Am 17. August 2020, morgens gegen 5 Uhr, stürmte uniformierte Polizei Terra Incognita in Thessaloniki, ein Gebäude, das seit 2004 besetzt ist und ein Wahrzeichen des Kampfes und der anarchistischen Bewegung in der Stadt darstellt. (Quelle)
Ankündigung von Terra Incognita bezüglich der heutigen Räumung (übersetzt aus dem Engl.)
Heute Morgen (17.8.), gegen 5 Uhr morgens, drang der uniformierte Abschaum der griechischen Polizei in Terra Incognita in Thessaloniki ein, ein Gebäude, das seit 2004 besetzt ist und ein Wahrzeichen des Kampfes und der anarchistischen Bewegung in der Stadt darstellt.
Die Polizei evakuierte das Gebäude, während technische und materielle Ausrüstung beschlagnahmt und ein großer Teil der Ressourcen im Gebäude zurückgehalten wurde.
VON
CARSTEN FIEDLER UND GERD HÖHLER / KStA 17.08.20
„Der Traum vom Gold endet abrupt. Ein drei Meter hohes Gitter versperrt die Einfahrt zum „Open Pit“, dem Erztagebau von Skouries auf der Halbinsel Chalkidiki im Norden Griechenlands. Im Boden der hügeligen Landschaft, gut eine halbe Stunde Autofahrt von der westlich gelegenen Küstenstadt Thessaloniki entfernt, werden gewaltige Goldvorkommen vermutet. Wenige Kilometer vor dem Gelände der Goldmine Skouries wird die Schotterpiste, über die der schwarze Pick-up von Dimitris Pitsolis und seinem deutschen Beifahrer dahinrumpelt, zu einer makellos asphaltierten Straße. Doch am Gittertor ist Schluss.(…)
Dimitris
Pitsolis hat Biologie an der Universität in Sofia studiert. Vor
einigen Jahren übernahm er den elterlichen Hotelbetrieb auf
Sithonia, dem mittleren der drei „Finger“ von Chalkidiki. Sowohl
aus ökologischer als auch aus touristischer Sicht sieht der
38-Jährige die Pläne der Kanadier kritisch: „Eldorado Gold ist so
etwas wie das Ryan Air der Goldbranche“, sagt er. „Sie werden
niemals unbedenkliche, aber dafür kostenintensive Verfahren
anwenden, auch wenn sie es versprechen“, fürchtet Pitsolis, der
sich jahrelang aktiv am Protest gegen das Vorhaben beteiligt hat.
„Nichts an dem, was Eldorado Gold hier machen will, ist nachhaltig.
Sie werden uns nur die Verschmutzung der Umwelt hinterlassen.“
Unsere Zeitung – Die Demokratische, 11.8.2020 (Österreich)
Über transformative Kräfte der Selbstverwaltung und der
Integrationskraft des Kapitalismus. Dritter Teil der siebenteiligen
Serie über selbstverwaltete Betriebe in Europa von Christian Kaserer
Dario Azzelini ist Journalist, Buchautor, Politikwissenschaftler,
Soziologe und vieles mehr. Er beschäftigt sich seit etlichen Jahren mit
dem Thema Selbstverwaltung und hat dabei einen besonderen Schwerpunkt
auf Arbeiterkontrolle. Im Interview, das Christian Kaserer für sein
neues Buch „coop – Selbstverwaltete Betriebe und ihre Auswirkungen auf
Arbeit und Gesellschaft“ mit ihm geführt hat, spricht Azzelini über den
gesellschaftlichen Kampf zur Übernahme von Betrieben.
Es gibt so viele Dinge, mit denen man sich auseinandersetzen
kann. Auch die Selbstverwaltung hat unglaublich viele verschiedene
Aspekte. Wieso gerade Arbeiterselbstverwaltung?
Ich bin seit etwa 40 Jahren politisch aktiv und habe alle möglichen Phasen durchgemacht. Ich war auch über lange Zeit Journalist und hab immer viel zu Lateinamerika und politischen Bewegungen gearbeitet. Auch zur Privatisierung des Militärs, Söldner, Paramilitärs und so weiter. Und damit man nicht paranoid wird, sollte man dringend ein Gegengewicht schaffen und so stellte ich mir die Frage, wie soll eine andere Welt eigentlich aussehen? Was sind Alternativmodelle für eine Selbstbestimmung sowohl auf lokaler und kommunaler Ebene, als auch bezüglich der Arbeit? Dabei bin ich eben auch auf diese verschiedenen Formen der Selbstverwaltung gestoßen, wobei mich besonders die Arbeiterkontrolle, die Übernahme der Betriebe durch Arbeiter in den verschiedenen Phasen der Geschichte interessiert hat, weil ich denke, dass darin das größte transformative Potenzial steckt. Genossenschaften sind ja entstanden aus der
Arbeiter- und Arbeiterinnenbewegung heraus als Alternative und heute
werden sie an vielen Unis, vor allem englischsprachigen Unis, nicht als
gesellschaftliche, sondern als Businessalternative gelehrt. Sozusagen
ein anderes, alternatives Businessmodell. Das finde ich nicht nur
verstörend, sondern grundlegend falsch und ich versuche in meinem
Schwerpunktbereich das historisch und aktuell aufzuarbeiten und zu
sehen, was gibt es alles und wie kann man das wieder zugängig machen.
Wie unterscheidest Du diese beiden Modelle?
