Schrankenloser Terror

Schrankenloser Terror
Geschichte. Vor 70 Jahren verwüsteten deutsche Soldaten die griechische Gemeinde Distomo und töteten mehr als 200 Einwohner. Die Angehörigen der Opfer sind bis heute nicht ­entschädigt
Von Martin Seckendorf

Der 10. Juni 1944 hat sich tief in das kollektive Gedächtnis von Franzosen und Griechen eingebrannt. An diesem Tag zerstörten Soldaten einer Waffen-SS-Einheit die Gemeinde Oradour sur Glane in Mittelfrankreich und ermordeten 642 Einwohner. Es war das größte Kriegsverbrechen, das die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkrieges in Westeuropa verübten. Auch wegen eines aufsehenerregenden Strafverfahrens, das die DDR-Justiz 1983 gegen einen Haupttäter führte, war der Massenmord in Deutschland gut bekannt – lange vor dem Besuch des Bundespräsidenten 2013 an den zum Denkmal erklärten Ruinen des von den Faschisten zerstörten Dorfes. Dagegen ist das Massaker der deutschen Besatzer vom 10. Juni 1944 in dem griechischen Ort Distomo noch immer weiten Teilen der hiesigen Bevölkerung kaum bekannt.

http://www.jungewelt.de/2014/06-10/042.php

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Offener Brief an ARD Tagesschau und ZDF-Heute – Vermisste Berichterstattung! | – netzfrauen- netzfrauen

Am vergangenen Samstag formierte sich auf den Kanareninseln eine gigantische Protestwelle

Tagesschau, E-Mail: redaktion@tagesschau.de

Fax: 040 / 4156-7419

ZDF heute ,E-Mail: zuschauerredaktion@zdf.de Fax: +49 (0) 6131-70-12170

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir sind doch sehr verwundert, dass Sie am Samstag ( 07.Juni 2014 ) nicht über den spanischen, mit friedlichen Demonstrationen verlaufenen Massenprotest, es waren ca.300.000 Menschen auf den Strassen!! die gegen die Machenschaften des spanischen Öl- Konzerns Repsol demonstrierten, etwas berichtet haben, keine Reportage, gar nichts.

Wie kommt das? Haben Sie Vorgaben über manche Ereignisse nicht zu berichten?

Wie Sie ja sicher selbst wissen, betrifft es, wenn diverse EU Regelungen in Kraft treten uns alle. Da die Politik ja leider fast nur noch von Lobbyisten beraten wird, haben Konzerne ein leichtes Spiel.

via Offener Brief an ARD Tagesschau und ZDF-Heute – Vermisste Berichterstattung! | – netzfrauen- netzfrauen.

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VIO.ME – Solidarität im Kampf !

Seit über zwei Jahren unterstützt das „GS K K“
die Belegschaft von VIO.ME in ihrem Kampf um ihre Arbeitsplätze.
Mehrfach waren die Kollegen hier bei uns in Köln zu Gast und Vertreter unseres Komitees besuchten die Belegschaft im letzten Oktober.
Im vorletzten Winter halfen wir den Kollegen mit Spenden,um sie und ihre Familien vor Hunger und Kälte zu bewahren.

Die Geschäftsleitung hatte den Kollegen über 11 Monate keine Löhne mehr bezahlt.Gelder der Firma waren unterschlagen worden und spurlos verschwunden.
Im Februar 2013 nahmen die Kollegen die Arbeit im Betrieb wieder auf – ohne Geschäftsleitung in Selbstverwaltung!
Sie gaben sich eine eigene Satzung und regeln seither in demokratischen Versammlungen alle Fragen des Betriebes.
Mittlerweile haben sie einen legalen Rechtsstatus zuerkannt bekommen, weil in der Gesetzgebung eines kapitalistischen Landes ein Betrieb ohne Kapitalisten nicht vorgesehen war.
(deutschsprachige Webseite hier: http://www.viome.org/p/deutsch.html)

Die Kollegen beweisen nun seit über einem Jahr, dass sie den Betrieb ohne Kapitalisten führen können!

