Solidarität ist wichtiger denn je!

Trotz Troika Erpressungen: Europas Süden bleibt rebellisch

Abschlusserklärung – Treffen der Griechenland Solidaritätsgruppen am 21./ 22. November in Kassel

Als am 25. Januar Syriza in Griechenland die Wahlen gewann, löste dies nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Europa eine Welle der Hoffnung aus. Hoffnung darauf, dass nun die Zeit der gnadenlosen Kürzungspolitik vorbei sei und die Zeit reif ist für eine Politik, die die Verbesserung der Lage der sozial Schwachen im Fokus hat. Den europäischen Machthabern in Berlin und Brüssel war dies ein Horror.

Von Anfang an ging es ihnen darum, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln den Erfolg des „Experiments Syriza“ zu verhindern. Nicht von ungefähr erklärten sie immer wieder, dass man die Syriza-AnEl Regierung in Schranken weisen müsse, weil ja sonst das griechische Beispiel in Europa Schule machen könnte. Mit ihren ökonomischen Gewaltmitteln würgten sie den Athener Frühling 2015 ab. Ihr ökonomisches Diktat, das „Dritte Memorandum“, sollte bei allen Gegnern der neoliberalen Gewaltpolitik Angst und Schrecken und vor allem ein nachhaltiges, lähmendes Gefühl der Ohnmacht bewirken. Mit jeglichen Träumen von einer demokratischen und sozial gerechten Welt nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Europa, sollte Schluss gemacht werden.

Wir müssen einräumen: Leider ist es uns in Europa und insbesondere in Deutschland im ersten Halbjahr 2015 nicht gelungen, eine breite Solidaritätsbewegung mit den Menschen in Griechenland zu entwickeln und jene massenhaften Proteste gegen die Regierung von Merkel, Schäuble und Gabriel zu organisieren, die erforderlich gewesen wären, um der Syriza geführten Regierung und der griechischen Bevölkerung in ihrem Kampf gegen die Troika spürbar den Rücken zu stärken und zusätzliche politische Spielräume zu eröffnen.

Tatsächlich löste die Unterwerfung von Syriza unter das Diktat der europäischen Machthaber in Griechenland unmittelbar einen Schock und tiefe Niedergeschlagenheit aus. Auch im Rest von Europa hatte dies ein Platzen der Hoffnungen und ein Anwachsen von Resignation zur Folge. Hier in der BRD haben seither die Regierenden den Eindruck zu erwecken versucht, als sei jetzt nach dem Sieg der Troika alles in trockenen Tüchern und die Voraussetzungen für eine Besserung der Lage geschaffen. Obwohl sich durch die im Dritten Memorandum vorgesehenen Kürzungsmaßnahmen die humanitäre Krise in Griechenland noch weiter verschärft, finden sich seit Juli 2015 in den „Qualitätsmedien“ der BRD kaum mehr Berichte über die soziale Not in Griechenland.

Jetzt, fünf Monate nach dem Sieg der Troika über Syriza, zeichnet sich ab, dass es den europäischen Eliten mit ihrer Angst und Schrecken verbreitenden Politik des ökonomischen Terrors nicht gelungen ist, eine nachhaltige Friedhofsruhe herzustellen – weder in Griechenland, noch im restlichen Europa. Der Generalstreik in Griechenland am 12. November, der erste Generalstreik nach Erzwingung des Dritten Memorandums und der erste unter einer Syriza geführten Regierung, zeigt, dass beträchtliche Teile der griechischen Bevölkerung das Kämpfen nicht verlernt haben und die von der Troika angestrebte Friedhofsruhe in Griechenland wohl ein frommer Wunsch von Schäuble, Juncker, Draghi und Lagarde bleiben wird.

Gleichzeitig tut sich ausgerechnet in dem Land, das den Griechen von den Euromachthabern immer als Musterbeispiel für Troika-konformes Verhalten präsentiert wurde, Erstaunliches. In Portugal wurde am 4. Oktober faktisch die Troika-gefällige Regierung Passos Coelho abgewählt.

