Historische Notiz: Der Aufstand vom 14.-17. November 1973 in Athen

Von Holger Czitrich-Stahl, 17.11.2021 – RADIO.KRETA.DE

Der griechischen Tragödie vorletzter Akt – Der Aufstand vom 14.-17. November 1973 im Athener Studentenviertel leitete das Ende der Diktatur ein. Historische Notiz 171 vom 13. November 2018.

Der Athen-Besucher kommt im Normalfall kaum am Besuch des wunderbaren Archäologischen Nationalmuseums vorbei, das, zurückgesetzt hinter einem geräumigen und hell strahlenden Vorplatz, wie ein griechischer Tempel die Umgebung prägt. Die wenigsten Touristen aber ahnen, dass sich unmittelbar neben diesem klassizistischen Prachtbau aus dem 19. Jahrhundert im November 1973 eine Tragödie ereignete, bei der mindestens 23 Aufständische ihr Leben ließen, als das Militär am 17. November schießen ließ.

(…) An die studentische Erhebung des November 1973 und ihr Opfer für die Rückgewinnung der Demokratie gegen den Faschismus erinnert diese 171. Historische Notiz. Sie setzt die Reihe der Historischen Notizen fort, die an die Leidenszeit der Griechen zwischen 1947-1974 erinnern. Über den Putsch der Obristen am 21. April 1967, über den Papadopoulos-Attentäter und Widerstandskämpfer Alekos Panagoulis und über das Ende der Diktatur nach dem Zypern-Abenteuer des Militärs habe ich bereits in vorhergehenden Historischen Notizen geschrieben. (…)

Fortsetzung des ausführlichen Berichts über den Novemberaufstand 1973 (weiterlesen)

Video: 17. November 2008
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Griechenland: Was und wie darf Journalismus fragen?

Von Wassilis Aswestopoulos, 13.11.2021 – TELEPOLIS

Eklat bei Pressekonferenz: Wer über Pushbacks reden will, beleidigt angeblich das griechische Volk. Eine niederländische Journalistin bekommt dafür einen Shitstorm der Extraklasse

In Griechenland wird aktuell über die Frage diskutiert, was Journalismus darf – und was nicht. Wichtigster Anlass dafür ist eine harsche Frage, welche die niederländische Journalistin Ingeborg Beugel am Dienstagabend bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Premierminister Kyriakos Mitsotakis und dessen niederländischen Amtskollegen Mark Rutte stellte. Mitsotakis antworte harsch und wütend. Der Vorfall war internationalen Agenturen und Medien eine Nachricht wert.

In Griechenland selbst führte er zu einem sexistischen Shitstorm griechischer Kollegen gegen Beugel. Das International Press Institute verurteilt „Versuche, eine niederländische Journalistin zu beleidigen und deren Arbeit zu diskreditieren“. Beugel wurde in regierungsnahen Medien als „türkische Agentin“ gebrandmarkt.

Der Premier und die direkte Frage (…)

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Wer ist die niederländische Journalistin, die den griechischen Premierminister angegriffen hat?

Quelle: Greek City Times vom 10.11.2021 (engl.)

Die niederländische Journalistin Ingeborg Beugel hat MP Mitsotakis wegen des Umgangs mit Geflüchteten mit offenen und direkten Worten kritisiert. Das hat ihm nicht gefallen. Mitsotakis: ‚Waren Sie schon einmal auf Samos?‘ Beugel: ‚Ja‘. ‚Nein, Sie waren nicht auf Samos … Hören Sie, Sie werden nicht in dieses Gebäude kommen und mich beleidigen.‘

Griechenlands Premierminister Kyriakos Mitsotakis lieferte sich gestern einen heftigen Schlagabtausch mit der niederländischen Journalistin Ingeborg Beugel, die die Behandlung von Flüchtlingen durch das Land in Frage stellte und Griechenland illegale Pushbacks vorwarf. Der Schlagabtausch fand während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mitsotakis und dem niederländischen Premierminister Mark Rutte nach deren Treffen in Athen am Dienstag statt.

Vor vier Monaten wurde Beugel wegen „Beihilfe zum illegalen Aufenthalt eines Ausländers“ festgenommen und könnte bis zu einem Jahr ins Gefängnis kommen. Beugels Gerichtstermin steht noch aus, nachdem er wegen Einschränkungen durch das Coronavirus verschoben worden war.

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„Ein Akt des Widerstands“

Gespräch mit dem Theodorakis-Vertrauten Asteris Kutulas, der in der DDR aufwuchs und später mit dafür sorgte, dass die Musik von Mikis Theodorakis dort gehört werden konnte. Seine Interviewpartnerin ist Marina Mai die in den 80er Jahren gemeinsam mit ihm Vorlesungen in Leipzig hörte.

Asteris Kutulas wurde 1960 in Oradea/Rumänien als Sohn griechischer Emigranten geboren. 1968 kam er in die DDR, er studierte Germanistik und Geschichte der Philosophie an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Der Autor, Übersetzer, Regisseur, Musik- und Lichtproduzent lebt heute in Berlin.

DANCE FIGHT LOVE DIE – With Mikis on the Road (Trailer)
Ein Film von Asteris Kutulas (2018)

taz: Asteris, weil wir in den 1980er Jahren gemeinsam in Leipzig Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie gehört haben, muss schon das Du sein. In Lehrveranstaltungen bist du damals gern über Metaebenen geklettert, nebenher hast du Künstler von Weltruhm aus dem Griechischen übersetzt. Hast du auch einmal mit einer wissenschaftlichen Laufbahn geliebäugelt?

