Video – Europas Demokratie wird entsorgt!

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Video unserer Veranstaltung vom 4. Juli 2013
Europas Demokratie wird  entsorgt!
DGB-Haus  (Hans Böckler Platz)

Das GSKK – Köln hatte Kolleg/innen aus den betroffenen Ländern eingeladen, die in Kurzberichten (ca. je 10 min) über die sozialen Folgen  der „Troika-Politik“ und den massenhaften Widerstand in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien informierten.
Anschließend wurde über den notwendigen Widerstand gegen diese Angriffe auf die Errungenschaften der europäischen Gewerkschaftsbewegung diskutiert.

Quelle: www.r-mediabase.eu
Flugblatt zum ausdrucken

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PORTUGAL Gewerkschafter protestieren im Parlament

Von diesem kleinen Beitrag sind die ersten Minuten interessant, auch wenn man die Sprache wohl nicht versteht. Es handelt sich um eine, sich am heutigen Nachmittag (11.Juli2013) ereignete Störung der Parlamentsdebatte in Lissabon, bei der es um die Verschärfung der Arbeitsbedingungen für die Angestellten im Öffentlichen Dienst geht. Sie sollen u.a. 40 statt 38 Stunden arbeiten.  Eine große Gruppe Gewerkschaftsmitglieder befanden sich als Zuschauer auf den Rängen und hatten vorher eine Aktion verabredet. In dem Video wird deutlich, wie sie rote und gelbe Karten, sowie Luftballons loslassen und die Karten über die Parlamentsbänke schütten. Dabei skandieren sie „Rücktritt Jetzt“ und andere Parolen. Nach 10 Min wird der Protest von der Polizei aufgelöst. Im Anschluß kritisiert die Parlamentspräsidentin die Aktion mit den Worten, diese Leute hätten die Regeln des hohen Hauses missachtet und hätten völlig respektlos gehandelt.
Solche lautstarken Aktionen innerhalb des Parlaments lassen die Menschen aufhorchen. Hat es das  bei uns in Deutschland schon gegeben, –  ? Jedenfalls schon gar nicht von Gewerkschaftern. Grüße aus Portugal —

Manifestantes interrompem debate parlamentar sobre a Função Pública

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LASST UNS JETZT REAGIEREN, BEVOR ES ZU SPÄT IST – Mikis Theodorakis

Am 6.6.2013 hat ein Abgeordneter des griechischen Parlaments (Mitglied der neofaschistischen Partei Goldene Morgenröte) den Holocaust am jüdischen Volk geleugnet. Mikis Theodorakis reagierte auf diese Infamie mit folgendem Text, der am 12. Juni 2013 in der griechischen Tageszeitung „Ta Nea“ veröffentlicht wurde:

 

Mikis Theodorakis
Übersetzt von Ina & Asteris Kutulas

LASST UNS JETZT REAGIEREN, BEVOR ES ZU SPÄT IST

Es ist absolut unerträglich, im griechischen Parlament diese furchtbaren „Meinungsäußerungen“ mit anhören zu müssen. Die Tatsache, dass es einem Abgeordneten allen Ernstes in den Sinn kommen konnte, im Parlament den Holocaust der Nazis an den Juden infrage zu stellen dieses größte Verbrechen, das in der Geschichte der Menschheit jemals begangen wurde , diskreditiert uns in den Augen der Weltöffentlichkeit und beschädigt das Ansehen unseres Landes. Das ist absolut verheerend für Griechenland und zudem verbrecherisch, wenn man in Betracht zieht, dass unser Volk eines derjenigen ist, denen die grausame Hitlerbarbarei die schwersten Opfer abverlangte.