In Portugal ist die Regierungsübernahme einer sozialdemokratischen Minderheits- regierung in den Bereich des Möglichen gerückt, die – abhängig von der Tolerierung durch die portugiesische KP und den „Linksblock“ – erklärt hat, die Politik der Austerität nicht fortführen zu wollen. Auch wenn wir in unserer Einschätzung der politischen Lage in Portugal gewiss unterschiedlicher Meinung sind, so zeigt das aktuelle Beispiel Portugal doch eines: Trotz ihrer gewaltigen Machtfülle haben die Eliten in Berlin und Brüssel Europa nicht so im Griff, wie sie sich das gerne wünschen.

In dieser Situation ist die Fortsetzung, ja Intensivierung unserer Solidaritätsarbeit mit den Menschen in Griechenland wichtiger denn je. Zum einen, weil das Dritte Memorandum die humanitäre Lage in Griechenland noch weiter verschärfen wird und für die Menschen unsere Unterstützung wichtiger ist denn je. Zum anderen, weil das Andauern des Widerstands in Griechenland und der mögliche Bruch mit dem Regime der Austerität in Portugal zeigen, dass Widerstand gegen den neoliberalen Irrsinn nicht nur nötig, sondern auch möglich ist. Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, den Mantel des Schweigens zu durchbrechen, den die tonangebenden deutschen Medien über die von der Troika angerichteten Verwüstungen zu hüllen versuchen.

Wir werden die politische und praktische Solidarität mit den Menschen in Griechenland fortsetzen, die unter den Folgen der Kürzungspolitik schwer zu leiden haben. Das betrifft – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – die Gesundheitspolitik, die Bildungspolitik in all ihren Ausprägungen (von den Kindergärten bis zu den Universitäten), die Frage der Massenarbeitslosigkeit, des Mindestlohns, des Arbeits- und Tarifrechts, Situation der Frauen, der alten Menschen und der Flüchtlinge. Wir wenden uns gegen die Privati- sierungen von öffentlichen Einrichtungen und öffentlichem Eigentum.

Wir wenden uns in aller Schärfe gegen die Versuche der führenden Mächte in der Europäischen Union, in Griechenland riesige Internierungslager für Flüchtlinge einzurichten, um die Weiterreise der Flüchtlinge in Richtung Kerneuropa zu verhindern.
Wir werden auch in Zukunft die Themen Reparationen, individuelle Entschädigungen und Zwangskredit im Zusammenhang mit den während der Nazibesatzungszeit in Griechenland begangenen Massaker und Verwüstungen auf die Tagesordnung setzen.

Nach wie vor steht für Griechenland das Thema der Schuldenstreichung ganz oben auf der Tagesordnung. Wir verstehen uns als Teil einer europaweiten Bewegung für Schuldenaudits und Schuldenstreichungen.

Nach der Niederlage der Syriza geführten Regierung drängt sich natürlich die Diskussion über europäische Perspektiven des Widerstands auf. Die Organisierung einer europaweiten Anti-Austeritätsbewegung und die solidarische gemeinsame Weiterentwicklung unserer Vorstellungen darüber, wie ein anderes Europa aussehen kann, sind weitere wichtige Schlussfolgerungen, die wir aus dem Kampf und der Nieder- lage in Griechenland ziehen.

Wir erklären: Trotz des Dritten Memorandums und erfolgreicher Erpressung der Syriza-AnEl Regierung durch die Troika: Der Widerstand gegen die antisoziale, menschenfeindliche Politik der Troika geht weiter. Ein Bruch mit der Politik der Austerität ist unverzichtbar – in Griechenland und allen anderen Ländern in Europa.

Verabschiedet am 22.11.2015 von den anwesenden Mitgliedern des bundesweiten Treffens der Griechenland Solidaritätsbewegung

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Protest gegen Einreiseverbot – Auswärtiges Amt

folgende Erklärung des GSKK  wurde
an das Auswärtige Amt Deutschlands übermittelt
! (Antwort des AA  unten )

Betreff: Wir sind geschockt – Protest !

Empörter Protest!

Das GSKK protestiert voller Empörung gegen das Einreiseverbot für die weltbekannte Gruppe „Grup Yorum,“ die auch hierzulande viele Bewunderer hat.

