Aufruf Köln, Freitag, 03. Juli um 18 Uhr Hauptbahnhof Köln Solidaritätsdemo

OXI-1

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„Oxi „- „NEIN“ – „NO“ zur Sparpolitik! – Ja zur Demokratie!

Solidarität mit den Menschen in Griechenland!

Am Wochenende haben die EU, der IWF und die EZB die Verhandlungen mit Griechenland über weitere Kredite scheitern lassen. Die griechische Regierung unter der linken Partei Syriza hat daraufhin in demokratischer Tradition ein Referendum (Volksabstimmung) für Sonntag 5.7. angesetzt. In diesem Referendum wird die griechische Bevölkerung darüber abstimmen ob sie das erneute Spar- und Steuer- erhöhungsdiktat der EU annehmen will oder nicht.
Die griechische Regierung ruft dabei dazu auf, mit Nein (gr. Oxi) zu stimmen und so ein deutliches Zeichen gegen die drastische Kürzungspolitik und Sparmaßnahmen besonders im sozialen Bereich durch die Institutionen/Troika zu setzen. Maßgeblicher Akteur beim Scheitern der Verhandlungen war die CDU/SPD Regierung der Bundes- republik Deutschland.
Die wirtschaftliche und soziale Situation in Griechenland ist nach den EU- und IWF- Spardiktaten der letzten Jahre verheerend. Es gibt höhere Staatsschulden und gestie- gene Arbeitslosigkeit, stark gekürzte Löhne und Renten. Krankenhäusern fehlen Medikamente zur Behandlung. Obwohl die Sparmaßnahmen ihr Ziel verfehlten, sollen sie weitergehen. Shit and Bullshit
Nach der Ankündigung des Referendums brach in den bundesdeutschen Medien und von den Regierungsparteien ein neuer Shitstorm über Griechenland herein. Da wurde von Verrat und Undankbarkeit geredet und behauptet, dass die Regierung Tsipras sich feige hinter dem Volk verstecke, statt selbst Verantwortung zu übernehmen (so sinngemäß der deutsche EU-Parlamentsvorsitzende Martin Schulz). Ja, das ist das Demokratieverständnis unserer Herrschenden. Alles Bullshit: Das Gegenteil ist der Fall. Die griechische Regierung hatte gegenüber den Institutionen schon weitgehende Zugeständnisse gemacht. Vielen in Griechenland gehen sie zu weit. Aber vielen EU Länder Regierungen – allen voran der BRD-Regierung – geht es auch gar nicht mehr um ein Verhandlungsergebnis. Es scheint, dass eine demokratisch gewählte linke Regierung gestürzt werden soll, um mögliche weitere Linksregierungen in Europa zu
verhindern. Denn auch in anderen EU-Ländern – z.B. in Spanien Podemos – erleben linksalternative Projekte großen Zuspruch in der Bevölkerung und erzielen als neue Parteien erste Wahlerfolge.
Protest and Action
Europa- und bundesweit finden deshalb in dieser Woche Solidaritätsaktionen mit den Menschen in Griechenland statt. In der BRD gibt es Kundgebungen und Demonstrationen und andere kreativen Aktionen unter anderem in Berlin, Stuttgart, Frankfurt am Main, Hamburg und auch hier in Köln! Der Protest richtet sich gegen die fatale Politik der Bundesregierung von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Gabriel (SPD).
Sowohl bei Verdi als auch im DGB insgesamt regt sich erfreulicherweise Widerstand gegen die harte Haltung der bundesdeutschen Regierung. Überall werden die Parteibüros von SPD und CDU besucht, so auch in Köln. Unsere Forderungen: Die griechische Bevölkerung muss selbstbestimmt handeln können, die Wahl der Regierung von Syriza und das Referendum am Sonntag sind demokratisch legitimiert. Es geht um die Verhinderung weiterer Privatisierungen, weiterer Lohn- und Renten- kürzungen. Armut, Angst und Erpressungspolitik sollen Europa nicht weiter beherr- schen… Wir sagen Ja zu Demokratie und Solidarität in Europa.