Unbestreitbar bedeutet der Völkermord an den Juden in seinen monströsen Ausmaßen ein so entsetzliches und unbeschreibliches Verbrechen, angesichts dessen der Mensch sich schämen muss, Mensch zu sein, da die Schlächter von Auschwitz ja Menschen waren wie du und ich, allerdings in Gestalt einer Fehlentwicklung zu humanoiden Bestien. Wie wäre es sonst möglich gewesen, dass sie Kinder, Frauen, Greise – alles Unschuldige, deren einziges „Verbrechen“ darin bestand, einem anderen Ethnos und einer anderen Religionsgemeinschaft anzugehören (einem Ethnos, der einen Einstein, einen Freud, einen Marx, einen Mahler und zahlreiche andere Wohltäter der Menschheit hervorgebracht hat) in Waggons pferchen konnten, als wären es Tiere, sie endlos sich dehnende Tage und Nächte zu deportieren und schließlich diejenigen, die all das überstanden hatten, unbegreiflichen Martyrien und Todesarten auszusetzen. Ein Jahrtausend-Albtraum, bis heute der schlimmste, den die Menschheit kennen gelernt hat, ein Albtraum, der dich bereits krank macht, wenn du nur daran denkst, während in deiner Vorstellung diese Opfer – vor allem die Kinder zu Engeln werden und du schließlich nur noch den unweigerlichen Drang verspürst, vor ihnen niederzuknien, sie auf ewig um Vergebung zu bitten und ihnen wieder und wieder zu sagen: „Ich schäme mich, als Mensch geboren zu sein.“

In Dachau und in Auschwitz wurden nicht nur die Juden ermordet. Der Mensch an sich wurde ermordet. Und seitdem stehen wir alle, die wir überlebt haben, in einer Schuld.

Das ist es, was mich so unerbittlich und entschieden gegen jeden vorgehen lässt, der es wagt, diesen Alptraum durch irgend etwas rechtfertigen zu wollen. Diese Verbrecher von damals haben meinen Glauben an den Menschen getötet. Und keine Macht der Welt kann mich dazu bringen, das zu vergeben.

Hinzu kommt, dass wir Griechen doppelt Grund haben, die Gräueltaten der Nazis zu verdammen:

Erstens, weil sie unser Land total zerstört und Tausende Griechen getötet haben
und
Zweitens, weil unter den sechs Millionen Juden, die in den vielen Auschwitz’ ermordet wurden, 70.000 jüdische Landsleute aus Thessaloniki waren. Der Verlust dieser Menschen
für uns eine offene Wunde. Denn Juden lebten jahrhundertelang in Thessaloniki, und mit ihrem fortschrittlichen Geist bestimmten sie die Entwicklung dieser Stadt in jeglicher Hinsicht. Bis heute leidet Thessaloniki an dieser Wunde, und es ist eine unerträgliche Angelegenheit, wenn ein junger Mensch das kollektive Gedächtnis eines gemarterten und uns freundschaftlich verbundenen Volkes und insbesondere die Erinnerungen an diese griechischen jüdischen Opfer der Hitlerbarbarei – die einst Teil unsers Lebens waren – so grausam verhöhnt.

Die Leugnung der Martyrien eines Volkes bedeutet die Herabwürdigung der Opfer und die Verneinung der moralischen Werte in den Augen all jener, die ihre Freiheit und ihren Stolz den Opfern, die ihre Vorfahren brachten, zu verdanken haben. Und nicht nur das – die Lobhudeleien im Hinblick auf die damaligen Mörder und Folterer müssen als verbrecherischer Landesverrat geahndet werden. Für all diejenigen, die das abscheuliche Gesicht der Gewalt kennen gelernt haben, ist die entschiedene Verurteilung einer nicht zu tolerierenden Akzeptanz oder was noch schlimmer ist gar die Bewunderung all der verbrecherischen Akte gegen die Menschlichkeit eine moralische Pflicht und eine elementarer Widerstand gegen eine Wiederholung ähnlicher Verbrechen.

So wäre deren moralische und juristische Verurteilung eine Selbstverständlichkeit für jede Gesellschaft, die die grundlegende menschliche Werteordnung und die Prinzipien der moralischen Gesetze respektiert. Dagegen offenbaren die Gleichgültigkeit (ein Verhalten, das leider all jenen eigen ist, die in sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen unseres Landes herrschen) und das Fehlen gesellschaftlicher und moralischer Abwehrmechanismen inzwischen das Ausmaß des Niedergangs, und sie haben zur Folge, dass aus einer einst mündigen Bevölkerung ein Heer von Untertanen wird.

