Der lange Widerstand gegen den Goldabbau in Skouries

Beginn der Verwüstungen für den Goldabbau in Skouries (2012)

Von Ingrid Stipper
Reisebericht September 2019 der gewerkschaftlichen Reisegruppe aus Berlin

Tiefe Gräben zwischen Gegnern und Befürwortern

Wie jedes Jahr besuchten wir die Freundinnen und Freunde in Megali Panagia, ein Bergdorf nahe der im Bau befindlichen Mine in Skouries. Es liegt in einem einzigartigen Waldgebiet, das in seiner Vielfältigkeit und ökologischen Bedeutung einmalig in Europa ist. Dort wachsen Bäume, die zum Teil mehrere Hundert Jahre alt sind. Seit Jahrhunderten fühlen sich die Menschen dieser Region mit ihrem Land eng verbunden. Sie lebten und leben von der Holzwirtschaft, von der Walnussernte und sie produzieren Honig. Auf regionalen Märkten tauschten oder verkauften sie über lange Zeit hinweg ihre landwirtschaftlichen Produkte. Und seit Jahrhunderten wurden in dieser Region Erze abgebaut. Etliche Dörfer entlang der Küste haben eine lange Bergbautradition.

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Festung Europa

ARTE (Apr. 2020)

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Das Virus und die Flüchtlinge (Corona, Teil II)

von Niels Kadritzke | 21. April 2020 – Blog Griechenland, Le Monde diplomatique

Im Flüchtlingslager Ritsona breitete sich das Coronavirus Anfang April aus

In diesem zweiten Teil meines Berichts über den Coronavirus und seine Folgen in Griechenland geht es ausschließlich um die Lage einer besonders gefährdeten Personengruppe: der Flüchtlinge und Migranten, die in den griechischen Lagern auf den Inseln wie auf dem Festland untergebracht sind. Rückblickend werde ich auch auf die Flüchtlingskrise von Anfang März eingehen, die sich vor allem an Grenze zur Türkei in Thrazien abgespielt und das ganze Land in Atem gehalten hat. Die wichtige ökonomische Dimension der Corona-Krise, also die Auswirkungen auf das griechische Wirtschaftsleben, werde ich in einem dritten Teil behandeln.

Dass ich mich ausführlicher als geplant mit der Situation der Flüchtlinge auf griechischem Boden beschäftige, hat zwei Gründe. Zum einen sollte ihre verzweifelte Lage – und die Verletzung ihrer Rechte – auch dann nicht vergessen werden, wenn alle Welt nur noch von der Corona-Bedrohung redet. Zum anderen sind diese Flüchtlinge und Migranten auch gegenüber der Corona-Bedrohung die schwächste Gruppe, die weder in Griechenland noch auf offizieller EU-Ebene viele Fürsprecher hat.

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Wegen zwei Stromkabeln wird VIO.ME nicht dichtmachen

Η ΒΙΟΜΕ δεν θα κλείσει για δύο καλώδια
(mit deutschen Untertiteln)

Montag, den 30. März, 6:30 Uhr morgens
Δευτέρα 30 Μαρτίου 6:30 πρωϊ

Im Auftrag der Regierung hat eine Kolonne des staatlichen Stromversorgers (DEI) mit Unterstützung von Spezialeinheiten der Polizei die Stromversorgungder VIO.ME abgeschaltet.
Η κυβέρνηση έβαλε συνεργείο της ΔΕΗ με συνοδεία ΜΑΤνα κόψει το ρεύμα στη ΒΙΟΜΕ

Sie haben den Strom unter dem Vorwand abgeschaltet, dass unserProjekt illegal sei.
Κόβουν το ρεύμα με την πρόφαση ότι είμαστε παράνομοι

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Solidaritätserklärungen für Vio.Me

Dario Azzellini, Politikwissenschaftler/Soziologe, Berlin

Die Abschaltung der Stromversorgung der selbstverwalteten Fabrik Vio.Me ist eine Ungeheuerlichkeit. Vio.Me produziert Reinigungsmittel und Körperpflegeprodukte die gerade in Zeiten der Covid-19-Pandemie lebensnotwendig sind. Zudem ist Vio.Me ein Beispiel dafür wie in Zeiten von Deindustrialisierung und Krise Arbeiterinnen und Arbeiter erfolgreich einen Betrieb weiterführen können, der ökologisch vorbildhaft ist und zudem den Interessen der Gemeinschaft dient. Der Angriff auf Vio.Me ist nicht nur gegen die Arbeiterinnen und Arbeiter gerichtet, sondern auch gegen das Leben. Gruß, Dario Azzellini