„Überall ist „OXI“! – Alle sagen Nein!
Unsere Solidarität gegen ihre Politik der Angst“

Griechenland Solidarität Komitee Köln und Blockupy Köln V.i.S.d.P.: Alexis Sorbas, Luxemburger Str. 93, 50674 Köln

 

 

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Ένα μεγάλο Όχι – Ein großes Nein

Ein großes Nein
von Mikis Theodorakis

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Ο Μίκης Θεοδωράκης για το δημοψήφισμα

Ο Μίκης Θεοδωράκης για το δημοψήφισμα

Seit vielen Jahren, besonders aber in den letzten fünf, erleben wir das völlige Scheitern unseres gesamten politischen Milieus, was das Land an die Schwelle einer nationalen Prüfung führt, nur einen Schritt von einer Katastrophe von historischem Ausmaß entfernt.

Wir haben gerade den Versuch einiger ausländischer Mächte (einmal abgesehen von unserer eigenen Verantwortung) erlebt, die den Zusammenbruch unserer Vaterlandes mit Methode vorbereiten, und zwar in jeder Hinsicht: national, historisch, kulturell und sozial. Außerdem planen sie die Transformation unseres Volkes in ein Volk von Untertanen, das selbst noch um ein Stück Brot bitten muss.

Wir haben gesehen, wie sie versucht haben, das komplette Herrschaftssystem des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen und es als Instrument für die Umsetzung ihres Planes in allen Bereichen unseres nationalen Lebens einzusetzen, indem sie besonders auf die Waffe der Wirtschaft gesetzt haben, um die griechische Gesellschaft in allen Bereichen zur Auflösung zu bringen: der Arbeit, der Bildung, der Entwicklung, des Handels, der Produktion und der Kultur.
Wir haben gesehen, wie sie versucht haben, alle zentralen Bereiche der internationalen Beziehungen und der Landesverteidigung unter ihre Kontrolle zu bringen.

Wir haben gesehen, wie sie mit rigorosen Sparprogrammen („Memoranden“) und Kreditverträgen Beziehungen zu anderen Ländern verhindern wollten, unter Ausnahme ihres eigenen Landes, so dass sie exklusiv die gesamte Kontrolle über unser Land ausüben und parallel dazu unseren öffentlichen Reichtum in Anspruch nehmen können: Die Häfen, die Flughäfen, die großen Verkehrsachsen, die Sonnenenergie, das Wasser, die öffentlichen Immobilien, unsere historischen Denkmäler, so wie auch die Kontrolle über die Bildung und die Kultur.

Und wir haben gesehen, wie die Regierungen dieser Zeit Vereinbarungen und Dokumente unterzeichneten, die, wie Professor G. Kasimatis bezeichnend unterstrich, „nicht mal mit der Pistole an der Schläfe“ hätten unterschrieben werden sollen.

Diesem Ansturm, der uns alle überrascht hat, steht unser Volk nackt gegenüber. Unsere einzige Waffe war die Geschlossenheit. Leider ist sie nicht so gekommen.

Gleichzeitig haben gesehen, wie SYRIZA darum gekämpft hat, an die Regierung zu kommen. Ich persönlich habe bereits vorher darüber gesprochen, dass eine Regierung der Linken, und dazu mit der heldenhaften Geschichte der griechischen Linken, die Sieger des Bürgerkrieges in Alarmbereitschaft versetzen wird, welche ebenso die Regierung als auch das Volk, das sie gewählt hat, auslöschen will. Dass sie also das Land finanziell austrocknen und gleichzeitig alles tun, um uns zu bestrafen. Dass der Versuch einer linken Partei zur Regierung zu werden, ohne dass sie ihre Stabilität sicher gestellt hat und ohne dass sie einen Plan zur unmittelbaren Umsetzung für den nächsten Tag hat, abenteuerlich ist und dass wir teuer dafür bezahlen werden. Und ich habe zwei Voraussetzungen dargelegt: Die Bildung einer Volksbewegung von über 50% der Bevölkerung und die Anbahnung von gemeinsamen Aktionen mit starken internationalen Kräften, mit denen wir unsere nationalen Reichtümer gemeinsam nutzen können, weil wir sonst barfuß durch die Dornen gegangen wären. Und nun haben mich die Entwicklungen leider bestätigt.

