In Griechenland und europaweit gehen Antifaschist*innen auf die Straße und fordern in zahlreichen Aktionen die Verurteilung der Nazi-Mörder von der Partei „Goldene Morgenröte“ (Chrysi Avgi). [Ausführliche Berichte hier] Das Urteil über 69 Angeklagte wird am 7. Oktober gesprochen, nach 5 Jahren Prozess. „Golden Dawn Watch“ wird live berichten (englisch). Informationen
Dachau
Korfu
Paris
Athen: Wir haben keine Angst
Thessaloniki: Sie sind nicht unschuldig!
Santorini
Athen
Brüssel
Florenz
Ausführlicher Bericht (Podcast) über „Golden Dawn“ (Goldene Morgenröte) und die Arbeit von „Golden Dawn Watch“ als Podcast von NSU-Watch (deutsch). Auch nach zwei Jahren noch sehr hörenswert und informativ.
Ein Hilfsteam aus Deutschland will auf Lesbos Kinderschuhe verteilen.
Dann nimmt die griechische Polizei die Stuttgarter fest.
Was dann folgt, erklärt einer der Helfer dem RND mit den Worten “einfach Psychoterror”.
von Alisha Mendgen, 03.10.2020 (RND)
„Zustände wie im alten Moria“
„Mehr als vier Stunden sitzen die Helfenden Serkan Eren und Louisa Sanchez am letzten Montag auf einer Polizeiwache auf Lesbos: Griechische Beamte stellen ihnen unzählige, teils private Fragen. Wann sie gehen können, war lange unklar, wie Eren dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtete. Nach mehrstündigen Verhören lassen die griechischen Behörden das Hilfsteam der Stuttgarter Organisation Stelp wieder frei. Zwischendurch stehen Eren und Sanchez im Kontakt mit der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Auf ihrer Instagram-Seite macht Stelp auf den Fall aufmerksam – doch was genau ist passiert? (…) „
Der seit 5 Jahren andauernde Prozess gegen 69 Mitglieder der „Goldenen Morgenröte“ (Chrysi Avgi) geht am 7. Oktober zuende. Es geht um vier Anklagepunkte: Mord an Pavlos Fyssas, versuchter Mord an kommunistischen Gewerkschaftlern und dem Gewerkschaftsvorsitzenden Sotiris Poulikogiannis (beides im Sept. 2013), versuchter Mord am ägyptischen Fischer Abouzid Embarak (Juni 2012) und dals gewichtigster Anklagepunkt: die Führung und Bildung einer kriminellen Vereinigung.
Die Staatsanwältin will nun den Prozess einzig gegen Giorgos Roupakis führen, der den antifaschistischen Rapper Pavlos Fyssas erstochen hat, und fordert einen Freispruch für die Anstifter. Dagegen wendet sich die Petition und will den Druck der europäischen Antifaschisten spürbar machen !
Das fünfeinhalb Jahre andauernde Gerichtsverfahren gegen die griechische Neonazi-Organisation Goldene Morgenröte kommt
am 7. Oktober 2020 zu seinem Ende, wenn die aus drei Richtern
bestehende Kammer ihr Urteil verkünden wird. Dieses Urteil wird nicht
nur in Griechenland nachhallen, wo der Prozess an sich bereits in hohem
Maße dazu beigetragen hat, dass der Aufwärtstrend, den die Goldene Morgenröte
in den letzten zehn Jahren verzeichnete, rückläufig ist. So hat die
ehemals drittstärkste Fraktion im griechischen Parlament bei den Wahlen
im vergangenen Jahr alle Mandate verloren und die Partei wurde durch
Spaltungen und Austritte zusätzlich geschwächt. (…)
Die 68 Angeklagten haben sich in vier Anklagepunkten zu verantworten: dem Mord an Pavlos Fyssas im September 2013, dem versuchten Mord an kommunistischen Gewerkschaftlern und dem Gewerkschaftsvorsitzenden Sotiris Poulikogiannis im selben Monat, dem versuchten Mord am ägyptischen Fischer Abouzid Embarak in seiner Wohnung im Juni 2012 und zuletzt im übergeordneten Anklagepunkt: der Führung und Bildung einer kriminellen Vereinigung. (…)“
Gleich drei politische Fälle wurden an diesem Tag verhandelt, darunter die Vio.Me-Zwangsversteigerung. Mehr als 100 Menschen hatten sich versammelt. Der Haupteingang war von Bereitschaftspolizei blockiert.