Erasmus Schöfer, Schriftsteller, Köln

Ich verfolge die Arbeit der Arbeiterinnen und Arbeiter von Vio.Me mit
besonderer Sympathie, weil ich schon vor vierzig Jahren in Athen den Mord an Sotiria Vassilakopoulou und die gewaltigen Protestmärsche und die Beerdigung der Genossin miterlebt habe, so wie ich Mikis Theodorakis und Jannis Ritsos auf den Festen der KNE und der KKE leibhaftig begegnet bin. Ich war immer von Herzen solidarisch mit den Kämpfen der griechischen Genossinnen und Genossen und habe in meinen Büchern über sie geschrieben. Heute bin ich nicht altersweise sondern alterswütend darüber, dass die jetzige griechische Regierung versucht, euren zukunftsweisenden Arbeitskampf zu sabotieren! Und schließe mich allen an, die euch aus ganz Europa unterstützen. Erasmus Schöfer, Koeln

Gregor Kritidis, Sozialwissenschaftler, Hannover

(…) Für die sozialen Bewegungen nicht nur in Griechenland stellt Vio.Me eine paradigmatische Antwort auf die ökonomische und soziale Krise der Gegenwart dar. Die breite internationale Solidarität hat bisher dazu beigetragen, alle politischen und juristischen Versuche zu vereiteln, Vio.Me zum Scheitern zu bringen. Diese Solidarität ist keine Einbahnstraße: Die Belegschaft von Vio.Me stellt ihrerseits ihre Ressourcen allen zur Verfügung, die ihrer bedürfen; so wurden etwa Flüchtlingsinitiativen oder Gefängnisse mit dringend benötigter Seife und Reinigungsmitteln versorgt. Ende März hat der staatliche Stromversorger DEI die wegen der Corona-Krise verhängte Ausgangssperre genutzt, um mit Hilfe der Polizei in einer Nacht und Nebel-Aktion Vio.Me von der Stromversorgung abzutrennen. Um dauerhaft die Produktion auf dem bisherigen Niveau aufrecht zu erhalten, muss dringend ein Generator für Bio-Diesel beschafft werden. Die Vio.Me-Belegschaft hat dazu einen Spendenaufruf gestartet. In Deutschland hat die Griechenland-Solidaritäts-Komitee Köln die Koordination dazu übernommen. Helft mit, dass die Produktion bei Vio.Me weitergehen kann! Mit besten Grüßen Gregor Kritidis

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Der gefolterte Mensch

Zum Tod des griechischen Autors und Linken Periklis Korovessis

Von Hansgeorg Hermann, 17.4. 2020 – Junge Welt

www.ert.gr (2016)

Im Herbst 2018 sprach Periklis Korovessis in seiner Wohnung in Athen mit jungen griechischen Journalisten. Sie hatten ihn darum gebeten, sich selbst politisch einzuordnen. Der Wunsch schien insofern berechtigt, als der Schriftsteller und ehemalige Parlamentsabgeordnete zwar ohne Zweifel sein Leben lang ein Linker war, sich aber regelmäßig die Freiheit herausgenommen hatte, politischen Parteien und Formationen nur eine Zeitlang anzugehören und sie schnell wieder zu verlassen, wenn die typischen Korruptionsprozesse der repräsentativen Demokratie an ihnen zu nagen begannen. Seine Antwort gab Periklis – nach kurzem Nachdenken, im Ohrensessel sitzend, ein Glas Raki in der Hand – zunächst zögernd und dann doch entschlossen: »Ich weiß nicht, ob ich ein Bürgerlicher bin oder ein Linker; was ich will, ist, nicht als Arschloch zu sterben.«

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Warum Griechenland nicht Italien ist (Corona, Teil I)

von Niels Kadritzke | 12. April 2020, LE MONDE diplomatique, Blog Griechenland

„Die Corona-Krise schlägt uns alle in Bann. Sie bestimmt die Prioritäten des eigenen Arbeitens und Nachdenkens, wie auch die Aufmerksamkeit für Probleme der näheren und weiteren Umgebung. Warum also noch über Griechenland schreiben?

22.03.2020, Griechenland, Athen: Eine Frau überquert eine menschenleere Allee, die die südlichen Vororte Athens mit dem Zentrum verbindet, im Vorort Argyroupolis. Foto: Yorgos Karahalis

Seit einiger Zeit habe ich ohnehin den Eindruck, dass das Interesse für das Land, für seine Menschen und deren Probleme rapide nachgelassen hat – zumal bei einem linken Leserpublikum.(1) Auch deshalb empfand ich die selbstauferlegte “Chronistenpflicht” in Sachen Griechenland immer stärker als eine Bürde, die der Mühe nicht mehr ohne weiteres wert ist. Und jetzt noch dieses teuflische Covid-19, das überfallartig in unser Leben getreten ist und unser Fühlen und Denken auf das persönliche Wohlergehen zu verengen droht.
Die einzige Antwort, die mir einfällt – man kann es auch intellektuelle Notwehr nennen – ist das Bemühen, die Auswirkungen der globalen Virus-Infektion auf eine ohnehin krisengebeutelte Gesellschaft darzustellen. Und entgegen jeder realistischen Einschätzung davon auszugehen, dass die Beschreibung der griechischen Probleme – und Erfolge – im Kampf gegen die Pandemie nicht ganz in der Sinflut der Corona-Kriegsberichterstattung untergehen wird.

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