Euro-Krise: Schäuble soll Athen zum Euro-Austritt geraten haben – Aktuell – FAZ

Euro-Krise Schäuble soll Athen zum Euro-Austritt geraten haben

Finanzminister Wolfgang Schäuble soll der griechischen Regierung im Jahr 2011 zunächst den Austritt aus der Euro-Zone nahegelegt haben. Das berichtet der frühere Finanzminister Evangelos Venizelos.

04.01.2015

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble soll dem stellvertretenden griechischen Ministerpräsidenten Evangelos Venizelos bereits im Jahr 2011 den Austritt aus der Eurozone nahegelegt haben. Das sagte Venizelos gegenüber der griechischen Zeitung Katimerini, wie Zeit Online berichtet. Der Austritt aus der Währungszone sollte im gegenseitigem Einvernehmen erfolgen und damit „freundschaftlich“ sein. Schäuble und die anderen Europartner hätten angeboten, zu helfen, den sanften Übergang in den Drachme zu schaffen. Venizelos berichtet in dem freimütigen Interview, er habe Schäuble aber umstimmen können. Er habe besonders betont, dass ein Euro-Austritt Konsequenzen haben könne, die nicht mit bloßem Auge sichtbar seien. Dem Vernehmen nach soll das Gespräch in der Bar eines Hotels im polnischen Breslau im November stattgefunden haben. Im Jahr 2011 war Venizelos noch griechischer Finanzminister.

 

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Das Lebensthema des Manolis Glezos

Neues Deutschland 31. 12. 2014

Das Lebensthema des Manolis Glezos

Griechischer Widerstandskämpfer, Syriza-Politiker und Europaabgeordneter: »Die deutschen Kriegsschulden sind noch nicht beglichen!«

Brüssel. Ungefähr ein Jahr würde er im Europaparlament bleiben, hatte Manolis Glezos zu Beginn der Legislaturperiode im Juni 2014 angekündigt. »Dann ist es wohl genug – und außerdem finde ich Rotation gut!« Dass Glezos seine Mandatszeit abkürzen wollte, verübelte ihm in Brüssel und Straßburg niemand. Der Südgrieche mit dem großen Schnurrbart und dem wilden, schlohweißen Haar ist in Griechenland eine Art Nationalheld. Er ist mittlerweile 92 Jahre alt.

weiterlesen:  31.12.2014: Das Lebensthema des Manolis Glezos neues-deutschland.de.

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31.12.2014: Dreist und gefährlich

Dreist und gefährlich

Tom Strohschneider über den »Bild«-Wahlkampf gegen Syriza, eine NS-Zwangsanleihe von 1942 und die offene Frage von Reparationen an Griechenland

Die »Bild«-Zeitung, selbst ernanntes Apo-Blatt, ist schwer im Wahlkampf – gegen die linke Syriza in Griechenland. »Europa in Angst«, schlagzeilt Springers Kombinat für Vorurteile angesichts der bevorstehenden Neuwahlen im Januar. Alexis Tsipras habe sich auf Deutschland »eingeschossen«, heißt es in unnachahmlicher historischer Sensibilität – immerhin geht es der »Bild« auch um Ansprüche, die in Griechenland wegen der Nazi-Besatzung im Zweiten Weltkrieg erhoben werden. »Sogar Reparationszahlungen« würden von Syriza geltend gemacht. Sogar! »Bild« nannte diese schon am Dienstag »dreist und gefährlich«. Nun wird unter der Überschrift »Hetz-Protokolle des linken Griechen« nachgelegt.

 

via 31.12.2014: Dreist und gefährlich neues-deutschland.de.

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Konkursverschleppung – Offener Brief von Gregor Kritidis

Offener Brief von Gregor Kritidis an Hannoversche Allgemeine Zeitung

Geben die Griechen das Sparen auf?“ HAZ v. 30.12.2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

folgenden Leserbrief habe ich heute an die Hannoversche Allgemeine geschickt. Ich habe mich bewußt auf den Aspekt der wirtschaftlichen Entwicklung beschränkt, um der zukünftigen Mythenbildung, die Politik der Troika habe mit der ökonomischen Lage nichts zu tun, entgegenzuwirken.
„Konkursverschleppung