Heute stehen wir vor einem Volksentscheid. Nach fünf ganzen Monaten der „Verhandlungen“ mit der „Institutionen“ – Troika, die im Rahmen des „Memorandums“ geführt wurden, dessen Aufhebung SYRIZA, mit dem „ersten Gesetz, das das SYRIZA-Bündnis in das Parlament bringen würde“, nicht gewagt hat. Das hatte der jetzige Ministerpräsident vor den Wahlen erklärt und nun haben uns die „Institutionen“ schließlich in den Abgrund hinab gestoßen. Wir fragen uns, ob wir dem letzten Vorschlag der „Institutionen“ zustimmen, die noch mehr Maßnahmen fordern, eine halbe Milliarde zusätzlich zu den Maßnahmen in Höhe von 8 Milliarden, denen die griechische Regierung zugestimmt hat, und zwar mit der eigenhändigen Unterschrift des Ministerpräsidenten selbst.

Natürlich ist es uns nicht möglich, der Vereinbarung mit den Gläubigern zuzustimmen. Aber das „Nein“, das die Wähler auf diesem Stimmzettel auswählen werden, wird das Nein zu allen belastenden und unerträglichen Vereinbarungen mit den „Institutionen“ sein. Nein zu allen Vereinbarungen, die das Volk mit noch viel mehr Lasten belegen und es zu völliger Verelendung und Auslöschung führen und ihm die nationale Integrität, Unabhängigkeit und Souveränität vorenthalten. Und niemand darf Überlegungen darüber anstellen, die Bedeutung dieser Reaktion zu verdrehen, indem man sie als Vertrauensabstimmung für die Regierung darstellt, und darüber hinaus als Zustimmung der Regierung zu ihrem eigenen Vorschlag über 8 Milliarden, welcher im Grunde genommen im Vorschlag der „Institutionen“ enthalten ist.

Das Wichtigste ist aber, was am auf den Volksentscheid folgenden Tag geschieht. Nach dem kompletten, so wie ich weiter oben gesagt habe, Scheitern unseres politischen Milieus, was das Land an die Schwelle einer nationalen Prüfung geführt hat, wäre zu wünschen, dass es einen Weg geben könnte, um eine Regierung der „nationalen Rettung“ zu bilden. Die das Land aus der heutigen Sackgasse herausführen würde, in die es Herrscher gebracht haben, die den Bedingungen und den Problemen, gegen die das Volk und das Land ankämpfen, in den letzten Jahrzehnten und besonders in der Zeit der rigorosen Kürzungsprogramme unterlegen waren.

Wenn das aber nicht realisierbar sein sollte, bleibt dem griechischen Volk wieder die Einigkeit als einzige Waffe. Nur geeint wie eine Faust können wir kämpfen um das Krebsgeschwür zu besiegen, das sogar mit dem Tod droht. Das griechische Volk muss Besonnenheit, Reife und Verantwortung beweisen und sich auf jede legale Weise als souveräner Verteidiger seiner Freiheiten und seiner Rechte erweisen.

Quelle: Left.gr 30.06.2015, https://left.gr/news/ena-megalo-ohi
Quelle: Ένα μεγάλο Όχι :: left.gr

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Botschaft des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras vom 1. Juli

“Bereits nach unserem Entschluss zum Volksentscheid kamen bessere Vorschläge zu den Schulden und zu ihrer notwendigen Umstrukturierung auf den Tisch als jene, die wir bis Freitag hatten”

Presseamt des Ministerpräsidenten                                             01.07.2015

Botschaft des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras

Griechinnen und Griechen,wir befinden uns an einem kritischen Wendepunkt, der die Zukunft des Landes betrifft.

Der Volksentscheid am Sonntag berührt die Frage unseres Verbleibes oder Nicht-Verbleibes in der Eurozone nicht.

Er ist festgelegt und kann durch niemand angezweifelt werden.

Am Sonntag stimmen wir darüber ab, ob wir diese konkrete Vereinbarung annehmen, oder ob wir direkt und aufgrund des Urteils des Volkes den Anspruch auf eine nachhaltige Lösung geltend machen.

In jedem Fall möchte ich dem griechischen Volk versichern, dass es die feste Absicht der Regierung ist, eine Vereinbarung mit den Partnern zu erreichen, die den Bedingungen der Nachhaltigkeit und der Zukunftsperspektive entspricht.

Bereits nach unserem Entschluss zum Volksentscheid kamen bessere Vorschläge zu den Schulden und zu ihrer notwendigen Umstrukturierung auf den Tisch als jene, die wir bis Freitag hatten.

Wir ließen sie nicht unter den Tisch fallen. Sofort legten wir unsere Gegenvorschläge vor, in denen wir um eine nachhaltige Lösung baten und aus diesem Grund kam die Eurogroup gestern zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, sie wird heute Nachmittag erneut zu Gesprächen zusammentreten.