Die Polizei verbot mehreren Vio.Me-Arbeitern den Zutritt. Aber die Zwangsversteigerung gelang nicht. Es wurde niemand gefunden, der sich für die Auktion interessierte. Vio.Me bleibt!
Weiterhin wurde gegen 51 Antifaschisten verhandelt, die Hakenkreuze von einer Säule entfernt hatten. Vorwurf: Ungehorsam und Sachbeschädigung. Mitglieder von Libertatia standen vor Gericht, weil sie ein 2018 von Neonazis zerstörtes Gebäude wieder repariert hatten.
Vio.Me-Erklärung zur neuen Versteigerungsrunde (dt. Übersetzung: gskk)
LASST UNS ALLE ZUSAMMEN DIE ZWANGSVERSTEIGERUNGSTERMINE VOR DEM GERICHTSGEBÄUDE BLOCKIEREN: 17.09. – 24.09. – 1.10 – 8.10 – 5.11.2020
Sie haben unsere Löhne nicht
ausgezahlt. Sie haben uns nicht respektiert und wollten uns loswerden. Sie
hatten vor, die Fabrik dichtzumachen.
Es ist 9 Jahre her, seit wir geantwortet haben. Und wir haben ihnen eine entschlossene Antwort gegeben. „Wenn Ihr nicht könnt, wir können!“ Wir haben die Fabrik rückerobert und die Produktion aufgenommen.
Im Übrigen haben nur wir die Produktion aufrechterhalten, sie haben nur Befehle erteilt. Und sie haben auch das Geld einbehalten. Jetzt arbeiten wir für uns und keiner erteilt uns Befehle. Wir diskutieren gemeinsam alle offenen Fragen und funktionieren nach basisdemokratischen Grundsätzen. Entscheidungen treffen wir auf unserer Betriebsversammlung und teilen
unter uns den Ertrag, den wir erwirtschaften. Das Arbeitsergebnis gehört uns und nicht irgendeinem faulenzenden
Großaktionär.
Der seit gut 5 Jahren andauernde Prozess gegen 69 Mitglieder von Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte), darunter 18 Abgeordnete) nähert sich seinem Ende. Nach 453 Anhörungen sollen am 7. Oktober die Urteile gefällt werden. Es heißt, dies sei der größte Prozess gegen eine Nazi-Organisation seit den Nürnberger Prozessen. Chrysi Avgi verfügt offenbar über Verbindungen zu den rassistischen White Supremacists in den USA.
Mitglieder von Chrysi Avgi habe jahrelang Gewalttaten gegen Geflüchtete und gegen Menschen aus Minderheitengruppen begangen. Diese Taten wurden nicht verfolgt. Die Siuation änderte sich erst, als ein Grieche, der Rapper Pavlos Fyssas (alias #KillahP) im September 2013 von Georgios Roumpakias, einem Mitglied des Parteirats von Chrysi Avgi, mit Hilfe eines Schlägertrupps in Keratsini/ Piräus ermordet wurde.
Elf Tage nach dem Mord an Fyssas verhaftete die Polizei Abgeordnete und Mitglieder von Chrysi Avgi. In den Anklagen der Staatsanwaltschaft wurden weitreichende Vorwürfe erhoben: u.a. die Untergrabung der Rechtsstaatlichkeit, Verletzung der Menschenrechte, Gefährdung der öffentlichen Ordnung, Verstoß gegen die demokratische Tradition des Landes und die Rechtskultur, Verbrechen, die sich aus ihrer rechtsextremen Ideologie ergeben. Ein Anklagepunkt lautet, dass es sich bei Chrysi Avgi um eine kriminelle Vereinigung im Sinne von Artikel 187 des griechischen Strafgesetzbuchs handelt.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.