Es ist bemerkenswert, wie kritiklos die Bundesregierung und insbesondere Finanzminister Schäuble sich die Behauptungen der griechischen Regierung, die wirtschaftliche Lage in Griechenland habe sich gebessert, zu eigen gemacht hat. Das Gegenteil ist der Fall, Griechenland ist noch viel tiefer in der Krise als 2009:

Betrugen die Staatsschulden 2009 rund 130 Prozent des Bruttoinlandprodukts, sind es Ende 2014 trotz des Schuldenschnitts 2012, der vor allem zu Lasten der griechischen Sozialversicherungskassen ging, rund 175 Prozent. Die griechische Wirtschaft ist seit 2010 um gut ein Fünftel eingebrochen, und das Wirtschaftswachstum im letzten Quartal, das die Regierung Samaras 2014 für sich als Erfolg reklamiert, ist mathematischer Natur: Da die Preise schneller sinken als die Wirtschaft schrumpft, ergibt sich das Wachstum nur auf dem Papier. Tatsächlich ist die Ökonomie in einer deflationären Abwärtsspirale.

Es wäre also höchste Zeit, die Politik der Konkursverschleppung zu beenden und sich den Tatsachen zu stellen. Das würde bedeuten, anzuerkennen, dass das Austeritätsprogramm für Südeuropa gescheitert und daher eine Umschuldung unvermeidlich geworden ist, unabhängig davon, welche politischen Kräfte im Laufe des Jahres gewählt werden.“


Dr. Gregor Kritidis
Dieckbornstrasse 10
30449 Hannover

Gregor Kritidis: Griechenland – auf dem Weg in den Maßnahmestaat?
Autoritäre Krisenpolitik und demokratischer Widerstand (=Kritische Interventionen, Band 13)

Mehr unter: www.offizin-verlag.de/Kritische-Interventionen

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Nein zur Terrorisierung des griechischen Volkes, nein zur Einmischung aus Berlin…

Nein zur Terrorisierung des griechischen Volkes, nein zur Einmischung aus Berlin und Brüssel in den Wahlkampf in Griechenland zu Gunsten der Regierung Samaras.

Deutsche Träger, Gruppen, Politiker, Gewerkschaftler, Aktivisten und Persönlichkeiten unterzeichnen ein Manifest gegen die neue Kampagne zur Terrorisierung des griechischen Volkes durch griechische und ausländische Massenmedien und Politiker anlässlich der Präsidentschaftswahl und der Möglichkeit vorgezogener Parlamentswahlen. Sie erklären ihre Solidarität mit den Arbeitern, den griechischen Volk im Kampf für die Beendigung der barbarischen neoliberalen Politiken und den Sturz der Memoranden in ganz Europa!

aus: www.griechenland-blog.gr/2014/12/deutsches-nein-zur-terrorisierung-der-buerger-in-griechenland/2134077/.

vollständiger Text Attac:  http://www.attac-netzwerk.de/hamburg/ags/sozialpolitik/griechenland/

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Präsidentenwahl in Athen gescheitert

Griechenland

Präsidentenwahl in Athen gescheitert

Entscheidung in Athen: Auch im dritten Anlauf hat es Präsidentschaftskandidat Stavros Dimas nicht geschafft, das Parlament hinter sich zu bringen. Drohen jetzt dem Euroraum neue Turbulenzen?

Das Euro-Krisenland Griechenland steht vor Neuwahlen. Der frühere EU-Kommissar Stavros Dimas verfehlte verfehlte bei der Präsidentenwahl im Athener Parlament mit 168 Ja-Stimmen die notwendige Mehrheit von 180 der 300 Abgeordneten. Noch bevor das Votum zu Ende war, hatten sich mehr als 121 der insgesamt 300 Abgeordneten der Stimme enthalten. Ministerpräsident Antonis Samaras kündigte vorgezogene Parlamentswahlen für den 25. Januar an.

Griechen vor Neuwahl – neue Eurokrise? | Aktuell Europa | DW.DE | 29.12.2014.

 

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Brief von Eurydike

Brief von Eurydike

(Manfred Klingele hatte gefragt, weshalb Samaras die Präsidentenwahl und damit die unvermeitlichen Neuwahlen des Parlaments vorgezogen hat.)