Abschließend wende ich mich an die Athener Akademie (als ihr Ehrenmitglied, zu dem ich kürzlich ernannt worden bin), die als unseres Landes höchste Instanz der Vernunft die maßgeblichen menschlichen und nationalen Werte verteidigen und vorangehen muss, wenn es darum geht, all jene Taten zu verurteilen, die einen Angriff auf die menschliche Würde und unser Geschichtsbewusstsein bedeuten, ein Bewusstsein, auf das sich die höchsten Werte der Freiheit, der Demokratie und der Menschenrechte gründen.

 Mikis Theodorakis, 11.6.2013

 http://www.inews.gr/227/mikisna-antidrasoume-tora-oso-einai-kairos.htm

Central Board of Jewish Communities in Greece

http://www.kis.gr/en/index.php?option=com_content&view=article&id=482:mikis-theodorakis-responds-to-holocaust-deniers-&catid=49:2009-05-11-09-28-23

 European Jewish Congress

http://www.eurojewcong.org/greece/9688-greek-jews-praise-theodorakis-stance-on-holocaust-denial.html

 World Jewish Congress

http://www.worldjewishcongress.org/en/news/13657/mikis_theodorakis_holocaust_denial_by_greek_extremists_is_a_disgrace

Hier der Originaltext

Μίκης Θεοδωράκης

ΝΑ ΑΝΤΙΔΡΑΣΟΥΜΕ ΤΩΡΑ, ΟΣΟ ΕΙΝΑΙ ΑΚΟΜΑ ΚΑΙΡΟΣ

 

Είναι όνειδος να ακούγονται αυτές οι φριχτές «απόψεις» μέσα στην ελληνική Βουλή. Το γεγονός ότι υπήρξε βουλευτής που διανοήθηκε να αμφισβητήσει από το βήμα της Βουλής την ύπαρξη του Ολοκαυτώματος των Εβραίων από τους Ναζί, που αποτελεί το μεγαλύτερο έγκλημα που έγινε ποτέ στην ιστορία της ανθρωπότητας, μας εκθέτει στα μάτια της διεθνούς κοινής γνώμης και αμαυρώνει την εικόνα της χώρας μας. Αυτό είναι άδικο και εγκληματικό για την Ελλάδα, δεδομένου ότι ο λαός μας βρίσκεται ανάμεσα στα μεγάλα θύματα της Χιτλερικής θηριωδίας.

Βεβαίως η γενοκτονία των Εβραίων αποτελεί μια ανήκουστη και ασύλληπτη σε διαβολικότητα τραγωδία, που σε κάνει να ντρέπεσαι που είσαι άνθρωπος όταν σκεφτείς ότι οι δολοφόνοι του Άουσβιτς ήταν κι αυτοί άνθρωποι σαν και σένα, μεταμορφωμένοι σε ανθρωποειδή κτήνη. Γιτί πώς ήταν ποτέ δυνατόν να συλλαμβάνουν παιδιά, γυναίκες, γριές, γέρους ανθρώπους αθώους, που το μόνο έγκλημά τους ήταν ότι ανήκαν σε άλλη φυλή και θρησκεία (μια φυλή μάλιστα που γέννησε τον Αϊνστάιν, τον Φρόυντ, τον Μαρξ, τον Μάλερ και αναρίθμητους άλλους ευεργέτες της ανθρωπότητας), να τους στοιβάζει σε βαγόνια σαν να ήταν ζώα, να ταξιδεύουν μέρες και νύχτες ατέλειωτες και στο τέλος όσοι έμεναν ζωντανοί να είναι υποχρεωμένοι να υποστούν απερίγραπτους τρόπους μαρτυρίων και θανάτου. Ένας αιώνιος Εφιάλτης, ο χειρότερος απ’ όσους γνώρισε ως σήμερα η ανθρωπότητα, που σε κάνει άρρωστο ακόμα και με μόνη τη σκέψη του, ενώ τα θύματα, ειδικά τα αθώα παιδιά γίνονται μέσα σου άγγελοι και νοιώθεις την ανάγκη να γονατίσεις μπροστά τους και να τους ζητήσεις αιώνια συγγνώμη λέγοντάς τους μόνο «Ντρέπομαι που γεννήθηκα κι εγώ άνθρωπος».

Στα Νταχάου και στα Άουσβιτς δεν σκότωσαν μόνο τους Εβραίους. Σκότωσαν τον Άνθρωπο. Και από τότε, όλοι όσοι επιζήσαμε, είμαστε αμαρτωλοί.

