, doch viele seinesgleichen fänden es schwer, ihr Schicksal zu akzeptieren, sagt er. „Die meisten der Obdachlosen, die ich kenne, sind gleichgültig und pessimistisch“. Kein Wunder, denn sie sind Armut nicht gewohnt und verstehen die Welt nicht mehr.

via Athens neue Obdachlose – Leben mit 20 Euro im Monat – Wiener Zeitung Online.

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