Es war ganz gut, dass wir früh aufgestanden waren und uns am Sonntag auf dem 11. Kölner Edelweisspiratenfest einen guten Standplatz auswählen konnten.
Auch die intensive Vorbereitung mit Arbeitsaufgaben und Schichtplan für den Stand entfalteten eine positive Wirkung. Sobald man die Treppen heraufstieg, erblickte man unseren Efeu umrankten GSKK Stand.
Das ging auch mehreren tausend Besuchern des Festivals so und unser Stand weckte bei vielen Interesse. Eifrig verteilten wir mehrere hundert Exemplare der Ausgaben des „Faktencheck Hellas“ gemeinsam mit unserem GSKK-Flyer.
Viele Besucher hatten auch das Bedürfnis, an dem Stand ihre Sicht auf die Lage in Griechenland zu diskutieren. Die verwirrenden und widersprüchlichen Meldungen in den Medien hinterliessen bei vielen das Empfinden, dass dort eh „nur getrickst“ werde, um die Banken noch fetter werden zu lassen.
Interessant war auch, dass manchmal einige sehr junge Leute in der Lage waren, genau die Meldungen zu benennen, die sich gegenseitig widersprechen.
Es gibt sie also doch, die kritischen Leser/innen, die genauer hingucken, um sich ein eigenes Bild machen zu können.
Mitglieder der griechischen Gemeinde Köln und die jungen Mitglieder der Gruppe Antilog waren ebenfalls an unserem Stand aktiv.
Wir konnten bis auf wenige Exemplare unseren Bestand der „Solidaritätsseife“ von der VIO.ME Belegschaft verkaufen.
Gegen 17 Uhr erlebten die Festivalbesucher einen heftigen aber kurzen Regenschauer. Der Stand wurde kurze Zeit mit Plastik abgedeckt und danach ging es wie zuvor mit Musikbegleitung weiter.
Von den tiefer gelegenen Bühnen wurden wir von zwei Seiten mit Musik belebt und nebenan an den Ständen gab es kulinarisches aus Afrika und Südamerika.
Den Veranstaltern des Festivals ein herzliches „Danke“!
Alles in allem ein Erfolg für uns und die Veranstalter – machen wir also weiter und organisieren weitere Erfolge.
Lieber Sigmar, es reicht!
Wir haben uns ja schon öfter gefragt, welche Überlegungen hinter so manchem öffentlichkeitswirksamen Auftritt unseres Parteivorsitzenden stehen. Mit deinem Gastbeitrag zum drohenden Euroaustritt Griechenlands hast du dich aber in vielerlei Hinsicht selbst übertroffen. In Europa wachse die Stimmung „Es reicht“, erzählst du da in jener Bildzeitung, die seit Beginn der Krise mit blanker Hetze gegen „die faulen Griechen“ die Stimmung an den deutschen Stammtischen anheizt. Gemeint hast du damit die erneut stockenden Verhandlungen über Schuldenschnitte und Kredite mit der griechischen Regierung. Du redest von „Spieltheoretikern“ und „Zockern“, von „Kommunisten“ und „überzogenen Wahl- versprechen“. Und, damit der sprichwörtliche deutsche Stammtisch auch brav applaudiert, müssen natürlich auch wieder die „deutschen Arbeitnehmer und ihre Familien“ herhalten.
Veröffentlicht unterGriechenland|Verschlagwortet mitSigmar Gabriel, SPD|Kommentare deaktiviert für Offener Brief der Jusos Bayern an Sigmar Gabriel – Jusos Bayern
Einen Angriff auf die griechische Regierung, das griechische Volk aber auch auf die mit Griechenland solidarischen Deutschen unternimmt erneut die konservative
“Welt”. Diesmal wird die Geschichte bemüht, um vor der Gefährlichkeit der Griechen für Europa zu warnen. Die Angst des Autors, die er seinen konservativen Lesern vermitteln möchte, um sie gegen die Griechen und Griechenlandfreunde im Land aufzuhetzen, ist in diesen beiden Sätzen gut wiedergegeben: “Danach war an eine
Fortsetzung der bis dahin erfolgreichen osmanischen Offensive nicht mehr zu denken. Die Revolution hatte gesiegt und sollte 1830 auch Frankreich, Italien und Polen
erschüttern.”
Demnach kann der Kampf der Griechen nach Unabhängigkeit, Freiheit und soziale Gerechtigkeit damals wie heute andere Völker zur Nachahmung inspirieren und um mit den Worten des Autors zu sprechen, die erfolgreiche Bankenoffensive gegen die Völker Europas stören.
