Orthodoxe rebellieren gegen Corona-Regeln

Griechenlands Regierung ist eingeknickt. An sich müssen Kirchen wegen der strengeren Corona-Maßnahmen geschlossen bleiben. Doch heute feierten diese mit den Gläubigen das Epiphaniafest.

Von Verena Schälter, 6.1.2021 – ARD-Studio Athen

Andreas Chronis steht vor der Athener Kathedrale, denn heute feiern orthodoxe Christen das Epiphaniafest und gedenken damit der Taufe Jesu. ‚Wir können nicht nicht am Gottesdienst teilnehmen.Es ist ein sehr wichtiger Tag, ich würde fast sagen noch wichtiger als Weihnachten. Und wir Griechen haben unsere Traditionen an diesem Tag.‘

Gut 30 Gläubige nehmen an der Messe teil, mit Abstand und Maske. Alles wartet auf den Höhepunkt des Festgottesdienstes: die Segnung durch Erzbischof Hieronymus II., Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Griechenland. Dabei hält er einen in Weihwasser getauchten Basilikumzweig vor sich, und die Gläubigen drücken nacheinander ihr Gesicht dagegen und bekreuzigen sich.

So machen sie es seit Jahrhunderten. Doch in diesem Jahr ist es für die einen ein Akt der Rebellion, für andere ist es vor allem fahrlässig. (…)“

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Staatsanwalt gegen heilige Leugnung

Von Wassilis Awestopoulos, 5. 11. 2021 – Telepolis

Premierminister Kyriakos Mitsotakis besucht Bischöfe. Foto: Handout Prime Minister Office / Dimitris Papamitsos

Griechenland: Kirchenväter verbreiteten Verschwörungstheorien gegen die Impfung

Die Leugnung der Infektionsgefahr für Covid-19 in Kirchen und beim gemeinsamen Abendmahl kursiert in Teilen der griechischen Staatskirche seit Beginn der Pandemie. An dieser Leugnung hat sich nicht viel geändert. Neu hinzugekommen sind von Kirchenvätern verbreitete Verschwörungstheorien gegen die Impfung.

Zwischen beiden Leugnungen hat die Pandemie in Griechenland immer mehr Opfer gefordert. Vom ersten Todesfall im März bis zum 31. Oktober starben 626 Personen. In den letzten beiden Monaten des Jahres kamen 4.212 hinzu.

Keine Abstände und Masken für Bischöfe

Immer noch hat die Kirche im Allgemeinen ein ambivalentes Verhältnis zu den Abstandregeln und Präventionsmaßnahmen. (…)

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Man nennt ihn „Hammer-Voridis“

Regierungsumbildung: Ein „Ultra“ ist nun griechischer Innenminister.

Die hier vor einem Plakat der Obristenjunta posierenden Herren (mit einschlägiger Vergangenheit) sind nun in der Regierung Mitsotakis vereint:
Athanasios Plevris (stellv. Reg.sprecher),  Mavroudis „Makis“ Voridis (neuer Innenminister, vorher Agrarminister), Adonis Georgiadis (Minister für wirtschaftliche Entwicklung).

Von Manuela Tschida-Swoboda, 6. Jan. 2021 – Kleine Zeitung Kärnten

„Es ist ein Treppenwitz der Geschichte: Nach der jüngsten Regierungsumbildung von Premier Kyriakos Mitsotakis gibt es mit mehr als 50 Ministern, Vizeministern, stellvertretenden Ministern und Staatssekretären so viele Posten wie nie zuvor in der Athener Regierungsgeschichte – zumindest seit dem Ende der Militärdiktatur 1974 nicht. Dabei war es just Mitsotakis von der liberal-konservativen Nea Dimokratia, der nach seiner Wahl vor 18 Monaten mit der für Griechenland so typischen Klientelpolitik und Vetternwirtschaft aufräumen wollte.

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Rechtsruck der griechischen Regierung

Der Rechtsextreme Makis Voridis wird Innenminister, die umstrittene Ex-Journalistin Sofia Voultepsi stellvertretende Migrationsministerin

Makis Voridis: früherer rechter Aktivist, Freund von Jean-Marie Le Pen und dem FN nahestehend (hier bei einer Parade zum 1. Mai 2003)

Mavroudis „Makis“ Voridis (Μαυρουδής «Μάκης» Βορίδης) ist ein griechischer Rechtsanwalt und Politiker. Der ehemalige Anführer, Vorsitzende und Gründungsmitglied mehrerer rechtsextremer Gruppen und Parteien war Verkehrsminister der Übergangsregierung Papadimos für die rechtspopulistische LA.O.S. Nach seinem Wechsel zur konservativen Nea Dimokratia 2012 übernahm Voridis deren Fraktionsvorsitz im griechischen Parlament, zuletzt war er Gesundheitsminister im Kabinett Samaras. (Quelle)

4. 1. 2021 – Der Standard

Athen – Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat am Montag sein Kabinett umgebildet und damit Spekulationen über Neuwahlen ausgelöst. Neuer Innenminister ist Makis Voridis, der in den 90er-Jahren die rechtsextreme Partei Elliniko Metopo gegründet hatte. Diese sperrte sich vehement gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Das Innenministerium wäre für die Organisation einer Neuwahl verantwortlich, die normalerweise erst 2023 fällig ist.