Κι αυτό είναι που με κάνει τόσο σκληρό και απόλυτο απέναντι σε όποιον τολμήσει να δικαιολογήσει αυτόν τον Εφιάλτη. Σκοτώσανε μέσα μου την πίστη μου στον Άνθρωπο. Κι αυτό είναι που δεν μπορεί καμμιά δύναμη στον κόσμο να με κάνει να το συγχωρήσω.

Άλλωστε εμείς οι Έλληνες έχουμε διπλό λόγο να αποκηρύξουμε τα εγκλήματα των Ναζί:

Πρώτον γιατί κατέστρεψαν τη χώρα μας και εξόντωσαν χιλιάδες Έλληνες πατριώτες και

Δεύτερον γιατί ανάμεσα στα έξι εκατομμύρια των Εβραίων που εξοντώθηκαν στα Άουσβιτς, υπάρχουν και 70.000 συμπατριώτες μας Εβραίοι από την Θεσσαλονίκη, που η απώλειά τους αποτελεί για μας μεγάλη πληγή, δεδομένου ότι έζησαν εκεί επί αιώνες και με το προοδευτικό πνεύμα τους συνέτειναν στην ανάπτυξη της πόλης από κάθε πλευρά. Έκτοτε η Θεσσαλονίκη παραμένει πληγωμένη και είναι τουλάχιστον θλιβερό το γεγονός ότι ένας νέος άνθρωπος προσβάλλει βάναυσα την συλλογική μνήμη ενός βασανισμένου και φιλικού μας λαού και κυρίως τη μνήμη των Ελλήνων Εβραίων θυμάτων της Χιτλερικής βαρβαρότητας, που ήταν ένα κομμάτι μας.

Η αμφισβήτηση των μαρτυρίων ενός Λαού αποτελεί ύβρη στη μνήμη των θυμάτων και ηθικό πλήγμα για όλους αυτούς που κέρδισαν την ελευθερία και την τιμή τους χάρη στις θυσίες των προγόνων τους. Ακόμα χειρότερο, η επιβράβευση των δολοφόνων και των βασανιστών θα έπρεπε να αποτελεί αδίκημα εσχάτης προδοσίας. Γι’ αυτούς που έχουν γνωρίσει το κτηνώδες πρόσωπο της βίας, η βαρειά τιμωρία των απαράδεκτων εκδηλώσεων αποδοχής ή -ακόμα χειρότερα- θαυμασμού των εγκληματικών πράξεων κατά της ανθρωπότητας αποτελεί ηθική επιταγή και στοιχειώδη άμυνα στην επανάληψη παρόμοιων εγκλημάτων.

Επομένως η ηθική και ποινική καταδίκη τους αποτελεί πράξη αυτονόητη για όποια κοινωνία σέβεται τις μεγάλες ανθρώπινες αξίες και αρχές και τους ηθικούς νόμους. Στην αντίθετη περίπτωση η απάθεια (που χαρακτηρίζει δυστυχώς αυτούς που κυριαρχούν σε όλους τους τομείς στην χώρα μας) και η έλλειψη μηχανισμών εθνικής και ηθικής άμυνας αποδεικνύουν το μέγεθος της σήψης και απειλούν να μεταβάλουν τον Λαό σε λαό ραγιάδων.

Θα ήθελα τέλος να απευθύνω έκκληση στην Ακαδημία Αθηνών (και με την ιδιότητα του επίτιμου μέλους της, τίτλο που μου έκανε την μεγάλη τιμή να μου απονείμει πρόσφατα) η οποία αποτελεί το ανώτατο πνευματικό ίδρυμα της χώρας μας και τον θεματοφύλακα των υψηλών ανθρώπινων και εθνικών μας αξιών, να υψώσει το ηθικό της ανάστημα και να πρωτοστατήσει στην καταδίκη των πράξεων που θίγουν την ανθρώπινη αξιοπρέπεια και περιφρονούν την ιστορική μας μνήμη στην οποία στηρίζονται τα ύψιστα αγαθά της Ελευθερίας, της Δημοκρατίας και του σεβασμού των Ανθρωπίνων Δικαιωμάτων.