Wenn es einen positiven Ausgang gibt, werden wir unmittelbar darüber berichten. In jedem Fall wird die griechische Regierung am Verhandlungstisch bleiben, und zwar bis zum Ende. Sie wird auch am Montag dort sein, unmittelbar nach dem Volksentscheid und dann unter besseren Bedingungen für die griechische Seite.

Immer schon war das Urteil des Volkes viel stärker als der Willen einer Regierung. Und ich möchte wiederholen, dass die demokratische Wahl im Kern der europäischen Traditionen enthalten ist.
In sehr bedeutsamen Augenblicken der europäischen Geschichte haben die Völker mit Volksentscheiden Entscheidungen gefällt.

Das war in Frankreich und in vielen anderen Ländern beim Volksentscheid über die europäische Verfassung der Fall. Das ereignete sich in Irland, wo der Volksentscheid vorzeitig den Vertrag von Lissabon aufhob und zu einer Neuverhandlung führte, in der Irland bessere Bedingungen erzielte.
Leider hatten wir in Griechenland andere Maßnahmen und Lasten.

Ich persönlich hätte von einem demokratischen Europa nie erwartet, dass die dringende Notwendigkeit nicht wahrgenommen wird, einem Land den Raum und die Zeit zu gewähren, um über seine Zukunft souverän abzustimmen.
Die Dominanz extrem konservativer Kreise hatte die Entscheidung zur Folge, den Banken des Landes die Luft abzuschnüren. Mit dem offenkundigen Ziel, die Erpressung von der Regierung auf die Schultern jedes einzelnen Bürgers abzuwälzen.

Es ist in einem Europa der Solidarität und der gegenseitigen Achtung wirklich nicht hinnehmbar, dass wir solche schändlichen Bilder haben.
Die Banken zu schließen, genau weil die Regierung beschlossen hat, dem Volk das Wort zu geben.
Und Tausende von alten Menschen sich abquälen zu lassen, für deren Renten die Regierung trotz des finanziellen Würgegriffs Sorge getragen und deren ordnungsgemäße Überweisung auf ihre Konten sie sichergestellt hat.
Diesen Menschen gegenüber sind wir eine Erklärung schuldig.
Um unsere Renten zu schützen, kämpfen wir diese ganzen Monate.
Um euer Recht auf eine würdevolle Rente zu schützen und nicht auf ein einfaches Trinkgeld.

Die Vorschläge, zu deren Unterzeichnung wir gepresst werden sollten, verlangten die drastische Herabsenkung der Renten.
Und deshalb haben wir abgelehnt.
Und deshalb rächen sie sich heute an uns.
Der griechischen Regierung wurde ein Ultimatum zur Umsetzung des genau gleichen Rezepts und aller noch ausstehenden, bisher nicht umgesetzten Teile des Memorandum, gestellt.
Und das ohne irgendeine Voraussage zu den Schulden oder zur Finanzierung.
Das Ultimatum wurde nicht akzeptiert.
Der auf der Hand liegende Ausweg war es, uns an das Volk zu wenden, weil es in der Demokratie keine Ausweglosigkeit gibt.
Und das setzen wir in die Tat um.
Ich weiß sehr gut, dass in diesen Stunden die Sirenen der Katastrophe aufheulen.
Sie erpresse euch und fordern euch auf mit JA allen Maßnahmen zuzustimmen, die von den Gläubigern verlangt werden und zwar ohne jedes Gegenangebot für einen Ausweg aus der Krise.
Dass auch ihr, so wie in jenen schlechten Tagen des Parlaments, die wir hinter uns gelassen haben, JA zu allem sagt.
Dass auch ihr eins werdet mit ihnen.
Mittäter in der Verewigung der Memoranden.
Und andererseits stellt das Nein nicht nur einfach eine Parole dar.
Das Nein ist ein entschlossener Schritt hin zu einer besseren Vereinbarung, deren Unterzeichnung wir unmittelbar nach dem Ergebnis am Sonntag beabsichtigen.
Es stellt ein lupenreines Votum des Volkes darüber dar, wie es am folgenden Tag leben wird.
Nein heißt nicht Abbruch der Verhandlungen, aber Rückkehr zu einem Europa der Werte.
Nein heißt starker Druck für eine ökonomisch nachhaltige Vereinbarung, die eine Lösung für die Schulden vorsieht, sie nicht ausspart, die unseren Versuch nicht auf ewig untergräbt, die griechische Wirtschaft und Gesellschaft aufzurichten.
Nein heißt starker Druck für eine sozial gerechte Vereinbarung, die die Lasten auf „die Habenden“ umverteilt und nicht auf die Lohnempfänger und Rentner.
Eine Vereinbarung, die damit kurzfristig das Land wieder an die internationalen Finanzmärkte zurückführt, so dass die Aufsicht und die Vormundschaft beendet werden.
Eine Vereinbarung, die jene Reformen beinhaltet, welche ein für alle Male die Ernährer des Filzes zur Rechenschaft zieht, die all diese Jahre das politische System gemästet haben.
Und die gleichzeitig der humanitären Krise die Stirn bietet, also ein umfassendes Sicherheitsnetz für all diejenigen schafft, die sich heute am Rand befinden, und das genau wegen der über jahrelang in unserer Heimat umgesetzten Politik.