Und plötzlich melden sich die Eigentümer wieder und wollen eine Geschäftsleitung einsetzen, die den Betrieb „geordnet“ in die Insolvenz überführen soll.
Als neuer Chef soll ausgerechnet ein Manager fungieren, der in zwei Gerichtsverfahren bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden war.

Die Kollegen mobilisieren zu ihrer Verteidigung und jetzt sind wir alle in Deutschland und darüberhinaus gefordert, aktive Solidarität mit den Kollegen zu organisieren. Der Ernstfall ist für VIO.ME möglicherweise eingetreten.

Werdet vor Ort aktiv!
Organisiert Unterschriftenaktionen, Protestschreiben und Solidaritätsaktionen!

Sendet an die Proteste an Webseite VIO.Me oder zu uns an manfred.48@gmx.net

Aufruf der Arbeiter von VIO.ME vom 4. Juni 2014
Skandal in der Angelegenheit von VIO.ME!

Mit ungewöhnlicher Schnelligkeit für die Verhältnisse der griechischen Gerichte wurde für Morgen, 5.6.2014 außerregulär ein Gerichtstermin angesetzt, um eine vorläufige Geschäftsleitung der VIO.ME AG zu bestimmen.
Die als Syndikus der insolventen Muttergesellschaft Filkeram eingesetzte A. Semertzidou verlangt mit einem Antrag an das Amtsgericht von Thessaloniki im Wesentlichen. Dass die frühere Geschäftsleitung in das Unternehmen wieder eingesetzt wird.
Dieser verrückte Vorschlag verlangt vom Gericht, als vorläufige Geschäftsleitung Christina Fillipou einzusetzen, die in erster Instanz zu 23 und 123 Monaten jeweils mit zwei Gerichtsentscheidungen zu Haft verurteilt worden ist aufgrund von Schulden gegenüber den Arbeitnehmern.
Das heißt, es wird verlangt, dass diejenige Person als Geschäftsleitung eingesetzt wird, die bis zum Hals in Schulden das Unternehmen und die Arbeitnehmer mit unbezahlten Löhnen zurückgelassen hat.
Wie in demselben Antrag schamlos verlangt wird, ist ihr Zweck das Unternehmen in die Insolvenz zu führen, also die Arbeitnehmer in die Entlassung ohne Entschädigung. Es ist klar, dass sie sich nicht für die Arbeitnehmer sowohl von VIO.ME als auch von Filkeram interessieren, sondern schamlos nur für ihren Geldbeutel. Ihr Bestreben ist, krumme Wege zu finden, ihre Schulden gegenüber den Arbeitnehmern, gegenüber der Sozialversicherung IKA, gegenüber dem Staat und gegenüber Dritten zu vermeiden und nicht zahlen zu müssen. Wenn die frühere Geschäftsleitung wieder das Steuer des Unternehmens übernimmt, dann ist sicher, dass ihr erstes Bestreben sein wird, die kämpfenden Arbeiter rauszuschmeißen und die Fabrik leer zu machen.
Ein weiteres Mal sehen wir, wie staatliche Funktionsträger zugunsten der Arbeitgeberinteressen handeln und versuchen, den hoffnungsvollen Kampf von VIO.ME zu treffen. Doch sie machen die Rechnung ohne uns. Der beispielhafte Kampf der Arbeitnehmer von VIO.ME, der Tausende von Menschen gerührt und deshalb ihre Unterstützung gefunden hat sowohl in Griechenland als auch im Ausland wird siegen! Das Voranstellen der Selbstverwaltung in der Produktion und der direkten Demokratie an der Basis ist der einzige Weg, den Autoritarismus der Arbeitgeber und der Justiz zu zerschlagen. Es ist der einzige Weg, unser Leben in unsere eigenen Hände zu nehmen

  • Sie werden auf unsere Gegnerschaft treffen!
  • Hände weg vom Kampf der Arbeiter von VIO.ME!
  • Der skandalöse Antrag muss zurückgewiesen werden!
  • Alle Morgen, 5.6.2014, 10.30 vormittags zum Gericht in Thessaloniki