Αθήνα, 11.6.2013
Μίκης Θεοδωράκης

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vor dem Generalstreik

Griechenland: Polizeibeamte protestieren gegen Sparpläne
In Griechenland sind die Proteste gegen die Sparpläne der Regierung auch heute fortgesetzt worden. Zahlreiche Polizeibeamte legten die Arbeit nieder und besetzten ein Verwaltungsgebäude in Athen. Bis Jahresende muss die Regierung 12.500 Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Davon sind auch rund 3.500 Polizisten betroffen. Aus Protest gegen die Maßnahmen riefen die griechischen Gewerkschaften für kommenden Dienstag zu einem Generalstreik auf.

http://www.dradio.de/nachrichten/201307101300/4

http://de.kke.gr

http://inter.kke.gr

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Neue Griechenland-Hilfen kommen

Erstellt 09.07.2013
Griechenland kann sich auf weitere Milliardenhilfen seiner Geldgeber einstellen. Die Eurogruppe verständigte sich auf Zahlungen von 6,8 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm. Allerdings muss Athen die Axt bei staatlichen Jobs ansetzen.

http://www.ksta.de/politik/-eurogruppe-neue-griechenland-hilfen-kommen,15187246,23641404.html

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Generalstreik in Portugal

Von Paul Mitchell
2. Juli 2013

 

Die beiden größten Gewerkschaften Portugals, die Allgemeine Arbeitervereinigung (UGT), die mit der Sozialistischen Partei (PS) verbunden ist, und der Allgemeine Zusammenschluss Portugiesischer Arbeiter (CGTP), der mit der Kommunistischen Partei (PCP) verbündet ist, inszenierten am 27. Juni einen eintägigen Generalstreik.

Dieser Streik, der vierte, zu dem die Gewerkschaften aufgerufen hatten, seit Portugal vor zwei Jahren um ein Rettungspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro gebeten hatte, fand statt, während die rechte Koalition des sozialdemokratischen (PSD) Premierministers Pedro Passos Coelho für Juli weitere Sparmaßnahmen vorbereitet. In dem Land mit 10,5 Millionen Einwohnern sind bereits 1,5 Millionen arbeitslos, weniger als die Hälfte von ihnen erhält Arbeitslosenunterstützung. Die offizielle Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 42,5 Prozent.

Im Laufe des Tages demonstrierten in der Hauptstadt Lissabon Tausende von Menschen vor dem Parlamentsgebäude, das durch ein großes Polizeiaufgebot geschützt wurde. Die Demonstranten hielten Transparente, auf denen stand „Genug!“ und „Weg mit der Regierung!“ Weitere Protestaktionen fanden in anderen Städten statt, unter anderem in Oporto und Faro im Süden.

Der Generalstreik trat am Mittwochabend in Kraft und erstreckte sich vor allem auf das Transportwesen. Züge kamen zum Stillstand, in der Hauptstadt blieben U-Bahnen und Fähren stehen. Nur wenige Busse fuhren, und zahlreiche Flüge der staatlichen Fluggesellschaft TAP wurden gestrichen; mehrere Häfen wurden geschlossen.

Viele nationale und lokale Regierungsbehörden blieben geschlossen, darunter Verwaltungszentren, Gerichte, Postämter, Müllabfuhrsammelstellen und Freizeitzentren. Die Unterstützung für den Streik im Bildungs- und Gesundheitswesen war sehr hoch, laut der Gewerkschaft der Pflegekräfte unterstützten 85 Prozent des Krankenhauspersonals den Streik.

Zum ersten Mal beteiligten sich auch Journalisten der staatlichen Nachrichtenagentur Lusa an dem Streik, sodass der Dienst eingestellt wurde. Das letzte Telex war eine „Notiz an die Kunden“, darin hieß es: „die Dienstleistungsagentur Lusa wurde heute um 8:45 Uhr aufgrund des Generalstreiks geschlossen. Der Dienst wird wieder aufgenommen, wenn die Bedingungen dafür stimmen.“

Der Sprecher des Betriebsrates, Rui Nunes, erklärte, es gebe „große Unterstützung“ für den Streik und nur „eine Handvoll“ Journalisten arbeiteten noch. Er erklärte, der Agentur seien die Mittel um 31 Prozent gekürzt worden, weswegen „24 Mitarbeiter entlassen wurden. Dadurch hat sich das nationale und internationale Korrespondentennetzwerk verschlechtert.“

Auch Unternehmen aus der Privatwirtschaft waren betroffen, unter anderem das Volkswagen-Werk Autoeuropa, einer der größten Exporteure des Landes.