Begründet wurde die Visaverweigerung vom deutschen Konsulat mit Sicherheitsbedenken. Ihnen werde die Einreise verweigert, weil elf der Bandmitglieder im Schengener Informationssystem SIS gelistet seien. Dabei handelt es sich um eine Datenbank europäischer Polizei- und Sicherheitsbehörden, in der etwa zur Fahndung ausgeschriebene oder „unerwünschte“ Personen gespeichert werden. Es zeigt sich einmal mehr, welche Folgen es haben kann, wenn man auf einer Liste steht, deren Inhalte und das Zustandekommen völlig intransparent sind und von niemand überprüft werden kann.

Für die Band wäre es fast ein Heimspiel gewesen. Schließlich hat sie auch schon in den vergangenen Jahren in Oberhausen vor einer begeisterten Anhängerschaft gespielt. Im letzten Jahr solidarisierte sie sich bei dem Konzert mit den Opfern des NSU-Terrors. Doch in diesem Jahr wird der Band durch die deutsche Regierung plötzlich die Einreise verweigert .

Wir betrachten diese skandalöse Verweigerung als eine Unterstützung der autoritären Politik des türkischen Staatspräsidenten bis in das Ruhrgebiet hinein und fordern die sofortige Rücknahme dieser Entscheidung durch das deutsche Konsulat, damit die Gruppe am 14. Nov. in Oberhausen wieder auftreten kann!

Grüße

Das „Griechenland – Solidarität Komitee Köln“ http://gskk.eu/
 
Zur Kenntnisnahme, da wahrscheinlich niemand sich die Mühe machte:

https://www.youtube.com/watch?v=Mih-SAO76Aw

DIE ANTWORT DES AUSWÄRTIGEN AMTES!

Die Antwort des Auswärtigen Amtes auf unseren Protest:
AUSWÄRTIGES AMT
Bürgerservice

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage beim Bürgerservice des Auswärtigen Amtes.
Gegen ablehnende Entscheidungen im Visumverfahren steht jedem Antragsteller der Rechtsweg offen. Es bleibt der Entscheidung des Visumantragstellers überlassen, die Ablehnung zunächst nochmals von der zuständigen Auslandsvertretung im Rahmen des Remonstrationsverfahrens überprüfen zu lassen
oder unmittelbar Klage beim Verwaltungsgericht Berlin einzureichen.
Im Fall der Ablehnung eines Visums für den kurzfristigen Aufenthalt
(„Schengen-Visum“) enthält der Ablehnungsbescheid eine Rechtsbehelfsbelehrung,
die den Antragsteller über die zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel zur Anfechtung der Entscheidung informiert. Rechtsmittel müssen in diesem Fall binnen Monatsfrist eingelegt werden.

Für weitere Auskünfte zum Rechtsmittelverfahren wenden Sie sich bitte unmittelbar an die Auslandsvertretung, die die Ablehnung ausgesprochen hat.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bürgerservice im Auswärtigen Amt

 

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SOLIDARITÄT MIT DER KÄMPFENDEN BELEGSCHAFT!
  EINLADUNG
Das „Griechenland – Solidarität Komitee Köln“ lädt dich zu einer Solidaritätsveranstaltung ein. Die Kollegen der selbstverwalteten Firma VIO.ME teilten uns in einem Beschluss der Vollversammlung mit:
„ er (gemeint ist Tsipras) überläßt es der Gerichtsbarkeit, auf unserem Rücken ihr Spiel zu treiben, obwohl bereits feststeht, dass dieses Problem eine politische Lösung verlangt. Trotzdem halten wir eine solidarische Produktion aufrecht, um unser Überleben und die Kostendeckung des Betriebes zu sichern. Und wir benutzen den Begriff „solidarisch“, nicht nur weil unsere Produkte über solidarische Netzwerke vertrieben werden, vielmehr weil wir eine bestimmte Auffassung von der Produktionsweise haben. Im Gegensatz zu der früheren Herstellung von Baustoffen und stark säurehaltigen Reinigern sind die Produkte, die wir heute produzieren, Reiniger und Seifen, von sehr guter Qualität und auf natürlicher Basis hergestellt, die weder der Umwelt noch den Konsumenten schaden.“
Die Belegschaft ruft zu vielfältigen Aktionen gegen die erste Runde der Zwangsversteigerungen am
26.11., 3.12. und 10.12. auf, unter anderem zu einer internationalen Woche der Aktionen vom 17.11. bis zum 24.11.
Unsere Veranstaltung ist Teil dieser europaweiten Solidaritätskampagne !