(Quelle: Webseite der Arbeiter von VIO.ME www. biom-metal.blogspot.gr)

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07.06.2014: Herrliche Illegale (Tageszeitung junge Welt)

07.06.2014 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)Inhalt
Die hier vorgestellten »Notizen« des Athener Schriftstellers Periklis Korovessis wurden 2013 in dem Band »Paraplevres Kathimerines Apoleies« – »Tägliche Kollateralschäden« (Ekdoseis ton Synadelfon, Athen) veröffentlicht. Dies ist, in Auszügen, die erste Veröffentlichung in deutscher Sprache. Die Übersetzung stammt von Hansgeorg Hermann.

Herrliche Illegale

Von Periklis Korovessis

Tod

Ich weiß, daß der Tod da sein wird. Wie ein eiliger Umzug vielleicht oder eher wie eine Zwangsräumung. Eine plötzliche Reise, denn dein Land hat aufgehört, zu existieren – einfach so, aus Spaß. Und dabei lasse ich soviel zurück: Ideen, Pläne für ein neues Leben, besser als das gegenwärtige, mit Bach in Wohngemeinschaft. Meine Freunde werden fehlen. Und ein bislang Unbekannter wird mit anderen Unbekannten den Platz einnehmen. Vielleicht werde ich mich erinnern – an deine Augen, deine Hände, an den Stein, nach dem du dich am Meeresstrand bücktest. Genau deshalb sage ich dir, ich weiß, daß der Tod da sein wird: an einem ganz normalen Abend.

 

 

 

 

07.06.2014: Herrliche Illegale (Tageszeitung junge Welt).

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Zum 70. Jahrestag des Massakers von Distomo:

Aufruf: Arbeitskreis Distomo, Hamburg

ak-distomo@nadir.org,

Naziverbrechen nicht vergeben, den antifaschistischen Widerstand nicht vergessen!
Gemeinsamer Kampf gegen den wiedererstarkenden Faschismus in Europa!

Zum 70

Vor 70 Jahren, am 10. Juni 1944 wurden  218  der damals ca. 1500 Einwohner Distomos – 218 Männer,Frauen und Kinder – von Einheiten der deutschen SS-Truppen ermordet. Die Mörder waren bekannt, ihre strafrechtliche Verfolgung in Deutschland erfolgte nie. Gezahlt wurde den Opfern bis zum heutigen Tag nichts.

Distomo ist nur einer der unzähligen Orte in Griechenland und Europa, in denen Wehrmacht und SS gewütet und arglose Zivilbevölkerung feige ermordet haben. Aber es ist ein Symbol geworden für die erfolgreiche Gegenwehr gegen das jahrzehntelange Hintertreiben und Verschleppen der für diese Verbrechen bestehenden deutschen Zahlungspflichten. Denn im Jahre 2000 gewann das kleine Dorf gegen das große Deutschland vor dem Areopag, dem höchsten griechischen Gericht. Deutschland muss 28 Mio. EUR zahlen.

Aber seit 14 Jahren versucht es mit allen Mitteln, sich davor zu drücken und hat die griechische Regierung genötigt, die Vollstreckung des Urteils gegen deutsches Staatseigentum in Griechenland zu verhindern. Das darf nicht so bleiben.

Eine der Lehren aus der Geschichte ist, dass Unterdrückung, Ausplünderung und Vernichtung gegenüber  anderen Völkern sich nicht lohnen dürfen. Der Raub des deutschen Faschismus allerdings rechnet sich für die Bundesrepublik Deutschland bis heute: Allein die zurückzuzahlende Summe der 1942 von der Bank von Griechenland abgepressten Zwangsanleihe sowie die anlässlich des Pariser Reparationsabkommens 1946 berechneten griechischen Schadensersatzansprüche belaufen sich auf viele Milliarden Euro. Dazu kommen die Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche der Opfer der NS-Kriegsverbrechen. Das Geld will Deutschland behalten.