Es gibt zwar in der Arbeiterklasse in Portugal und in ganz Europa großen Widerstand gegen die Sparpolitik, aber die Gewerkschaften haben klargemacht, dass sie nicht den Sturz der Regierung anstreben. UGT-Generalsekretär Carlos Silva erklärte: „Dieser Streik zielt darauf ab, der Regierung zu zeigen, dass das Volk genug hat von ihrer Sparpolitik“ und fügte hinzu: „Wenn die Regierung einen Generalstreik von dieser Größenordnung nicht beachtet, müssen wir unsere Position überdenken.“

Silva betonte, die UGT wolle den „sozialen Dialog und die Beratungen“ fortführen. Die UGT, die mit der Sozialistischen Partei verbündet ist, hat sich an zwei der drei bisherigen Generalstreiks nicht beteiligt und Arbeitsmarktreformen zugestimmt, durch die die Regierung Löhne gesenkt und Arbeitsbedingungen verschlechtert hat.

Am Mittag erklärte der Minister für Angelegenheiten des Präsidialamts und des Parlaments, Luis Marques Guedes, verzweifelt: „Die Regierung ist der Meinung, dass das Land Arbeit braucht. Wir respektieren das Recht zu streiken, aber auch die Rechte der weiter Arbeitenden, deshalb tut die Regierung alles, um die Bedingungen im Land zu verbessern.“

Als Passos Coelho im Jahr 2011 an die Macht gekommen war erklärte er, zwei „schreckliche Jahre“ der Austerität würden zu Wirtschaftswachstum führen. Diese Behauptung wurde auf spektakuläre Weise widerlegt. Portugal steckt in der schwersten Rezession seit den 1970er Jahren und die Wirtschaft sinkt 2013 im dritten Jahr in Folge. Portugal ist das ärmste Land Westeuropas.

2012 betrugen die Staatsschulden 123,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und übertrafen zum ersten Mal die Marke von 200 Milliarden Euro. Im gleichen Jahr erreichten Portugals Gesamtschulden (Staats,- Haushalts-, finanzielle und nichtfinanzielle) 438,6 Prozent des BIP. Das ist einer der weltweit höchsten Werte. Die Wirtschaft ging im letzten Jahr um 6,4 Prozent zurück, mehr als um den angestrebten Wert von fünf Prozent. Für dieses Jahr wird mit einem Rückgang von 2,3 Prozent gerechnet.

Trotz starker Kürzungen und beispielloser Steuererhöhungen erklärte Passos Coeölho, das Ziel zur Senkung des Haushaltsdefizits müsse nächstes Jahr zum dritten Mal korrigiert werden, sollte sich die Wirtschaftslage nicht verbessern. Die Ziele wurden in diesem Jahr bereits von 6,4 Prozent auf 5,5 Prozent des BIP gesenkt, für 2014 auf vier Prozent.

Passos Coelho erklärte: „Wenn es notwendig ist, wird die Regierung nicht zögern, eine Revision der Ziele zu beantragen, und die makroökonomischen Vorhersagen machen das nicht unwahrscheinlich.“ Der portugiesische Arbeitgeberverband äußerte sich ähnlich.

Portugals schlechte Finanz- und Wachstumsprognosen haben auch zu Spekulationen geführt, dass es wie Irland mehr Geld brauchen werde, wenn das aktuelle Rettungspaket ausläuft. Die Zinsen auf Staatsanleihen Portugals mit zehnjähriger Laufzeit sind im letzten Monat um mehr als ein Prozent gestiegen.