Asteris Kutulas: Das wäre für mich sicherlich spannend gewesen. Aber ich habe schon in meiner Studienzeit in einer Welt gelebt, die voll von Literatur, Musik, Kunst, Film, Politik, Geschichte und Philosophie war. Diese Welt wollte ich niemals verlassen. Das war und ist mein Leben.

Was ich als Studentin nicht wusste: Du wurdest in Rumänien geboren. Wie hat es deine Eltern dorthin verschlagen?

In Griechenland tobte nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1949 ein blutiger Bürgerkrieg. Die „linken Partisanen“ verloren diesen Krieg, und etwa 60.000 von ihnen, darunter auch meine Eltern, flohen über die albanische, jugoslawische und bulgarische Grenze in die sozialistischen Staaten. Meine Eltern trafen sich in der rumänischen Stadt Oradea. Dort kam ich 1960 in einem Flüchtlingslager zur Welt.

Und unter welchen Umständen kam deine Familie dann 1968 in die DDR?

1968 gab es eine Spaltung der Kommunistischen Partei Griechenlands. (…) —> weiterlesen

Filmausschnitt (4:39) Mikis Theodorakis – ΧΙΟΝΙΖΕΙ ΜΕΣΑ ΣΤΗ ΝΥΧΤΑ

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Der Kampf und die Einigkeit der Cosco-Arbeiter und die Solidarität haben gesiegt

Nach mehrtägigen Streiks und Kämpfen haben die Hafenarbeiter von Cosco einen ersten großen Sieg errungen. Das Unternehmen sah sich gezwungen, den meisten ihrer richtigen Forderungen zuzustimmen.

Von Jordanis Georgiou, 5.11.2021 – Rote Fahne News

Das sind:

  • Dass Dimitris Unfall untersucht wird
  • Einsetzung eines Ausschusses für Gesundheit und Sicherheit
  • Schluss mit den Gegenschichten und 12-Stunden-Schichten
  • Unterzeichnung eines Tarifvertrags
  • Statt „6 Leute auf jeder Schicht“ haben sie nur 5 zugestanden. Die Arbeiter werden weiter für 6 kämpfen.

Es fand ein langer Marsch durch die Straßen von Piräus statt. Auf der Kundgebung verkündete der Vorsitzende der Gewerkschaft ENEDEP, Markos Bekris, den großen Sieg der Cosco-Arbeiter. Er sagte, dass der Cosco-Konzern nach unserem harten und organisierten Kampf gezwungen wurde, unsere Forderungen zu akzeptieren. Es folgte ein ewig nicht endender Applaus. Der Slogan, den die Versammelten riefen, lautete: „Arbeiter, ohne euch drehen sich die Räder nicht – ohne Bosse schon!“ Der ganze Platz vibrierte. (…)

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Mikis Theodorakis – unsterblich!

Gedenkveranstaltung 21.11.2021, 18 Uhr
(auf 2022 verschoben)

Komponist, Dirigent, Schriftsteller, Politiker, Widerstandskämpfer – ein Held nicht nur in Griechenland. Am 2. September ist Mikis Theodorakis im Alter von 96 Jahren gestorben.

Mikis Theodorakis begann bereits als Junge zu komponieren. Und er war Zeit seines langen Lebens ein politischer Künstler und aktiver Kämpfer in allen großen Bewegungen, die Griechenland im 20. Jh. erschütterten. In seiner Musik, Dichtung und Prosa ging es stets um die Verteidigung der Unterdrückten der Welt, um Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit.

Im Gedenken an Mikis Theodorakis wollen wir uns an wichtige Stationen seines Lebens und seines Kampfes für die Freiheit erinnern und in Ausschnitten seine Musik lebendig werden lassen.

Veranstalter: Griechenland Solidaritätskomitee Köln (GSKK), Initiativgruppe Griechische Kultur e.V. (ΠΟΠ), Naturfreunde Bezirksgruppe Köln-Kalk – Unterstützt von Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

Musik: Vicky Mentzelidou (Gesang, Gitarre), Panagiotis Vyzas (Bouzouki), Mischi Steinbrück (Rede + Gesang)

Aufgrund der Corona-Lage wird die Veranstaltung auf Anfang 2022 verschoben. Der neue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

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Arbeitsunfall im COSCO-Container Terminal im Hafen von Piräus: 45-jähriger Arbeiter von Kranbrücke tötlich getroffen – Belegschaft reagiert mit Streik

Dossier von Labournet.de

„Keine weiteren Toten für die Profite von COSCO, Solidarität ist die Waffe der Arbeiter“

25.10. 2021 „Ein 40-jähriger Arbeiter am Pier 2 des Cosco Container Terminals Piräus kam auf tragische Weise ums Leben, als er unter ungeklärten Umständen von einer Kranbrücke getroffen wurde. Nach Angaben des Arbeitgebers hatte der verunglückte Arbeiter gerade Feierabend [was bestritten wird!]. Die Arbeitnehmer reagieren darauf mit einem Streik. Auf Anregung des Vorstands der Gewerkschaft ENEDEP legten die Arbeiter ihre Arbeit im Hafen nieder und versammelten sich vor dem Tor der SEMPO: “Sie können nicht länger mit dem Leben der Arbeiter spielen, um ihre Gewinne zu machen”, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft ENEDEP, Markos Bekris…” (…)

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