Samos: Lockdown heavy

Rund 100 Coronafälle gibt es im Flüchtlingslager Vathy auf der griechischen Insel Samos. Betroffene werden auf engstem Raum eingepfercht.

Von Eva Oer, 28. 10. 20 – TAZ


Die Polizei bewacht die Ausgänge des Camps Vathy auf Samos Foto: Eva Oer

„Wir bitten um Hilfe. Wir sind nur Flüchtlinge, wir haben kein Verbrechen begangen“, sagt die männliche Stimme im Video. Die Kamera zeigt in einer Plastikverpackung eine Art Fladenbrot, auf dem es bläulich-pelzig schimmert. „Das ist das Frühstück, das sie uns zu essen geben“, sagt der Mann. „Sie sehen, wie schlecht es ist. Im Camp ist das Essen schon abgelaufen.“ (…)

Joseph soll der Mann hier heißen, in dessen Coronaquarantäne im Flüchtlingslager auf der griechischen Ägäisinsel Samos das Video entstanden ist. Es zeigt die Bedingungen, unter denen die Bewohner*innen des Camps isoliert werden, wenn sie positiv auf das Coronavirus getestet werden.

Josephs kompletter Name ist der taz bekannt. Doch wie viele andere im Lager hat er Angst vor den griechischen Behörden. „Ich bin schon so lange hier, ich kenne dieses Lager“, sagt der breitschultrige Mann. Seit einem Jahr und 10 Monaten lebe er im Camp. (…)

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Frontex weigert sich trotz EU-Nachfrage, Pushbacks zu untersuchen

Von Nikolaj Nielsen, 27. 10. 2020 – EUobserver

Die EU-Grenzagentur Frontex widersetzt sich der Forderung der Europäischen Kommission nach Untersuchungsberichten über die Hinderung von Asylbewerbern, auf den griechischen Inseln zu landen.

„Frontex weist jegliche Andeutungen einer Beteiligung an Pushbacks entschieden zurück“, sagte ein Sprecher der in Warschau ansässigen Agentur am Montag (26. Oktober) gegenüber dieser Website, als er gefragt wurde, ob Frontex beabsichtige, den Vorwürfen nachzugehen. Stattdessen sagte er, dass die Agentur mit ihren Operationen „die höchsten Standards“ der Grenzkontrolle aufrechterhalte.

Diese Erklärung folgt auf die Aufforderung der Kommission an die Agentur, das Problem zu untersuchen, nachdem Videoaufnahmen eines Frontex-Schiffes aufgetaucht waren, das ein Boot voller Menschen vor der griechischen Küste blockierte.

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Frontex: die Überwacher überwachen

4. August 2019 – Hinttergrundrecherche von Correctiv.org

Kurz vor den Europawahlen peitschte die EU eine Reform der Grenzagentur Frontex durch. Die Behörde wird so mächtig wie nie zuvor. Kaum einer kann noch kontrollieren, ob die Agentur die Grundrechte von Flüchtlingen achtet. Ob sie wirklich versucht, auf See Menschenleben zu retten. Transparenzaktivisten versuchen es trotzdem – auf ihre ganz eigene Weise. Eine gemeinsame Recherche mit dem ARD-Magazin Report München.

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EU-Kommission fordert Aufklärung von Frontex und Athen wegen möglicher “Pushbacks”

Immer wieder werfen Kritiker der griechischen Küstenwache vor, Migranten illegal zurück aufs Meer zu treiben. Mehrere Medien hatten zudem unlängst berichtet, dass die EU-Grenzschutzagentur Frontex ebenfalls in die sogenannten “Pushbacks” verwickelt sein soll. Die EU-Kommission fordert nun Aufklärung.

RND 26. 10. 2020

Brüssel. Nach Medienberichten über die Verwicklung der EU-Grenzschutzagentur Frontex in das illegale Zurückweisen von Migranten durch die griechische Küstenwache mahnt die EU-Kommission Aufklärung an. „Wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst“, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Montag.

Man erwarte sowohl von den griechischen Behörden als auch von Frontex, dass derlei Berichte geprüft und die vollständige Einhaltung von EU-Recht garantiert würden. „Die Kommission ist tief besorgt über Berichte von Pushbacks oder anderen Formen der Nicht-Einhaltung von EU-Recht.“ (…)

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BBC: Wer ließ Moria brennen?

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Die griechische Regierung will weniger Camps

Ein Feuer vernichtete im September das völlig überfüllte Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos. Auch das provisorische Übergangslager ist inzwischen zweimal von Regenfällen überflutet worden. Trotz der Probleme dort will Athen zwei andere Camps auf Lesbos auflösen.

Von Rodothea Seralidou, 15. 10. 2020 – DLF

„Im städtischen Flüchtlingscamp von Kara Tepe auf Lesbos (Anmerkung: gemeint ist NICHT das kürzlich errichtete Ersatzlager für Moria): Trotz des starken Regens warten einige Kinder auf den Schulbus. Sie tragen farbenfrohe Regenmäntel, lachen und spielen. Hier ist Platz für etwa 1300 Geflüchtete, vor allem schutzbedürftige Familien. Seit der Gründung des Lagers im Jahr 2015 wird es vom UN-Flüchtlingshilfswerk geleitet. Einer der Bewohner ist der 18-jährige Bismillah aus Afghanistan:

‚Wir haben hier ein Café, eine Teestube, verschiedene Freizeitaktivitäten. Alle sind sehr nett zu uns. Ich lebe hier mit meiner Mutter, wir haben einen eigenen Wohncontainer, jeder von uns hat ein eigenes Bett. Wir haben wirklich alles hier. Es ist ein guter Platz für uns, wir fühlen uns sicher.‘

Trotzdem will die konservative griechische Regierung das städtische Familien-Camp schließen. Auch ein weiteres Vorzeigecamp, das ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern betriebene Pikpa-Camp in der Nähe des Flughafens der Insel, soll dicht gemacht werden. Die Geflüchteten sollen ins staatliche Lager gebracht werden. Erst ins provisorische Flüchtlingslager, das nun vorübergehend das abgebrannte Camp Moria ersetzt; und bis Mitte 2021 in ein neues geschlossenes Camp, das die Regierung bis dahin bauen will. (…)“

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»Alternativen zu den grausamen Camps werden ausradiert«

Das Flüchtlingslager Pikpa auf Lesbos für besonders schutzbedürftige Menschen soll geschlossen werden

13. 10. 2020 – nd

Foto: dpa/Socrates Baltagiannis

Mytilini. Die angekündigte Schließung des kleinen Flüchtlingslagers Pikpa auf Lesbos ist laut Mitarbeitenden ein gezielter Angriff auf den würdevollen Umgang mit Geflohenen. »Das Leben der Schutzsuchenden soll unmöglich gemacht, die Menschen dehumanisiert werden in entsetzlichen Camps«, sagte Carmen Dupont von der Initiative Lesbos Solidarity, die Pikpa betreibt, dem Evangelischen Pressedienst (epd). »Weil wir gezeigt haben, dass es eine Alternative zu den grausamen Zuständen in überfüllten Camps geben kann, sollen wir ausradiert werden. Das ist politisch gewollt.« Die Behörden haben angekündigt, das Camp bis Donnerstag zu schließen. (…)

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