„Eine niedrige Darlehensquote lässt sich vermutlich nur durch ein neues Darlehensabkommen erreichen“, erklärte der Spitzenanalyst Ciaran O Hagan von der Societe Generale SA: “Selbst wenn die Marktverzinsungen im Laufe des Jahres stark an Wert verlieren, sind sie heute einfach zu hoch, um zu verhindern, dass die Schuldenlast von Irland und Portugal weiterhin ansteigt, da ein echtes Wachstum fehlt.“

Abebe Aemro Selassie, der Vorsitzende der IWF-Mission in Portugal, erklärte Anfang des Monats, eine schwerer als erwartet ausfallende Rezession und eine höhere Arbeitslosigkeit würden „die sozialen und politischen Spannungen“ verschärfen, „dies wiederum stellt die Entschlossenheit der Regierung auf die Probe, Anpassungspolitik und Reformen fortzuführen.“ Er forderte, dass unverzüglich etwas gegen die „Zersplitterung des Marktes und hohe Zinsen“ in Portugal unternommen werden müsse.

Aemro Selassie erklärte, das Land könnte das erste sein, das den Outright Monetary Transaction-Mechanismus nutzen müsse, der letztes Jahr eingeführt wurde, um es der Europäischen Zentralbank zu ermöglichen, zusätzlich zu Staatsschulden auch Anleihen auf dem sekundären Markt zu kaufen (Aktien und Anteile), um kleinen und mittelständischen Unternehmen einen besseren Zugang zu Krediten zu ermöglichen.

Der Staatssekretär für Finanzen, Manuel Rodrigues, erklärte bereits: „Wir arbeiten daran, sicherzustellen, dass wir für dieses Programm in Frage kommen.“ Er sagte weiter: „Es ist wichtig, mitzuteilen, womit wir es zu tun haben. Wir führen eine stille Revolution durch Strukturreformen durch, und jetzt haben wir Ergebnisse vorzuweisen.“

Diese „stille Revolution“ war für die Arbeiterklasse eine soziale Katastrophe. Grundlegende verfassungsgemäße Garantien und demokratische Prozesse wurden auf Befehl der Troika aus Europäischer Kommission, IWF und EZB abgeschafft, um den Lebensstandard wieder auf die Verhältnisse der 1930er Jahre zu senken.
Die Arbeitslosenquote wird im Jahr 2013 auf 18,2 Prozent, und 18,5 Prozent im Jahr 2014 steigen, im letzten Jahr waren es 15,7 Prozent

Löhne wurden gesenkt und die Kosten für Nahrungsmittel, medizinische Behandlungen und Transport sind gestiegen, gleichzeitig wurden die Ausgaben für öffentliche Leistungen und Sozialleistungen gekürzt. Die Regierung hat es den Unternehmen leichter gemacht, Arbeiter zu entlassen, die Geltungsbereiche von Tarifverträgen eingeschränkt, die Renten sowie die Arbeitslosenunterstützung gekürzt und vier landesweite Feiertage abgeschafft. Sie will die Kosten für den öffentlichen Sektor noch weiter kürzen und die Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden pro Woche erhöhen.

Der politische Kampf zum Aufbau einer sozialistischen Opposition gegen die Sozialdemokraten wird von den Gewerkschaften und pseudolinken Gruppen wie dem Linksblock (BE) blockiert, der aus Ex-Stalinisten, Maoisten und Pablisten besteht. Bei der Wahl von 2009 hatte der BE sechzehn von 230 Sitzen im portugiesischen Parlament gewonnen. Er verlor die Hälfte seiner Sitze, nachdem er die PS-Regierung bei der Durchsetzung ihres Sparprogramms unterstützt hatte.

Weder die Gewerkschaften noch die pseudolinken Parteien im Parlament, die PCP und die BE, stellen eine Alternative dar. Die Politik, die sie vorschlagen, ist nahezu identisch und zielt darauf ab, soziale Kürzungen mit der Troika neu zu verhandeln, indem sie eine „Linksregierung“ (BE) oder eine „Linke und patriotisch linke“ Regierung mit der stalinistischen PCP bilden.

wsws.org

 

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Dossier VIO.ME auf LabourNet Germany

VIO.ME ist eine Fabrik in Thessaloniki, die Baustoffe herstellte und im Mai 2011 von ihren Besitzern verlassen wurde. Die Arbeiter, seit über einem Jahr unentlohnt, haben sie in der Folge besetzt. Nachdem Interventionen bei den Ministerien erfolglos geblieben sind, haben sie beschlossen, die Fabrik in Selbstverwaltung unter Arbeiterkontrolle weiterzuführen – und nun Bioputzmittel herzustellen

http://www.labournet.de/internationales/griechenland/arbeitskaempfe-griechenland/metalleutiki/

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