Nach einer Einführung werden wir einen aktuellen Film (ca. 25 min) zum Kampf der Kollegen zeigen und auch über die aktuellen Widerstandskämpfe in Griechenland sowie den stockenden Verhandlungen mit der Geldgeber – Quadriga berichten.
Wir treffen uns am:
DIENSTAG, dem 17. November
um 19 Uhr
im DGB Haus Köln (Hans-Böckler-Platz 1)

HIER EIN EINDRUCK VON DER VERANSTALTUNG:

nach einigen Mühen ist das Video von unsrer Veranstaltung zu VIO.Me
vom 17.11.fertig auf youtube zu besichtigen.
Es ist wunderbar kurz und enthält nur ein paar kurze Ausschnitte und einen Textauszug aus der VIO.Me-Erklärung.
Für andere vielleicht nutzbar ist das Statement des zweiten Bevollmächtigten der örtlichen IG-Metall zur Solidarität mit der Belegschaft von Vio.Me.
Grüße
Manfred
Link zum Video
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Und nicht vergessen: DIE SOLIDARITÄT !

Nachdem die aufgezwungene EU-Politik zur Bankenrettung das Land in die Armut gestoßen hatte, brach das Gesundheitssystem zusammen: Ein Drittel aller Bürger hat keine Krankenversicherung mehr. Die Solidaritätsklinik in Thessaloniki ist die selbst- verwaltete Antwort von Beschäftigten des Gesundheitswesens auf diese gewollte Kata- strophe. Eine weitere Belastung kommt aktuell durch die vielen Flüchtlinge hinzu.

In dem Gründungsdokument heisst es zur Zielsetzung der Klinik:

Es handelt sich um eine Praxis, die dauerhaft, ohne jegliche finanzielle Beteiligung der Patienten, primäre medizinische und medikamentöse Betreuung an alle versicher- ungslose und sozial ausgegrenzte Patienten, Griechen oder Ausländer und zwar ohne Ausnahmen anbietet, mit dem Ziel, Druck auf den Staat auszuüben, damit den Menschen kostenlose Behandlung und wenn nötig auch kostenloser Krankenhausaufenthalt und die Möglichkeit einer Rehabilitation angeboten werden.

Das GSKK konnte Anfang Nov. 458 € an die soziale Klinik der Solidarität in Thessaloniki überweisen.Der Betrag setzt sich aus Spenden der Wiesbadener und der Kölner Gruppe zusammen.
Das Griechenland Solidarität Komitee Köln (http://gskk.eu) setzt die Sammlung zur Unterstützung der Klinik der Solidarität in Thessaloniki fort.

Wir sammeln weiterhin für diese Klinik Geld und ggfs Medikamente zur Unterstützung des Projekts

Für Geldspenden-Überweisungen:
Manfred Neugroda
IBAN: DE65 500 333 00 2173854100 (Santander Consumerbank)
BIC: SCFEDE33XXX
Kennwort: Griechenland
Der aktuelle Bedarf an Medikamenten findet sich hier – AKTUALISIERUNG OKT 2015
bannerLogoGr
https://www.kiathess.gr/index.php/de/
Diese Liste ist wichtig, da die Zulassungen von Land zu Land unterschiedlich sind….

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Hände weg von VIO.ME – die Fabrik bleibt in den Händen der Belegschaft !

Hände weg von VIO.ME – die Fabrik bleibt in den Händen der Belegschaft !