Lieber Manfred,
deine Frage erinnert mich an den Anruf eines Kollegens aus Brüssel, nach dem 2011 Papandreou ein Referendum angekündigt hatte. Er wollte von mir wissen, was zur Hölle dieser sich dabei gedacht hatte.
Meine damalige Antwort war die gleiche, die ich jetzt habe: Verzweifelte Umstände zwingen Politiker zu verzweifelten Maßnahmen. Papandreou hatte sich nicht plötzlich in die Demokratie verliebt; er war lediglich nicht mehr in der Lage, gleichzeitig mit dem Druck der Öffentlichkeit und dem der Gläubiger fertig zu werden. Sein Pokerspiel schlug fehl, und einige Tage später wurde er zum Rücktritt gezwungen.
Heute das gleiche. Samaras ist gestern elendig gescheitert, indem er nur 160 Stimmen bekam. Damit ist offen, ob er bis zu den Parlamentswahlen an der ND-Spitze überleben kann oder ob seine Partei ihn sogar noch davor ersetzt. Wenn – was außer Frage steht – die Regierung auch am 29. Dezember (nicht am 27, wie zunächst angekündigt) keine 180 Stimmen zusammen bekommt, wird es Wahlen geben, und zwar höchst wahrscheinlich am 25. Januar.

Es gibt bereits eine unglaubliche Angst-Kampagne. Es ist sehr vielsagend in Bezug auf die Absichten der EU, wie unverfroren sowohl Juncker (Konservative) als auch Moscovisci (Sozialisten)* gegen Syriza intervenieren. Es fühlt sich wirklich ganz wie in der Zeit vor den Wahlen 2012 an, mit dem Unterschied, dass diesmal Wut und Verzweiflung größer als die Furcht sind und Syriza gewählt werden wird.

Ich denke, dass überall in Europa die Leute beschämt darüber sein sollten, was aus der EU geworden ist, darüber, wie sie die Demokratie zerquetscht. Es fühlt sich wirklich an, als gäbe es nur zwei Alternativen: Entweder du gehorchst dem schärfsten neoliberalen Diktat oder du bist draußen.

Natürlich: Wenn Syriza an die Macht kommt, wird die Theorie des „guten Euro“, die Theorie, dass innerhalb des derzeitigen institutionellen Rahmens Spielraum für Verbesserungen vorhanden ist, solange es genug politischen Druck gibt, einem Praxis-Test unterworfen.

Diejenigen, die an diese Theorie glauben – und auch jene Linke, die, wie ich, nicht an sie glauben – werden so hart, wie sie können, daran arbeiten müssen, diesen Druck zu erhöhen.

Statt eines Abschiedsgrußes ende ich mit dem Syriza-Slogan von 2012, der heute realer denn je erscheint.

Ηρθε η ώρα της Αριστεράς! (Die Zeit der Linken ist gekommen)

Eurydike

* Den musste ich auch nachschlagen. Pierre Moscovici (PS Frankreich) ist neuer EU-Wirtschafts- und Finanzkommissar. (Wolfgang)

 

Englisch

Brief von Eurydike

Lieber Manfred! Your question reminds me of the colleague who called from Brussels, right after Papandreou announced a referendum in 2011, to ask what the hell was he thinking.
My answer then was the same as now. Desperate situations force leaders to take desperate steps.
Papandreou wasn’t suddently in love with democracy, he was simply unable to cope with both the pressure from society and the pressure from the creditors at the same time. His gamble failed and he was ousted a few days later.
Same thing now. Samaras failed miserably yesterday, getting only 160 votes. It is now open whether he ll survive at the ND leadership until the parliamentary elections or whether his party will unseat him even before that. When (not if) the government fails to get 180 votes on december 29th (not 27th, as was first announced) then there ll be elections, most probably January 25th.
There is already an incredible campaign of scaremongering going on. It is very telling of what the EU is all about that Juncker (conservative) and Moscovisci (socialist) both intervened so unabashedly against Syriza. It really feels like the 2012 pre-election period all over again, except for the fact that this time, anger and desperation will be stronger than fear and Syriza will be elected.
I think people all over Europe should be ashamed of what the EU has become, of how it squashes democracy. It really feels like you are either compliant with the harshest neoliberal diktats, or you re out.

Of course, when Syriza comes to power, the theory of the „good euro“, the theory that there are margins for improvement within the present institutional framework, as long as there is enough political pressure, will be put to the test.
Those who believe in this theory (and also left wingers who dont, as myself) must work as hard as they can to increase that pressure.

Instead of goodbye, I ll end with the Syriza slogan from 2012, that now seems more real than ever.

Ηρθε η ώρα της Αριστεράς! (The time of the left has come)

Eurydike

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