Und wieder droht der Zwangsverkauf (neues-deutschland.de)

Eine besetzte Seifenfabrik in Griechenland ist erneut bedroht

Von John Malamatinas

Der Kampf der Arbeiter der Ex-Fliesenfabrik VIO.ME in Thessaloniki geht weiter. Trotz vieler Solidaritätsaktionen in ganz Griechenland und anderen europäischen Ländern sowie der Etablierung eines Verkäufernetzwerks ohne Zwischenhändler ist das Projekt wieder akut bedroht: durch den Insolvenzverwalter.

VIO.ME (Viomichaniki Metalleftiki) wurde 1982 gegründet als eine von drei Tochterfirmen der Filkeram AG, die der Familie Filippou gehört. Als diese im Mai 2011 Konkurs anmeldete, besetzten die 30 verbliebenen VIO.ME-Arbeiter ihre Fabrik und stellten die Produktion auf ökologische Reinigungsmittel um. VIO.ME wurde zum Symbol der Selbstorganisierung, die Handseife auch im »nd«-Online-Shop erfolgreich angeboten. Im vergangenen Jahr folgte die offizielle Anerkennung als Sozialkooperative.

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VIO.ME vor Entscheidung: Fortbestehen durch Zwangsversteigerung bedroht! Solidaritätserklärung unterzeichnen !

Der in Eigenregie und Selbstverwaltung produzierende Betrieb VIO.ME, seit dem letzten Jahr als Sozialkooperative anerkannt, ist erneut in akuter Gefahr. Seit dem 29. Mai ist ein Konkursverwalter durch Gerichtsentscheid berechtigt, im Auftrag der Eigentümerfamilie alle beweglichen Vermögensgegenstände auf dem Betriebsgelände zu erfassen und unmittelbar an beliebige Interessenten zu veräußern. Er hat Zugriff auf sämtliche beweglichen Güter, auf den Maschinenpark und Werkzeuge, auf Rohstoffe und Produkte, auf die den Arbeitern gespendeten Fahrzeuge, aber auch auf Einrichtungen und Geräte der Zweigstelle der Sozialklinik, die sich im Betrieb befindet, ebenso auf das Lager mit Hilfsgütern für Flüchtlinge.  Mit dem Einsatz von Polizeigewalt ist zu rechnen.

VIO.ME ist immer noch der einzige Betrieb in Griechenland, den die Arbeiter nach der Flucht der Eigentümerfamilie besetzt und inzwischen seit 4 ½ Jahren in Arbeiterselbstverwaltung fortgeführt haben. Wichtig für das Fortbestehen des Projekts war und ist die Unterstützung in der griechischen Bevölkerung, in Thessaloniki und darüberhinaus, aber auch die vielfältige internationale Solidarität. Das GSKK  hat seit 2012 Kontakt mit den VIO.ME-Kollegen und hat die politische und materielle Unterstützung in Deutschland mitorganisiert.

Wir rufen nun auf zur Solidarität mit der Erklärung der VIO.ME-Kollegen und zum Einstehen für ihre Forderungen, damit sie sich in der jetzigen bedrohlichen Situation auf die internationale Solidarität stützen und Druck auf die Parlamentsfraktion von Syriza und die Regierung ausüben können.  Weiterlesen

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Athen: City Plaza Hotel muss bleiben!

Foto: Χώρος Στέγασης Προσφύγων City Plaza Facebook

Seit der Besetzung im April 2016 leben Hausbesetzer und Flüchtlinge gemeinsam im City Plaza in Athen, einem ehemaligen 3-Sterne-Hotel, das während der Krise in Konkurs gegangen war und daraufhin jahrelang leer stand. Es ist eine wirkliche Alternative zu den inhumanen Flüchtlingslagern in Griechenland und bietet über 400 Menschen auf der Flucht ein sicheres und menschenwürdiges Leben. Das Leben wird von Aktivist*innen und Flüchtlingen kollektiv und demokratisch organisiert. City Plaza erhält keine Unterstützung von der Regierung, es wird aufrechterhalten durch Eigeninitiative und freiwillige Arbeit von Aktivist*innen, durch die Solidarität in Griechenland und weltweit.

Doch nach einem Gerichtsbeschluss Anfang Juni ist City Plaza von der Zwangsräumung bedroht, wie zuvor schon zwei andere besetzte Häuser in Athen. Die Bewohner und ihre Unterstützer leisten Widerstand und kämpfen  für den Erhalt dieses politischen Projekts und Zentrums der Solidarität mit Menschen auf der Flucht.

Das GSKK ruft auf zur Unterstützung der Petition:
Hände weg vom City Plaza und allen besetzten Häusern!

Weitere Informationen:
Bericht OXI-Blog,  Jan. 2017 (deutsch)
„Bestes Hotel in Europa“  (engl.)

Und sogar die Süddeutsche Zeitung berichtete positiv.