VIO.ME steht nicht zum Verkauf–Sofortige Einstellung der Zwangsversteigerung

Nach dem ersten Aufruf der Arbeitervollversammlung von VIO.ME vom 13.10.2015 (veröffentlicht auf der Webseite griechenlandsoli.com) haben sie einen zweiten Aufruf am 15.10. zusammen mit der Solidaritätskarawane verfasst (im Anhang).

Darin wird zu vielfältigen Aktionen gegen die erste Runde der Zwangsversteigerungen am 26.11., 3.12. und 10.12. aufgerufen, unter anderem zu einer internationalen Woche der Aktionen vom 17.11. bis zum 24.11. Schon bei früheren Gerichtsterminen oder Verhandlungen mit dem Arbeits-ministerium hat die breite griechische und internationale Unterstützung der VIO.ME.- Kollegen, darunter auch die Unterschriftenliste des Kölner Komitees vom September 2014, Eindruck gemacht.

Die Zwangsversteigerung des Grundstücks wird durchgeführt, um die Gläubiger von PHILKERAM JOHNSON, der Muttergesellschaft von VIO:ME zu „befriedigen“: Finanzamt, Sozialversicherungen, Banken, Lieferanten und Beschäftigte der PHILKERAM-Tochtergesellschaften. Die VIO.ME Belegschaft gehört aber nicht dazu.

Das Betriebsgelände von VIO.ME macht ca. 1/7 des Grundstücks aus. Eine Abtrennung vom Rest des Grundstückes wäre juristisch und faktisch sehr wohl möglich. Bei seinem Besuch im April 2014 hatte Alexis Tsipras dazu seine Unterstützung zugesagt, jetzt lehnt die Regierung das als „Einmischung in Privatangelegenheiten“ ab. Übrigens wurden Teile des Grundstücks von einer früheren griechischen Regierung an die vorherige Besitzerin, Familie Filippou, verschenkt in „Anerkennung des Sozialbeitrages für die Schaffung von Arbeitsplätzen“. Bei einem Verkauf des Grundstücks droht VIO.Me die Zwangsräumung.

Der Kampf der VIO.ME-KollegInnen ist auch in Deutschland bekannt und wird von vielen unterstützt, Deshalb braucht es jetzt schnelle und direkte Solidarität durch Solidari- tätserklärungen und dokumentierte Aktionen an die Adresse der KollegInnen:

protbiometal@gmail.com

27.10.2015
Griechenland Solidarität Komitee Köln
Für Rückfragen und Mitteilungen:
manfred.48@gmx.net 0157 54061812
koustas@gmx.net 0172 4587932

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Vollständige Interviewfassung mit Manos (Antarsya)

1 – Manos, kannst Du uns die Vorgeschichte als auch den Formierungsprozess von ANTARSYA kurz skizzieren?

ANTARSYA (Die Antikapitalistische Linke Zusammenarbeit für den Umsturz – die Abkürzung steht für das griechische Wort „Meuterei“) wurde im Frühjahr 2009 gegründet. Der Auslöser für ihre Gründung war die Jugendrebellion im Dezember 2008, als ein großer Teil der antikapitalistischen und revolutionären Linken, der aktiv in den Ereignissen interveniert hatte, erkannte, dass eine tatsächliche Einflussnahme auf die Klassenkämpfe nur über eine Bündelung ihrer Kräfte möglich war. Die globale kapitalistische Krise signalisierte folgenschwere Kämpfe.

In einer Versammlung auf einem Basketballplatz haben tausende von Menschen (acht Organisationen und viele unorganisierte AktivisInnen) die Bildung einer gemeinsamen politischen Front der antikapitalistischen, revolutionären, kommunistischen und radikal öklogischen Linken beschlossen.
Es muss betont werden, dass das Konzept von Antarsya nicht aus heiterem Himmel fiel: es war das Ergebnis einer langjährigen, engen Zusammenarbeit dieser Organisationen und AktivistInnen.
Seit den frühen 90er Jahren arbeiten diese gemeinsam in den verschiedenen anitkapitalistischen sozialen Bewegungen, unabhängig von dem reformistischen Milieu. An den Universitäten war es die Vereinigte Unabhängige Linke Bewegung, die in den letzten 25 Jahren in der Studentenbewegung präsent war. Es sind die Interventionsbündnisse (ArbeitnehmerInnen) wie auch die Beteiligung an vielen Basisgewerkschaften, die den radikalen Flügel innerhalb der Gewerkschaftsbewegung darstellten.
In den verschiedenen Stadtteilen waren es die radikalen Bürgerinitiativen, in denen die Zusammenarbeite beispielhaft praktiziert wurde. Im Gegensatz zu anderen Vereinigungsexperimenten in Europa und Griechenland basierte unser Bündnis auf reichen, gemeinsamen, praktischen Erfahrungen. Diese Tatsache erklärt auch, warum Antarsya trotz der inneren Widersprüche und des Druckes, der auf sie ausgeübt wurde, stabil blieb.