Zum 70Wir Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Griechenland und der Bundesrepublik Deutschland fordern seit Jahren die sofortige Entschädigung der Opfer der NS-Massaker in Griechenland und die

Zahlung der Reparationen. Das Wiedererstarken des Faschismus in Europa ist eine Folge der Tatsache, dass nie wirklich mit den deutschen NS-Verbrechen abgerechnet wurde. Faschismus wird verniedlicht und als Meinung akzeptiert. Dabei war und ist es die Überzeugung von Mördern.

Der in Deutschland unter den Augen staatlicher Stellen verübte Terror – durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU)“ – mit der Ermordung von neun Migranten wirft tiefe Schatten auf die Rolle von Polizei und Geheimdiensten. Ganz deutlich ist geworden, dass ohne den Schutz staatlicher Stellen dem Morden weit früher ein Ende hätte bereitet werden können. Die Aufklärung wurde und wird massiv behindert, wichtige Unterlagen geschreddert, vor Untersuchungsausschüssen und im Gericht gelogen. In Griechenland tobt der Mob der „Goldene Morgenröte“ mit Morden und Gewalttaten gegenüber Flüchtlingen, MigrantInnen und Menschen mit linker Gesinnung. Diese Bewegung findet massive Unterstützung im Staatsapparat und wird als normale parlamentarische Kraft akzeptiert. Ihr Erstarken ist ein alarmierendes Zeichen in einer Gesellschaft, in der Faschismus wieder hoffähig wird. Ohne Abrechnung mit den Verbrechen der Vergangenheit, ohne radikale Durchsetzung der Entschädigungsund Reparationsansprüche ist das Signal in Deutschland wie in Griechenland: Unterdrückung, Ausbeutung, sogar die Vernichtung von Menschen anderer Nationalität und anderer Überzeugung führt dauerhaft zu Vorteilen. Das darf nicht sein. Ein erster Schritt muss sein, dass der griechische Justizminister endlich die Zustimmung zur sofortigen Vollstreckung des rechtskräftigen Urteils des Areopag für die Opfer von Distomo erteilt. Dieses Signal erwarten wir als eine klare Haltung gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus und gegen die neu heraufziehenden faschistischen Gefahren.

Für dieses Ziel wollen wir demonstrieren, über den Weg dorthin wollen wir diskutieren.

Donnerstag, 5.6.14 – Perama, Soziales Zentrum Pyxida,
Fleming 92/Ecke Achilleos,

19.00 Uhr, Informations- und Diskussionsveranstaltung

Freitag, 6.6.14 – Athen – 12.00 Uhr, Pressekonferenz

Freitag, 6.6.14 – Athen-Exarcheia, Steki Metanaston, Migrants Social Center, Soziales Zentrum, Tsamadou 13,

20.00 Uhr, Informations- und Diskussionsveranstaltung

Sonnabend, 7.6.14 –Athen, Syntagmaplatz, 11.00 Uhr,

Demonstration zur Deutschen Botschaft

Sonntag, 8.6.14 – 18.30 Uhr Distomo, Informations- und Diskussionsveranstaltung

Dienstag, 10.6.14 – 10.00 Uhr Distomo,

Teilnahme an der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Massakers

VOLLSTRECKUNG DES ENTSCHÄDIGUNGSURTEILS DES AREOPAG IM FALL DISTOMO

– SOFORT!

FÜR DIE ENTSCHÄDIGUNG ALLER NS-OPFER

Arbeitskreis Distomo, Hamburg Kontakt: ak-distomo@nadir.org,

https://www.nadir.org/nadir/initiativ/ak-distomo/

v.i.s.d.P.: Martin Klingner, Budapester Straße 49, 20359 Hamburg

flyer-25052014 AK_Distomo_de

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Griechenland nach der EU-Wahl

Im Süden Europas legte die Linke zu
Leichter Zuwachs für die Konföderale Fraktion im EU-Parlament
Von Anke Stefan (Athen) und 
Ralf Streck (San Sebastian)

Zumindest Alexis Tsipras, der Spitzenkandidat der Europäischen Linken, kann jubeln: EU-Kommissionspräsident wird er nicht, aber seine Partei SYRIZA ist in Griechenland die stärkste.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: http://www.neues-deutschland.de/artikel/934227.im-sueden-europas-legte-die-linke-zu.html

