„Der gefährlichste Gesetzesentwurf seit der Militärdiktatur“

Seit dem 7. Juli wird in Griechenland auf breiter Front gegen den Gesetzesentwurf der Regierungspartei Nea Dimokratia zur Verschärfung des Demonstrations- und Versammlungsrechts protestiert. Die letzte vergleichbare Fixierung des Versammlungsrechts in Griechenland geht zurück auf die Obristendiktatur und wurde seitdem weder abgeschafft noch geändert.

Ralf Kliche schreibt dazu auf griechenlandsoli.com: „So hat sich in den letzten Jahrzehnten ein Zustand herausgebildet, wie er mir für Griechenland nicht untypisch erscheint. Es besteht eine – von vielen ungewollte – Gesetzeslage, die aber außerhalb des öffentlichen Bewusstseins liegt und nicht umgesetzt wird. Faktisch bedeutet dies, dass gar kein Demonstrationsrecht gilt. Soll eine Demonstration durchgeführt werden, machen die Veranstalter sie der Polizei bekannt – und gut. Vor Ort entscheidet sich dann aufgrund der handelnden Personen / Organisationen wie im Einzelfall verfahren wird. Zwar greift die Polizei bei erkannten oder vermuteten Straftaten ein, die Demonstration als solche ist aber nicht der Auslöser polizeilichen Handelns.

Diesen Zustand will der zuständige Katastrophenschutz-Minister Chrysochoidis nun ändern, zur Herstellung von ‚Sicherheit‘ und zum Schutz von ‚Ladenbesitzern, die unter Kundgebungen leiden‘ “

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Schuld und Schulden

Das neue Werk »Krieg und Nachkrieg – Das schwierige deutsch-griechische Jahrhundert« des Historikers Hagen Fleischer schafft es, die Geschichte auch aus griechischer Perspektive zu beleuchten. Schlaglichter auf ein Buch

Von Hansgeorg Hermann – Junge Welt, 9.7.2020

Inszenierten sich als Freunde der griechischen Kultur. Nazitruppen auf der Akropolis nach dem Einmarsch im Sommer 1941

“ Ist Deutschland schlecht? Sind oder waren (west)deutsche Politiker der vergangenen 70 Jahre widerliche Zyniker – oder einfach nur Ignoranten? Fragen, die nach gegenwärtiger Lage der Dinge sowohl mit »ja« als auch mit »nein« zu beantworten wären. Glücklicherweise hat der deutsch-griechische Historiker Hagen Fleischer in dieser Situation eine Arbeit zum Verhältnis zwischen den beiden Staaten abgeliefert, die auf rund 350 Seiten zusammenfasst, was in der Tat wichtig ist – für beide Völker, für die Regierungen hier und dort – für Europa und sogar für dessen finanzkapitalistisches Epizen­trum Brüssel. Eine Studie für jedermann, sicher, vielleicht sogar eine künftige Pflichtlektüre für Schüler, Studenten und ahnungslose Reporter. (…)“

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Wasserwerker von Thessaloniki zum Erfolg vor dem obersten Gericht

Mitteilung der Betriebsgewerkschaft der EYATH (1) zur Entscheidung des Staatsrates (2)

„Die Entscheidung der Vierten Kammer des Staatsrates 1224/2020 bedeutet einen großen Erfolg im Kampf gegen die Privatisierung des Wassers und gegen die Eingliederung der EYATH in das Portfolio des Superfonds (3). Zum zweiten Mal im Jahrzehnt der Memoranda und der Schuldenkrise bremst der Kampf um das Wasser als öffentliches und soziales Gut nicht nur die Memorandumspolitik ab, sondern bringt sie womöglich zum Kippen.

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Griechische Regierung will Versammlungsrecht einschränken

2. Juli, ZdA (Zeitung der Arbeit)

A rally by university student associations on Thursday morning. (Photo by Eurokinissi)

„Die griechische Regierung hat im Parlament einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der das Versammlungsrecht massiv einschränkt. ‚Es ist ein Gesetz, das im Wesentlichen jede Mobilisierung des Volkes unter Verbot und Restriktionen stellt. Es ist ein Gesetz im Zeichen von Staatsterrorismus, Autoritarismus und Repression‘, urteilt darüber der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE), Dimitris Koutsoumbas.

Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem vor, dass die Teilnahme an Protesten, die nicht polizeilich genehmigt sind, mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden können und dass Organisatoren für Schäden, die in Zusammenhang mit Demonstrationen entstehen, verantwortlich gemacht werden können. Letzteres macht breite Mobilisierungen faktisch unmöglich, da man sonst immer mit dem Risiko konfrontiert wäre, dass sich politische Gegner oder staatliche Provokateure verdeckt in die Demonstration mischen und bewusst Schäden an öffentlichem und privatem Eigentum verursachen, um den Organisatoren der Demonstration Probleme zu bereiten. (…)“ weiterlesen

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Vorstoß der Mitsotakis-Regierung gegen das Demonstrationsrecht

Labournet, 1. Juli 2020

Erste Proteste am 2. Juli

Plakat der Gewerkschaftsförderation PAME

Am Montag, 29. Juni 2020 hat die griechische Rechtsregierung im Parlament einen Gesetzentwurf eingebracht, mit dem Demonstrationen, Kundgebungen und andere öffentliche Versammlungen und Aktivitäten unterdrückt werden sollen. (Voraus geschickt sei: Bisher ist das griechische Demonstrationsrecht eindeutig demokratischer als etwa die stets polizeikontrollierten entsprechenden „Freiheiten“ in der BRD).

„Die Stimme der Arbeiter kann nicht zum Schweigen gebracht werden. Das Demonstrationsverbot wird nicht durchkommen.“ (Plakat)

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Demonstration 7. Juli

Auf die gewalttätige und erstickende Repression des herrschenden Systems antworten wir mit kollektivem und selbstorganisiertem Widerstand, denn nur so können wir uns Luft zum Atmen verschaffen

Abschalten der Stromversorgung bei der VIOME

Diebstahl der Wasserquellen des Dorfes Stagiates (1)

umweltfeindliches Gesetz (2)
Müllverbrennung in Volos und Thessaloniki (3)

Sperrstunden

repressive Polizeimaßnahmen

Gesetzesentwurf zur Einschränkung des Versammlungs- und Demonstrationsrechts

arbeiter*innenfeindliche Gesetzgebungsakte (4)

Plünderung natürlicher Ressourcen

und so das Leben in die eigenen Hände nehmen.

Demo am Dienstag, den 7. Juli – 19.00 Kamara

SE VIOME – Bürgerversammlung in Stagiates – Kampfkomitee Megali Panajia (5) – Kampfkomitee Thessaloniki gegen den Goldabbau (5) – Offenes Solidaritätsbündnis mit VIOME – AS Pueblo – Antiautoritäre Bewegung Thessaloniki

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Tsipras neuerdings gegen Wasserprivatisierung?

„Die Diskussion über Wasserprivatisierung ist gänzlich außerhalb des Kontext“, erklärt der ehemalige Ministerpräsident (Syriza) nun. ABER: unter Syriza wurde im Jan. 2018 beschlossen, die Wasserwerke EYATH (Thessaloniki) u. EYDAP (Athen) zu 50% (+1 Anteil) in den Superfonds zu überführen. Die damals angestrengte Klage der Wasserwerker vor dem Staatsrat hat nun das Blatt gewendet.

Es heißt nun: „SYRIZA’s Tsipras stellt sich gegen die Privatisierung von EYDAP.“

„SYRIZA leader Alexis Tsipras opposed to the privatisation of Athens Water Supply and Sewerage Company (EYDAP) on Tuesday during a meeting with EYDAP Workers‘ Federation, noting that ‚water is a public good, a human right and cannot be included in the sale process.“

He stressed that „certain goods, critical to human life and dignity, cannot be subject to the laws of the market, they cannot be marketable goods.‘ (…)“

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