Die frühere Journalistin Sofia Voultepsi, die seit 2004 der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia angehört, wurde zur stellvertretenden Migrationsministerin ernannt. Sie hatte 2014 in einer Fernsehdebatte gesagt, die Flüchtlinge seien „unbewaffnete Eroberer“. Mit dem 44-jährigen Nicholas Yatromanolakis, der stellvertretender Kulturminister wird, holte Mitsotakis erstmals einen offen homosexuellen Mann in die griechische Regierung.

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Unterstützt die Solidaritätspraxis K.I.A. in Thessaloniki

Aufruf von FILíA (Deutsch-Griechische Freundschaft Bremen)

Liebe Griechenlandfreund*innen,
es steht schlecht um K.I.A.: Seit fast zehn Jahren sichern die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der Solidaritätspraxis in Thessaloniki die medizinische Grundversorgung der Menschen, die vom Gesundheitssystem ausgeschlossen sind. Doch durch Corona hat sich ihre finanzielle Situation weiter verschlechtert

FILíA hilft der Solidaritätspraxis in Thessaloniki seit 2014 mit Geld- und Arzneisendungen. Damit bedürftige Personen auch weiterhin ärtzlich und medikamentös versorgt werden können, ist die Praxis auf unser aller Unterstützung angewiesen. In ihrem Aufruf bittet K.I.A. um unsere/Ihre Hilfe.

Bitte spendet/n Sie an:
FILíA Deutsch-Griechische Freundschaft Bremen
IBAN: DE02 2919 0330 0106 7281 00
BIC: GENODEF1HB2

Medikamente senden Sie bitte an:
Chaidoula Lymperoudi-Christoffers
Borchhöhe 30
29790 Schwanewede

Alle Spenden werden direkt an K.I.A. weitergeleitet.
Wir danken Euch/Ihnen für Euer/Ihr Engagement und wünschen Euch/Ihnen ein gesundes neues Jahr, herzliche Grüße

Chaidoula Lymperoudi-Christoffers, FILíA (Deutsch-Griechische Freundschaft Bremen)

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“Diese obsessive Verfolgung ist immer eine Ehre für einen politischen Gefangenen”

Zur Verlegung von Dimitris Koufontinas

„Die Regierung Griechenlands verschiebt Menschen und Grenzen. Akte gezielter Willkür und öffentliches zur Schau stellen der Missachtung eigener Gesetze symbolisieren ihre Motive und ihr politisches Selbstverständnis.“ Dimitris Koufontinas zu seiner Verlegung (…)

Und nun mal wieder Koufontinas. Zentrale Figur der revolutionäre Organisation 17. November, der sich stellte und die politische Verantwortung übernahm, als die griechische Stadtguerilla Gruppe im Jahr 2002 aufgeflogen war (…).

Die Liste der Schikanen und außergesetzlichen Maßnahmen gegen ihn seither ist lang, egal unter welcher Regierung. Isolationen, Besuchsverweigerung, Kommunikationsblockade für seine Anwälte oder richterliche Ablehnung ihm gesetzlich zustehender Möglichkeiten des Freigangs.

Und nun mal wieder eine unangekündigte Verschleppung in einer Nacht- und Nebel-Aktion. Die Einordnung dieses Manövers überlassen wir dem Genossen selbst und dokumentieren hier seine Erklärung über die Verlegung in das Gefängnis in Domokos

Nun, ich muss nicht schreien, damit mir geglaubt wird“ ( G. Ritsos) (…)

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Tausende anerkannte Asylbewerber von Obdachlosigkeit bedroht

Hilfsorganisationen warnen, dass 11.000 Menschen Hilfsleistungen verlieren könnten. Darunter sind auch besonders Schutzbedürftige

28.12.2020 – Der Standard

Athen – Die Flüchtlingsfrage sorgt in Griechenland auch abseits der katastrophalen Zustände in Lagern für Schlagzeilen. Der Beschluss der Regierung des konservativen Premiers Kyriakos Mitsotakis (Nea Diomkratia, ND), dass als asylberechtigt anerkannte Migranten keinen Anspruch mehr auf von Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellte Quartiere haben, hat viele Migranten in die Obdachlosigkeit getrieben. Mitten im Winter könnten davon laut Medien knapp 11.000 Personen betroffen sein.

Sie standen zuvor unter der Schutzaufsicht der Unterstützungsprogramme „Estia“ und „Helios“ und hatten daher in der Regel auch ein Dach über dem Kopf. Der Beschluss, dass sie als anerkannte Asylberechtigte künftig „auf eigenen Beinen“ zu stehen haben, zwang viele von ihnen, ihre Unterkünfte zu verlassen. Manche davon sind nun mitten im Winter von Obdachlosigkeit betroffen. Laut der Regierung müssen sich anerkannte Flüchtlinge wie jeder griechische Bürger selbst um Unterhalt und Obdach kümmern.

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