(c) Neues Deutschland 2014

Linke räumt ab
Syriza gewinnt EU-Wahlen in Griechenland. Kommunistische Partei stellt Bürgermeister in drittgrößter Stadt des Landes
Heike Schrader, Athen
Wenn es Wahlen für das nationale Parlament gewesen wären, hätte Syriza 130 Sitze und die Nea Dimokratia 69. Mit welcher moralischen und politischen Legitimität wird diese Regierung über die Schulden verhandeln oder neue Maßnahmen und neue Memoranden beschließen?« lautete die Schlußfolgerung von Alexis Tsipras zum Ergebnis der Europawahlen in Griechenland. Dort hatte Syriza die amtierende Regierungspartei Nea Dimokratia mit 26,6 zu 22,75 Prozent geschlagen. Gegenüber den Parlamentswahlen im Juni konnte die Linkspartei ihr Ergebnis damit in etwa halten, die Nea Dimokratia verlor dagegen über sieben Prozentpunkte. Die sozialdemokratische Juniorpartnerin in der Regierung Samaras, PASOK, die bei den Wahlen zum EU-Parlament 2009 noch 36,7 Prozent und bei den nationalen Wahlen im Juni 2012 immerhin noch 12,3 Prozent geholt hatte, wurde am Sonntag erneut deutlich abgestraft. Ihr aus der PASOK und diversen Miniparteien gebildetes Bündnis Elia (Olive) landete mit knapp über acht Prozent nur noch auf Platz vier der sieben aus Griechenland ins Europaparlament einziehenden Parteien.

Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) erhielt 335000 Stimmen und damit 6,1 Prozent. Das Ergebnis fällt zwar hinter das der EU-Wahlen von 2009 zurück, wo die Kommunisten noch 428000 Stimmen und 8,35 Prozent erreicht hatten. Es ist aber deutlich besser als der Einbruch von 2012, wo die KKE in den nationalen Parlamentswahlen nur 277000 Stimmen und 4,5 Prozent erreicht hatte.

Syriza stellt sechs der insgesamt 21 griechischen Parlamentarier im neuen Europaparlament. Unter den nicht mit Liste, sondern mit Kreuzwahl ermittelten Abgeordneten belegt der mit 92 Jahren sicherlich älteste neue Parlamentarier Manolis Glezos den ersten Platz. Der international bekannte Widerstandsheld hatte im Mai 1941 zusammen mit seinem damaligen Mitstudenten Apostolos Santas die Hakenkreuzfahne von der besetzten Akropolis in Athen gerissen und war dafür in Abwesenheit von den Nazis zum Tode verurteilt worden. Im EU-Parlament will Glezos sich für die Entschädigung der Opfer der von den deutschen Faschisten verübten Massaker in seinem Land einsetzen. Auch Konstantina Kouneva wird für die Linkspartei nach Strasbourg ziehen. Die Gewerkschafterin in der Reinigungsbranche war im Dezember 2008 Opfer eines bis heute nicht aufgeklärten Schwefelsäureattentats geworden.

Für die Nea Dimokratia ziehen fünf Abgeordnete ins EU-Parlament, das Bündnis Elia und die KKE stellen jeweils zwei Parlamentarier. Die mit 9,38 Prozent (516000 Stimmen) zur drittstärksten Kraft aufgestiegene faschistische Goldene Morgendämmerung entsendet drei Sitze. Die restlichen drei Sitze entfallen auf die nationalistischen Unabhängigen Griechen (ein Mandat) und die vom ehemaligen TV-Journalisten gegründete neue Partei To Potami (Der Fluß, zwei Mandate).