Wenn ich von Arbeiterkontrolle spreche, dann meine ich nicht das
herkömmliche Genossenschaftsmodell, sondern aus einem Kampf – einem
gesellschaftlichen Kampf – heraus die Übernahme von Betrieben.
Buchtipp: Dario Azzellini: Vom Protest zum sozialen Prozess
Betriebsbesetzungen und Arbeiten in Selbstverwaltung VSA Verlag
152 Seiten | 2018 | EUR 12.80
ISBN 978-3-89965-826-2
Gleichgültig was sie tun, wir Arbeiter*innen der Sozialkooperative VIOME haben beschlossen, dass wir sie nicht brauchen, um zu überleben, und sie können auch ohne unser Zutun kaputtgehen! Seit 2012 kämpfen wir darum, unsere Arbeitsplätze zu behalten, unsere Familien zu ernähren und unsere Würde zu bewahren. Aber die politische Macht und ihre Vollstrecker, die einen ruinösen Kurs im Wiederaufbau der dringend benötigten Produktionskapazitäten fahren, tun alles Mögliche, um uns loszuwerden. Doch „sie machen die Rechnung ohne den Wirt“! Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, denn wir haben noch einen langen Weg vor uns … Am 30. März, inmitten der Pandemie und der Ausgangssperren: „Kollegen“ des staatlichen Stromversorgers (DEI) in Begleitung von Spezialeinsatzkräften der Polizei haben die Stromversorgung der Fabrik abgeschaltet, während wir intensive Verhandlungen mit dem Arbeitsministerium führten, um eine Lösung für den Weiterbetrieb der Fabrik zu finden. Seit vier Monaten ist unsere Stromversorgung abgeschaltet und wir produzieren weiter mit Hilfe von Stromgeneratoren.
Die Bewohner von Stagiates (Thessalien) erhalten ihr Wasser seit 350 Jahren kontinuierlich aus der Hauptquelle des Dorfes . Am Freitag, den 17. April 2020, ohne Vorankündigung und mitten in der Corona-Pandemie, unterbrach das Städtische Wasserwerk die Wasserversorgung der Dorfbewohner durch die lokale Quelle, schloss aber die Häuser an ein anderes Wasserversorgungsnetz an, das nicht instand gehalten wurde und möglicherweise ungesund war. Es wird befürchtet, dass die hervorragenden Wasserquellen in der Umgebung an private Parteien verkauft werden sollen. Die Anwohner widersetzen sich dieser unnötigen Privatisierung und fordern, wieder an das Wasser der Quelle angeschlossen zu werden, das nicht gechlort werden muss. (Chlorierung ist in Gemeinden mit weniger als 3000 Einwohnern, wie Stagiates, nicht obligatorisch.) Die Bewohner selbst haben persönliche Arbeit und Kosten in die Säuberung, Reparatur und Instandhaltung des Leitungsnetzes (ein Großteil davon wurde von ihnen rekonstruiert) gesteckt und alle notwendigen Schutzmassnahmen ergriffen, wie z.B. regelmässige chemische Qualitätsprüfungen des Wassers. Der Widerstand gegen die Manipulationen an der Wasserversorgung und eine mögliche Privatisierung der Quelle wird u.a. unterstützt durch die Vio.Me-Kolleginnen, wie schon berichtet.
Book presentation and discussion with political stencil crew in english, Flüsterübersetzung auf Deutsch möglich Monday, 10th august 2020 at 19 o`clock At Alte Feuerwache Köln, Großes Forum, Melchiorstraße 3, 50670 Köln Free entry – appeal for donations Covid-19: Please bring your face mask and enter your dates on a list on the spot
The Political Stencil crew is a political graffiti coalition of people from Greece since 2014. Their focal subjects are commenting on political and social issues of the everyday life in Greece, and globally. They ‘ve taken their name due to spraying small stencils during small or large scale demos in Athens, in order to help the spread of the political message. From 2017 they’ve upgraded their scale, by creating big scale graffities. They ‘re the first crew in Greece which rents mechanic elevator in order to accomplish big scale artwork, illegally.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan: Er möchte, dass die Türkei an der Erdgasförderung im Mittelmeer beteiligt wird. (Quelle: t-online.de)
„In der Ägäis stehen sich türkische und griechische Kriegsschiffe gegenüber. Es ist eine neue Eskalation im Gas-Konflikt, in dem es eigentlich gar nicht um Gas geht. Droht ein Krieg mitten in Europa?
Großalarm am Montag in der Ägäis. 15 türkische Kriegsschiffe laufen aus Marinehäfen aus, sie eskortieren das türkisches Forschungsschiff „Oruc Reis“, welches seismische Untersuchungen südlich der griechischen Inseln Rhodos und Kreta vornehmen solle. Der Verband wird am Dienstag von Kriegsschiffen der griechischen Marine abgefangen. Türkische und griechische Kriegsschiffe stehen sich gegenüber, türkische F-16-Kampfjets donnern über die Ägäis. Auch das griechische Heer auf dem Festland wird in Alarmbereitschaft versetzt.
Eine weitere Eskalation zwischen den beiden Nato-Mitgliedsländern bleibt aus, am Ende ziehen sich die türkischen Schiffe zurück. Doch seit diesem Vorfall schauen viele Menschen in Europa nun auf einen langen, eigentlich längst vergessenen Konflikt. Die Angst vor Krieg wächst. (…)“
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