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Europaweiter Widerstand gegen Austeritätspolitik

Nach der Wahl in Griechenland: europaweiter Widerstand gegen Austeritätspolitik

Nach der Parlamentswahl vom 20. September 2015 ist die neue Regierungskoalition in Griechenland dieselbe wie die alte.

Und dennoch ist alles anders.

Mit der neuen Regierung Tsipras verbindet sich nicht mehr die Hoffnung auf ein Ende der Austeritätsmaßnahmen, im Gegenteil: Sie hat sich mit der Unterzeichnung des dritten Memorandums verpfl ichtet, dieses durchzusetzen – wenn nötig mit harten Repressionsmaßnahmen gegen die eigene WählerInnenschaft. Für Hoffnungen, das Spardiktat würde weniger hart ausfallen als unter den konservativen Vorgängerregierungen, gibt es keinen Spielraum: Die Gläubiger bestehen darauf, dass die Rückzahlung der Schulden Vorrang hat, und 90 Prozent der Kreditmittel, die die Regierung nun weiter erhält, fl ießen in den Schuldendienst.
„Es gibt keine Alternative“, sagt SYRIZA jetzt, nach Tsipras’ Kehrtwende im Juli, obwohl die Partei im Januar angetreten war, um aufzuzeigen, dass es genau das gibt: eine Alternative zu den Memoranden und einen Weg aus der Schuldknechtschaft. Diese Kehrtwende konnte den großen Teil der griechischen Bevölkerung, die bei dem Referendum vom 5. Juli zu über 60 Prozent mit OXI (Nein) gestimmt hat, nur demoralisieren. Die hohe Wahlenthaltung von über 43 Prozent ist ein Ausdruck davon.
Dabei hätte es einen anderen Weg gegeben. Zumindest muss man sagen, dass Tsipras und seine Regierung in den Verhandlungen mit der Troika ihre Karten nicht ausgereizt haben. Sie sind vor der erpresserischen Drohung mit einem Ausschluss Griechenlands aus dem Euro eingeknickt – ohne die Geschlossenheit der EU-Staaten wirklich auszutesten. Auch sonst sind Alexis Tsipras und die Leitung von SYRIZA jeder Konfrontation mit der Oligarchie im eigenen Land aus dem Weg gegangen; sie haben die Kontrolle über die griechische Zentralbank einem Vertreter der Konservativen überlassen und keine Anstalten gemacht, die Banken zu verstaatlichen und unter öffentliche Kontrolle zu bringen; sie haben den Grundsatz, dass die Schulden bedient werden müssen, akzeptiert und wenig unternommen, um den korrupten und unfähigen Staatsapparat so umzubauen, dass staatliche Aufgaben in die Hand der Bevölkerung übergehen und ein neues Modell der Demokratie erprobt wird. Dies hätte die Chancen erhöht, dass die Bevölkerung wieder aus ihrer Passivität tritt und der Regierung den Rücken stärkt. Doch nichts von alldem ist passiert. Auch die Wahrheitskommission über die griechischen Staatsschulden war der Regierung ein Dorn im Auge.
Allerdings zeigen die Wahlergebnisse, dass auch die linke Abspaltung von SYRIZA, die „Volkseinheit“ (Laiki Enotita, LAE), nicht als Alternative wahrgenommen wurde. Und es ist LAE auch nicht gelungen, das Image einer „Partei der Drachme“ abzuschütteln, zumal sie in ihrem Programm für den Grexit als zentralen Hebel für ein Ende der Memorandumspolitik geworben hatte. Der Austritt aus dem Euro stellt als solcher noch keinen Bruch mit der Europäischen Union dar, ohne den eine Politik im Interesse der einfachen Bevölkerung nicht umsetzbar ist. Auch ANTARSYA, das Bündnis antikapitalistischer und revolutionärer Organisationen, konnte bei diesen Wahlen keinen Durchbruch erzielen.