Zeitgleich mit den Europawahlen fanden in Griechenland auch die Stichwahlen für die Ermittlung von Bürgermeistern und Präfekten bei den bereits am vorherigen Sonntag begonnenen Kommunalwahlen statt. Insgesamt hat auch hier die Linke ihre Stimmanteile erhöhen können. Am Sonntag gingen in 30 der 325 Gemeinden und vier der 13 Präfekturen Kandidaten der Linken ins Rennen. Bei den Präfekturen gewann Syriza nicht nur die Ionischen Inseln, sondern auch die wichtigste Präfektur Attiki, in der die griechische Hauptstadt liegt. Bei den Gemeinden setzten sich die Kandidaten der KKE in allen vier Stichwahlen, darunter in der drittgrößten Landesstadt, Patras, durch. Von den 26 Gemeinden mit Syriza-Kandidaten im zweiten Durchgang werden 19 in Zukunft von linken Bürgermeistern verwaltet werden, in Athen unterlag Syriza nur knapp dem von PASOK und Nea Dimokratia unterstützten amtierenden Bürgermeister. Während sich Syriza für eine Unterstützung der KKE-Kandidaten ausgesprochen hatten, hatten die Kommunisten ihren Wählern empfohlen, sich in der zweiten Runde zu enthalten oder ungültig zu wählen, wenn ein eigener Kandidat fehlte.

Auch die Faschisten wurden gestärkt. Sie stellen zwar keinen Bürgermeister oder Präfekten, sind aber in zwölf der 13 Präfekturen und in zahlreichen Gemeinderäten vertreten. In Athen stimmten sogar mehr als 16 Prozent für die bekennenden Hitlerverehrer.

Syriza-Chef Alexis Tsipras nahm das Ergebnis zum Anlaß, erneut sofortige Neuwahlen auf nationaler Ebene zu fordern. Für Ministerpräsident Antonis Samaras ist das Resultat dagegen zwar eine Veranlassung zu Veränderungen, nicht jedoch zu Neuwahlen oder einem grundlegenden Politikwandel.

Den Artikel finden Sie unter: http://www.jungewelt.de/2014/05-27/028.php

(c) Junge Welt 2014

http://www.jungewelt.de

26.05.2014
SYRIZA holt die Hauptstadtregion Attika
Nach dem Erfolg bei der Europaabstimmung: Linkspartei-Chef Tsipras fordert vorgezogene Parlamentswahl

In Griechenland hat die Linksallianz Syriza neben der Europawahl am Sonntag auch bei der zweiten Runde der Kommunal- und Regionalwahlen punkten können. Syriza-Chef Tsipras forderte nun Parlamentswahlen »so früh wie möglich«.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: http://www.neues-deutschland.de/artikel/934161.syriza-holt-die-hauptstadtregion-attika.htm

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Bericht über die Veranstaltungsreihe: Selbstorganisation und Solidarität – Vom 26.4. bis zum 3. 5. 2014

 Bericht über die Veranstaltungsreihe:

Selbstorganisation und Solidarität – Vom 26.4. bis zum 3. 5. 2014

Die insgesamt 13 AktivistInnen aus der sozialen Bewegung in Griechenland haben an 12 Info- und Diskussionsveranstaltungen in 8 deutschen Städten teilgenommen. (siehe beigefügte Übersicht).
Daneben beteiligten sich die Gäste aus Griechenland an einer Reihe politischer Veranstaltungen. So z.B. an verschiedenen Maidemonstrationen, an einem Warnstreik, von T-Systems Beschäftigten in der Nähe von Frankfurt, an einem Protest der LKW Fahrer gegen Lohndumping, sowie an einer Demonstration gegen den Überfall auf eine Gewerkschaftshaus in Odessa. Bei diesen Veranstaltungen wurden Grußadressen der Griechinnen an die Teilnehmerinnen vorgetragen.
Die griechischen Gäste waren ausnahmslos bei Kolleg_innen untergebracht. Die Reise und die Veranstaltungen wurden ermöglicht durch die Kooperation und die Förderung der Stiftungen Menschenwürde und Arbeitswelt, dem Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung, der Rosa Luxemburg Stiftung und dem Netzwerk Selbsthilfe.
http://one-struggle.site36.net/2014/04/18/veranstaltungsankuendigungen/#more-149

Bericht über den Besuch aus Griechenland

 

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