Die Edelweißpiraten waren Verbrecher –
nicht nur für die Nationalsozialisten, sondern lange auch in den Akten der Stadt Köln.
Ein Unding, befanden viele Kölner Bürger. So gründeten sie 2004 den Edelweiß- piratenclub, um das Andenken an diese mutigen Jugendlichen wach zu halten. Seitdem organisiert der Verein jedes Jahr umsonst und draußen das Edelweißpiratenfestival im Friedenspark.
In diesem Jahr nimmt das Griechenland Solidaritätskomitee mit einem Stand an dem Festival teil.
Wir sind hier oben auf dem längeren „Circle“ über dem 😎 Anfahrt über Rheinufer nicht möglich
Obwohl die Stadt Köln die Widerstandskämpfer nicht mehr als Verbrecher führe, dauerte es Jahrzehnte, bis sich 2012 endlich auch der damalige Oberbürgermeister als Schirmherr der Veranstaltung zur verfügung stellte. Mit zum Festival gehört auch ein Zeitzeugencafé, wo damalige Mitglieder der Edelweisspira- ten über ihren Widerstand berichten.
Mit zum Festival gehörten aber auch die Bühnen mit vielen Bands, die sich gegen rechts positionieren.Einer der bekanntesten und aktivsten Edelweisspiraten, Jean Jülich verstarb leider im Oktober 2011. 10. November 1944. Koeln-Ehrenfeld – an der Bahnunterführung Venloer Straße/ Hüttenstraße (heute in Bartholomäus-Schink-Straße umbenannt)
„Die Jungs sind angekommen, dann sind sie aufgestellt worden unter den Galgen. Die waren ja nicht zu erkennen. Man wusste nicht, ob es Erwachsene waren, Kinder waren. Man wusste gar nichts. Dann hieß es: „ Zieh weg ! “ Ja und dann wurde das Urteil verlesen, dann waren das Ehrenfelder Jungen, ganz bekannte Ehrenfelder Jungen, u.a. mein Bruder ! “ erzaehlte Karoline Banten, Schwester des ermordeten Edelweisspiraten Barholomaeus Schink. Ende der siebziger Jahre begann ich dem Schicksal dieser ermordeten Jungen, der Juengste war 16 Jahre alt, nachzugehen.
13 Menschen wurden ohne Gerichtsurteil und öffentlich vor über 400 Zuschauern,(die aus den umliegenden Klein- und Mittelbetrieben von den Faschisten gezwungen wurden, dabei anwesend zu sein), von Helfern des NS-Regimes exekutiert.
Sie nannten sich Edelweisspiraten. Halbwuechsige Stadtindianer, die Sand ins Getriebe der Nazimaschinerie streuten, die sich mit der HJ pruegelten, Lieder der buendischen Jugend sangen, Antikriegsparolen wie: „Raeder muessen rollen fuer den Sieg/ Nazikoepfe rollen nach dem Krieg“ an Bunkerwaende schmierten und einen Militärzug entgleisen liessen. Damals lebten noch viele Zeitzeugen und Angehoerige der Ermordeten in Koeln.
Sie waren wuetend und demoralisiert. Denn die Ermordeten von der Huettenstrasse waren nie als Widerstandskaempfer anerkannt worden, sondern galten in der Bundesrepublik Deutschland, wie bei den Nazis, als Kriminelle.
Als Beweis dafür dienten den „Wiedergutmachungsbehoerden“ die Protokolle der Gestapo und die Aussagen ehemaliger Folterknechte.
Nicht als Zeugen gehoert, wurden andere ehemalige Edelweisspiraten und Widerstandskaempfer, die mit den Jungen in Gestapohaft gesessen hatten.
Warum „Edelweiss“?
Edelweiss ist eine hoch oben in den Bergen wachsende schöne Blume, die man nur nach einer beschwerlichen Wanderung zu Gesicht bekommen kann und die unter Naturschutz steht. Die bündische Jugend war eine links orientierte Wanderbewegung, die aus der deutschen Romantik hervorgegangen war. An jedem Wochenende trafen sie sich, meist mit der Klampfe (Gitarre) zu einer Wandertour. Sie lehnten die bürgerliche Speissigkeit und militärischen Drill ab.
Es gab auch in Düsseldorf, Essen und besonders in Dortmund große Gruppen der bündischen Jugend, die sich auch oft „Navajos“ nannten. Nachdem die Faschisten die Macht übertragen bekommen hatten, wurde die lose organisierte Wanderbewegung aufgefordert, der Hitlerjugend beizutreten. Nur wenige folgten dieser Anweisung; im Rheinland blieben die meisten Gruppen ihrer Identität treu und wurden verboten.