Griechinnen, Griechen,

Ich bin mir über die Schwierigkeiten bewusst.
Ich verpflichte mich persönlich dazu, alles zu tun, was in meiner Hand liegt, so dass diese Schwierigkeiten vorübergehend bleiben.
Einige bestehen darauf, das Ergebnis des Volksentscheids mit dem Verbleib des Landes im Euro zu verbinden.

Sie sagen sogar, das ich den geheimen Plan in der Hinterhand hielte, das Land im Falle eines Nein aus dem Euro herauszuführen.
Sie sagen bewusst die Unwahrheit.
Alle, die sie sagen, sind die gleichen, die sie schon in der Vergangenheit gesagt haben.
Alle, die sie sagen, erweisen dem Volk und Europa einen sehr schlechten Dienst.
Im Übrigen wisst ihr, ich selbst war vor einem Jahr bei den Europawahlen Kandidat für den Vorsitz der Europäischen Kommission.

In Gegenwart der Europäer habe ich auch damals die Position formuliert, dass die Kürzungspolitik aufhören muss, dass die Memoranden keinen Ausweg aus der Krise weisen.
Dass das in Griechenland umgesetzte Programm gescheitert ist.
Dass Europa aufhören muss, sich undemokratisch zu verhalten.
Wenige Monate nach dem Januar 2015, hat uns das Volk diese Wertschätzung bewiesen.
Leider beharren Einige in Europa darauf, dem ihr Verständnis zu verweigern, ihr Eingeständnis zu verweigern.

Alle, die ein Europa wollen, das einer autoritären Logik verhaftet bleibt, einer Logik der Missachtung der Demokratie; alle, die ein Europa wollen mit einer oberflächlichen Einheit und als inneren Klebstoff den IWF, sind keine Visionäre für Europa.
Es sind zaghafte Politiker, denen es unmöglich ist, als Europäer zu denken.
In ihrer Nähe, neben ihnen, plant das politische System des Inlandes jetzt, nachdem es das Land in den Bankrott geführt hat, die Lasten auf uns abzuwälzen; auf uns, die wir versuchen den katastrophalen Weg zu beenden. Und sie träumen sogar von ihrer kompletten Wiedereinsetzung.

Sie planten sie und sie planen sie, ungeachtet dessen, ob wir ein Ultimatum akzeptieren würden oder nicht, zumal sie öffentlich einen eingesetzten Ministerpräsidenten forderten, der ihre Wiedereinsetzung ausführen würde, oder ob wir nun dem Volk das Wort geben.
Sie sprechen über einen Putsch. Die Demokratie ist aber kein Putsch, die eingesetzten Regierungen sind ein Putsch.

Griechinnen und Griechen,

ich will euch von Herzen danken für die Nüchternheit und die Besonnenheit, die ihr in jeder Stunde dieser schwierigen Woche beweist.
Ich will euch versichern, dass diese Situation nicht lange anhält.
Sie wird kurzfristig sein.
Die Löhne und Renten werden nicht verloren gehen.
Die Einlagen der Bürger, die beschlossen haben, ihr Geld nicht ins Ausland zu bringen, werden nicht auf dem Altar der Machbarkeit und der Erpressungen geopfert.
Ich persönlich übernehme die Verantwortung für die Lösung unmittelbar nach dem demokratischen Verfahren.
Gleichzeitig rufe ich euch aber dazu auf, diesen Verhandlungsversuch zu unterstützen, ich rufe euch dazu auf, gemeinsam NEIN zu den Rezepten der Memoranden zu sagen, die Europa zerstören.
Ich rufe euch dazu auf, die Perspektive auf eine nachhaltige Lösung zu bejahen.
Dass wir eine hell leuchtende Seite der Demokratie aufschlagen.
Und eine sichere Hoffnung auf eine bessere Vereinbarung.
Es ist unsere Verantwortung gegenüber unseren Eltern, gegenüber unseren Kindern, gegenüber uns selbst.
Es ist unsere Schuld gegenüber unserer Geschichte.
Ich danke Euch.