Solidarität ist nun nötiger denn je. Griechenland wird mit dem dritten Memorandum auf den Status eines Protektorats herabgedrückt. Dafür ist in erster Linie die harte Haltung der gesamten deutschen Bundesregierung verantwortlich. Es stehen jetzt weitere Renteneinbußen in Höhe von durchschnittlich 12 Prozent an. Von der Troika ist ein gigantisches Privatisierungsprogramm angeordnet worden, das die Infrastruktur des Landes und sein öffentliches Vermögen in die Hand internationaler (vorwiegend deutscher und französischer) Konzerne und Geldanleger bringt und wichtige Teile der staatlichen Verwaltung der direkten Kontrolle der EU unterstellt. Abwehrkämpfe werden die kommende Periode prägen; wenn sie – wie etwa der Kampf gegen die Privatisierung der Wasserversorgung – aus anderen europäischen Ländern aktiv unterstützt werden, können sie sicher auch Teilerfolge erzielen.
Die große Wirtschaftskrise 2008/09 hat die Europäische Union in eine politische Krise geführt, die noch lange nicht vorbei ist. Diese Krise muss mit einer Bewegung für ein anderes Europa beantwortet werden. Die EU ist eine undemokratische Konstruktion, mit der keine Harmonisierung und solidarische Angleichung der Lage der Bevölkerungen Europas erreicht werden kann. Die EU ist ein Europa des Kapitals, der Ungleichheit, der sozialen und ökologischen Verantwortungslosigkeit und der Verträge von Maastricht und Lissabon, die undemokratisch zustande gekommen sind und auf Neoliberalismus und Militarismus verpfl ichten. Diese Union – das hat sich am Beispiel Griechenland überdeutlich gezeigt – ist ein Hindernis auf dem Weg zu fortschrittlichen Alternativen. Ein Bruch mit ihr ist notwendig, um den Spielraum dafür zu gewinnen. Dieser Bruch wird jedoch von breiten Teilen der Bevölkerung nur getragen werden, wenn er begleitet ist von gemeinsamen Vorstellungen und Initiativen, wie ein anderes Europa aussehen kann. Im Rahmen einer solchen Auseinandersetzung kann auch die Bevölkerung in Griechenland wieder Hoffnung schöpfen.
Nach dem Debakel in Griechenland hat die Tendenz zu einer stärkeren europäischen Vernetzung der Kämpfe gegen die Spardiktate spontan zugenommen: Als Beispiele seien die Initiativen von Blockupy oder von Alter Summit, die Idee einer europäischen Schuldenkonferenz und die Initiative aus Frankreich, Griechenland und dem Spanischen Staat für ein „Austerexit“ genannt. Alte Themen wie die Forderung nach einem europäischen Mindestlohn und gleichen sozialen Rechten in Europa drängen erneut auf die Tagesordnung.
Alle Kräfte der Linken und der sozialen Bewegungen sind nun gefordert, ausgehend von den Erfahrungen in Griechenland und anderswo in einen solidarischen Diskussionsprozess über europaweite Initiativen und Aktivitäten einzutreten.
Wir brauchen ein sozialistisches Programm für Europa – und dazu gehört auch, dass die EU-Verträge aufgekündigt und durch gemeinsame Vorstellungen ersetzt werden müssen, wie ein solidarisches Zusammenleben in einem demokratischen Europa, einem ganz anderen Europa aussehen kann. internationale sozialistische linke (isl) Revolutionär Sozialistischer Bund (RSB)

isl@islinke.de
buero@rsb4.de
http://www.islinke.de/ http://www.rsb4.de/

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