Nach 1933 strömten viele oppositionelle Jugendliche in diese losen Zusammen- schlüsse von Jugendlichen auf, die ihre unangepasste Haltung durch betont lässige Kleidung, auffällige Frisuren, Hören von „undeutscher“ Musik oder durch gemeinsame gesellige Unternehmungen (besonders Freizeitfahrten) von Jungen und Mädchen demonstrierten. Eines der Erkennungsmerkmale dieser Jugendlichen war, besonders im Rheinland, ein Edelweißabzeichen, das unterm oder am Jackenaufschlag getragen wurde und zum Erkennungszeichen regimefeindlicher Einstellungen wurde.
Öfter kam es zu offenen Straßenschlachten zwischen dem Streifendienst der HJ und den Jugendgruppen. Einige Jugendliche gingen – allerdings erst später unter den chaotischen Bedingungen der Endkriegsphase – weiter und verübten Sabotageakte auf Rüstungsbetriebe oder Anschläge auf NSDAP-Funktionäre. Es kam auch zu Schusswechseln mit SS und Gestapo.
Gastbeitrag von Alexis Tsipras: Deutsche zahlen nicht für Griechen 17.06.2015 20:25 UhrVon Alexis Tsipras Exklusiv im Tagesspiegel: In seinem Gastbeitrag geht Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras scharf mit seinen Kritikern ins Gericht: „Wer behauptet, deutsche Steuerzahler kämen für die Löhne, Renten und Pensionen der Griechen auf, lügt.“
Veröffentlicht unterGriechenland|Kommentare deaktiviert für Alexis Tsipras im Tagesspiegel: Gastbeitrag von Alexis Tsipras: Deutsche zahlen nicht für Griechen – Politik – Tagesspiegel
Die Kommunistische Strömung in SYRIZA fordert die GenossInnen der Parteiführung und an der Regierungsspitze auf, keine Abstriche von den Wahlversprechen zu machen. Ohne Wenn und Aber müssen die versprochenen Maßnahmen des Programms von Thessaloniki umgesetzt werden! Wir appellieren an die Partei- und Regierungsspitze, die Bedeutung der Verhandlungen mit den VertreterInnen der Gläubiger und des internationalen Kapitals nicht überzubewerten.
Diese Verhandlungen werden keine Lösung für die grundlegenden Probleme der arbeitenden Bevölkerung in Griechenland bringen. Auf dem Verhandlungswege gibt es nur ganz wenig Spielraum. Unsere ganzen Anstrengungen müssen darauf abzielen, in Griechenland und Europa eine Massenbewegung aufzubauen, deren Ziel es ist, das Programm von Thessaloniki umzusetzen und internationale Solidarität von unten zu organisieren.
(Über)Leben unter dem Diktat der Institutionen „Troika“
Zur aktuellen Situation in Griechenland
Donnerstag, 11. Juni 2015, 19.30 Uhr, ZAKK, Studio, Fichtenstr. 40
Mit der Journalistin Natalia Sakkatou.
Natalia Sakkatou wurde 1962 als Tochter griechischer Eltern in Leverkusen geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Philosophie in Köln hat sie mehrere Jahre in London und fast anderthalb Jahrzehnte in Griechenland gelebt. Im Juli 2011 kehrte sie mit ihren zwei Kindern nach Deutschland zurück, besucht aber immer wieder – zuletzt im März/April dieses Jahres –ihre Heimat und kann so aus eigener Anschauung, und anhand zum Teil eigener Fotos, über die katastrophalen Folgen der Troika-Diktatur (und der willfährigen Kollaboration der früheren griechischen Regierungen) für die große Mehrheit der Bevölkerung berichten: die Erhöhung des Renteneintrittsalter – bei gleichzeitiger Kürzung der Renten; die Verlängerung der Arbeitszeit – bei gleichzeitiger Kürzung der Löhne; eine gigantische Massen- arbeitslosigkeit (von fast 50% bei Jugendlichen), ein zerrüttetes Gesundheitswesen und Bildungssystem. Aber auch von den so verzweifelten wie phantasievollen Bemühungen der Griechinnen und Griechen, durch solidarisches Zusammenstehen ihr Überleben und ein Leben in Würde zu sichern.
Musikalische Begleitung: Antonis Polemitis (Bouzouki) und Nina Chantsaridou (Piano) mit Liedern des antifaschistischen griechischen Widerstands.
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