Quelle: Botschaft des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras vom 1. Juli | griechenlandsolidarität

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OXI-Aktionen in mehr als einem Dutzend deutschen Städten | griechenlandsolidarität

AFISA-ENGLISH.inddFreitag, 3. Juli 2015 – 16:00 Uhr Demonstration in Bremen
https://www.facebook.com/events/761829563925385/

Freitag, 3. Juli 2015 – 17:00 Uhr Kundgebung in Frankfurt/Main
https://www.facebook.com/events/877818575634015/

Freitag, 3. Juli 2015 – 18:00 Uhr Demonstration in Berlin
https://www.facebook.com/events/1442089856100568/

Freitag, 3. Juli 2015 – 18:00 Uhr Kundgebung in Hamburg https://www.facebook.com/events/1493959207562753/

Freitag, 3. Juli 2015 – 18:00 Uhr Kundgebung in Düsseldorf
https://www.facebook.com/events/1450517598603401/

Freitag, 3. Juli 2015 – 18:00 Uhr Demonstration in Freiburg
https://www.facebook.com/events/1611975505744268/

Freitag, 3. Juli 2015 – 18:00 Uhr Demonstration in Köln
https://www.facebook.com/events/107457979596599/

Freitag, 3. Juli 2015 – 18:00 Uhr Kundgebung in Lübeck
https://www.facebook.com/events/1663730860506783/

Freitag, 3. Juli 2015 – 18:00 Uhr Kundgebung in Stuttgart
https://www.facebook.com/events/936663203064257/

Freitag, 3. Juli 2015 – 18:00 Uhr Kundgebung in Münster
https://www.facebook.com/events/1609211509361790/

Freitag, 3. Juli 2015 – 18:00 Uhr, Bochum
http://bit.ly/1C21Qq9

auch am Samstag und am Freitag

Samstag, 4. Juli 2015 – 11:00 Uhr Kundgebung in Mannheim
https://www.facebook.com/events/846618722040017/

Do. 2. Juli – 19:00 Uhr Öffentliche Versammlung Osnabrück
https://www.facebook.com/events/878969638848626/AFISA-ENGLISH.indd

 

 

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Tsipras: die Demütigung eines ganzen Volks zum Ziel

Alexis-Tsipras“Autoritarismus und brutale Austerität versus Demokratie”

Übersetzung der Rede, die Ministerpräsident Tsipras in der Nacht vom 26. zum 27. Juni im griechischen Fernsehen an die Bevölkerung hielt:

Liebe Griechen und Griechinnen,
seit sechs Monaten kämpft die griechische Regierung darum, unter den Bedingungen eines beispiellosen  wirtschaftlichen  Würge- griffs, das Mandat umzusetzen, das ihr uns gegeben habt.

Ihr habt uns den Auftrag gegeben, in Verhandlungen mit unseren europäischen Partnern die Austeritätspolitik zu beenden, damit Wohlstand und soziale Gerechtigkeit in unser Land zurückkehren können. Es war ein Mandat für ein nachhaltiges Abkom- men, das sowohl unsere Demokratie als auch die gemeinsamen euro- päischen Regeln respektiert und das es uns endlich ermöglicht, die Krise zu überwinden.

Während der gesamten Phase der Verhandlungen wurde von uns verlangt, dass wir das von der letzten Regierung akzeptierte Memorandum umsetzen sollen, obwohl dieses von den Griechinnen und Griechen bei den letzen Wahlen kategorisch abgelehnt worden war.
Doch nicht eine Minute lang haben wir daran gedacht, uns zu unterwerfen und euer Vertrauen zu verraten.