 

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Verdi-Konferenz fordert: Keine Privatisierung der griechischen Wasserversorgung

 

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Der Umgang der bundesdeutschen Machtelite mit der Reparationsfrage – eine Dokumentation

Bis zum Sankt Nimmerleinstag. Der Umgang der bundesdeutschen Machtelite mit der Reparationsfrage – eine Dokumentation

von Karl Heinz Roth

Um die Jahreswende 1945/46 fand in Paris eine Inter-Alliierte Reparationskonferenz statt, auf der Griechenland Kriegsentschädigungen im Umfang von 7,1 Milliarden US-Dollar zugesprochen wurden. Durch diesen Betrag sollte Griechenland in den Stand versetzt werden, die Folgen der deutschen Besatzungsherrschaft zu überwinden. Die Deutschen hatten Griechenland im April 1941 überfallen und in den folgenden dreieinhalb Okkupationsjahren schreckliche Massaker an der Zivilbevölkerung verübt. Sie hatten über 1.0000 Ortschaften niedergebrannt, die Rohstoffressourcen geplündert, hohe Defizite im bilateralen Handelsverkehr aufgebaut und die Zentralbank zur Finanzierung ihrer Kriegführung im östlichen Mittelmeer und in Nordafrika gezwungen. Dadurch war es zu einer Hyperinflation mit einem extremen Anstieg der Lebensmittelpreise gekommen. Allein im Winter 1941/42 verhungerten 100.000 Menschen. Beim Rückzug im Herbst 1944 zerstörten die Deutschen drei Viertel der griechischen Handelsflotte und 80 Prozent des Straßen- und Schienennetzes.

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VIO.ME: Mit Arbeiterkontrolle überleben

Seit Mai 2011 halten die Beschäftigten von VIO.ME in Thessaloniki (Griechenland) ihren Betrieb besetzt, nachdem die  Eigentümer Konkurs angemeldet und die Fabrik aufgegeben hatten. Seither wird der Betrieb unter Arbeiterkontrolle selbstverwaltet und weitergeführt.

Von Geremia Carrara

VIO.ME gehörte über viele Jahre zu einem größeren Firmenkonsortium, der Johnson-Gruppe. Als die Fabrik noch in den Händen der „EigentümerInnen“ lag, wurden dort Baustoffe und chemische Reinigungsmittel hergestellt. Wer einen Fehler gemacht hatte, bekam eine Abmahnung, beim zweiten Fehler erfolgte die Kündigung. Wer eine Toilettenpause brauchte, musste sich darum kümmern, dass die Arbeit von jemand anderem weiter gemacht wurde, die Produktion musste ja laufen. 14-Stunden-Tage waren keine Ausnahme.

Jetzt produziert VIO.ME ohne die Bevormundung durch kapitalistische Manager unter der Kontrolle und Verwaltung der Belegschaft „solidarische“ Produkte, wie z.B. natürliche Reinigungsmittel. Die Beschäftigten haben einen Plan erarbeitetet und festgelegt, dass zukünftig nur noch nützliche und ökologische Produkte hergestellt werden sollen, also biologisch abbaubare Reinigungsmittel wie Handseife oder Waschpulver. Alle sollen das gleiche Geld bekommen, von der Reinigungskraft bis zum Elektriker. Jede Entscheidung soll eine Entscheidung im Konsens sein, so dass niemand ungehört bleibt. Diese Entscheidungen werden in der für alle verbindlichen Generalversammlung getro‚ffen.

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Kaputtsparen geht weiter!

mai17-athen_labournetAusgerechnet am 1. Mai einigte sich die griechische Regierung mit den Gläubigern in Gestalt der Quadriga auf ein neues Sparpaket, das den Weg für die Auszahlung der nächsten Kredittranche freigemachen soll. Diese „Einigung“ sieht erneute Einsparungen im Staatshaushalt in Höhe von 3,9 Mrd. € vor, das entspricht 2% der griechischen Wirtschaftsleistung, und ist ein erneuter brutaler Einschnitt in die Lebensverhältnisse der griechischen Bevölkerung. Es ist stets dasselbe: Rentenkürzungen um bis zu 18 % (mittlerweile ist es die 23. Rentenkürzung in Griechenland), Steuererhöhungen durch Absenkung des jährlichen Steuerfreibetrags um ca. 3000 €, Kürzung von Hilfen für Arbeitslose und weiteren Sozialleistungen, z.B. Zuschüssen zum  Heizen . Ein erneuter Verarmungsschub also, der diejenigen am härtesten trifft, die am wenigsten haben. Staatliche Hilfen für die ärmsten Familien soll es erst nach Auslaufen des derzeitigen Hilfspakets geben. Auch die Arbeitsnehmerrechte sollen weiter beschnitten werden.  Das alles nur, damit Griechenland in die Lage versetzt wird, die im Juni fälligen Zahlungen an die Gläubiger in Höhe von 7 Mrd. € zu leisten. Weiterlesen

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