„Auf Solidarität kann man zählen, aber nicht auf einen staatlich organisierten professionellen Brandschutz.“
Von Christina Pfäffle, 8.8.21 – TAZ

ATHEN taz | In der Suppenküche des Kollektivs Elchef im linken Athener Studentenviertel Exarchia treffen am vergangenen Freitag viele Menschen aufeinander. Eigentlich ist hier, wo sonst 150 bis 200 Mahlzeiten täglich verteilt werden, jetzt Sommerpause. Gefolgt sind die freiwilligen Helfer*innen dennoch dem Aufruf des Suppenküchenkollektivs.
Seit nunmehr sechs Tagen sammeln und verteilen die Unterstützer*innen Hilfsgüter wie Augentropfen, Schmerzmittel, Bandagen, Sauerstoffflaschen, Lebensmittel, Tierfutter und Wasserflaschen an die Feuerwehrleute und die Opfer der verheerenden Waldbrände in der Region Attika rund um Athen. Trotz extremer Hitze und obwohl die griechische Zivilschutzbehörde die Bevölkerung dringend dazu aufruft, ihre Wohnungen und Häuser wegen der starken Rauchbildung nicht zu verlassen, kommen am Nachmittag kontinuierlich Leute, um neue Hilfsgüter zu bringen. Es scheint so, als wolle man sich ein wenig Mut zusprechen, angesichts des hilflosen Gefühls gegenüber der kilometerlangen Feuerfront. (…)

Kritik am Versagen der Mitsotakis-Regierung wird vielfach geübt. Hier die Stimme von Yiorgos Archontopoulus, Präsident der Wassergewerkschaft in Thessaloniki: „Stop using climate change for every problem. Greek government, just choose to let those areas be burned. 2 years now hired thousands of policemen instead of fire fighters, reduced money for forest protection. It’s not climate change, it’s neoliberalism in praxis.“ (Γ.Αρχοντόπουλος@GArchontopoulos, 8.8.)
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