Die ganze Rede auf deutsch: Hier

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Erklärung des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras 28.06.2015

Presseamt des Ministerpräsidenten 28.06.2015

Erklärung des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras

Die gestrige Entscheidung der Eurogroup, dem Gesuch der griechischen Regierung nach einer wenige Tage umfassenden Verlängerung des Programms, in denen sich das Volk zum Ultimatum der Gläubiger äußern kann, nicht zu entsprechen, verkörpert für europäische Verhältnisse offenkundig einen Akt, der das Rechts eines souveränen Staates auf ein demokratisches Votum, auf das höchste und heilige Recht der Meinungsäußerung, infrage stellt.

Diese Entscheidung hat heute dazu geführt, dass die EZB die Liquidität der griechischen Banken nicht erhöhen wird und die Bank von Griechenland zur Inkraftsetzung von Maßnahmen der Bankenschließung und der Beschränkung der Bankabhebungen gezwungen. Es ist mehr als sicher, dass dieser Beschluss kein anderes Ziel verfolgt, als den Willen des griechischen Volkes unter Druck zu setzen und das normale demokratische Verfahren des Volksentscheides zu behindern.

Sie werden es nicht schaffen. Diese Schritte werden genau das Gegenteil bewirken. Sie werden das griechische Volk nur noch mehr in seiner Wahl bestätigen, die nicht hinnehmbaren Vorschläge des Kürzungsprogrammes und die Ultimaten der Gläubiger abzulehnen.

Eine Sache bleibt jedoch gewiss: Die Verweigerung einer nur wenige Tage umfassenden Verlängerung und der Versuch der Entwertung eines der wertvollsten demokratischen Verfahren stellt einen Akt der Entwürdigung und der größten Schande für die demokratische Tradition Europas dar.

Aus diesem Grund habe ich heute erneut die Bitte um eine kurzzeitige Verlängerung vorgebracht, in diesem Fall beim Vorsitzenden des Europarates und bei den 18 Regierungschefs der Länder der Eurozone, ebenso wie bei den Leitungen der EZB, der Kommission und des Europaparlaments. Ich erwarte ihre unverzügliche Reaktion auf eine begründete Forderung nach Demokratie.

Es sind die Einzigen, die so bald wie möglich, sogar noch heute Abend, den Entschluss der Eurogroup wenden und der EZB die Möglichkeit geben können, den Liquiditätsfluss der Banken wiederherzustellen. Dessen ungeachtet ist in den nächsten Tagen Nüchternheit und Geduld in jedem Fall erforderlich.

Die Bankeinlagen der Bürger bei den griechischen Banken sind absolut sichergestellt.
Ebenso sichergestellt ist auch die Überweisung von Gehältern und Renten.

Jedweden auftretenden Schwierigkeiten muss mit Besonnenheit und Entschlossenheit begegnet werden. Je besonnener wir den Schwierigkeiten begegnen, desto eher werden wir sie überwinden und desto milder werden ihre Auswirkungen sein.

Wir haben heute die Möglichkeit, uns selbst und der ganzen Welt zu beweisen, dass das Recht gewinnen kann. Wir haben ein weiteres Mal die historische Chance, eine Botschaft der Hoffnung und der Würde nach Europa und in die ganze Welt hinaus zu schicken.

Und mögen wir uns daran erinnern: In diesen kritischen Stunden, in denen wir uns alle mit der Größe unserer Geschichte messen, ist unsere einzige Angst die Angst. Wir werden es nicht zulassen, dass sie über uns siegt.
Wir werden es schaffen.

Die würdevolle Haltung der Griechen gegenüber den Erpressungen und dem Unrecht wird eine Botschaft der Hoffnung und des Stolzes nach ganz Europa hinaus schicken.

Übersetzung: CS

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Schluss machen mit Schuldendienst für Banken !

Streicht Griechenlands Schulden!

Jahrelang wurde in Griechenland gekürzt, gespart und gestrichen. Die Folgen: Die Wirt- schaft brach ein, die Menschen verarmten und die Schulden stiegen weiter. Die sogenan- nten „Rettungsgelder“ flossen großteils an den Finanzsektor.

Diese falsche Politik hat die Krise in Griechenland so stark vertieft, dass sich das Land ohne Schuldenerleichterung unmöglich erholen kann. Die Initiative „Cancel Greek Debt“ wird von mehr als 45 Organisationen unterstützt.

HIER geht es zur internationalen Seite.

Unterzeichnen auch Sie die Petition: Schluss mit der Verarmungspolitik – streicht Griechenlands Schulden!

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