Wasser ist Menschenrecht – Stoppt die Wasserprivatisierung in Griechenland

Film: Something in the Water

Petition unterschreiben

wasserprivatisierung2Griechenland soll gezwungen werden, die zwei größten Wasserwerke in Thessaloniki und Athen zu privatisieren. Die Empörung darüber ist groß und der Widerstand wächst. „Die Versorgung mit Wasser ist ein Menschenrecht. Wasser ist ein öffentliches Gut und keine Handelsware.“ Dieser von fast 2 Millionen Menschen unterzeichnete Appell hat 2013 die EU dazu bewogen, Wasser von den Privatisierungsvorhaben auszunehmen – außer in den südlichen Ländern, in denen die Troika die Politik unter Druck setzt, auch die Versorgung mit Wasser zu privatisieren. Weiterlesen

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Fidel, Alexis und Mikis

Wer griechisch oder spanisch versteht, kann die Rede von Tsipras auf der Trauerfeier für Castro in Havanna hier sehen und hören

Die Reaktion von Mikis Theodorakis auf Tsipras wurde in vielen griechischen Medien veröffentlicht (Übersetzung: Ralf Kliche):

„Offener Brief an Herrn Tsipras

Genosse Alexis, ich gebe zu, du bist ein gerissener Kerl. Der größte Macker Griechenlands seit 450 v. Chr. bis heute. Denn du machst, was du willst, ohne irgendjemandem Rechenschaft abzulegen. Du nimmst dein eigenes Flugzeug, du füllst es mit deinen Freundinnen und Freunden, fliegst damit nach Kuba und lässt die Rechnung von 300.000 Dollar jene Dummköpfe bezahlen, die bestenfalls 300 Euro im Monat verdienen. Du machst dir einen Spaß daraus. Du sprichst auf dem Revolutionsplatz, dort, wo auch Fidel gesprochen hat, wie ein richtiger und harter Revolutionär. Du erhebst deine imposante Gestalt gegen den Kapitalismus-Imperialismus. Du frisst dich voll (600 Euro für eine Mahlzeit, die vom Außenministerium bezahlt wird, d.h. deinen Gehilfen). Du amüsierst dich, du feierst, während zur gleichen Zeit die griechischen Dummköpfe in Schlangen anstehen für Renten, Stromrechnungen, Banken, Krankenhäuser und alle anderen Arten des Sparens um des Sparens willen. Du spielst den Revolutionär, und wenn du zurück bist, machst du da weiter, wo du aufgehört hast: ein Kind, das die Wünsche von Merkel, von Obama und Junker ausführt, über die du doch in Havanna im Namen des klugen griechischen Volkes ein vernichtendes Urteil gesprochen hast. Denn dieses Volk hat entschieden, dass es von Menschen ohne Anhänger und ohne Stolz regiert wird, die gerne Regierung spielen.

Auf Wiedersehen in Gounaradika(1)“

(1)Der Ausspruch wird gejagten Tieren zugeschrieben (z.B. Füchsen): Im Zweifel sehen wir uns auf dem Tisch des Kürschners wieder. Der linke Anführer im griechischen Bürgerkrieg Aris Velouchiotis, soll diesen Spruch verwendet haben, um auszudrücken, was er und seine Genossen bei Gefangennahme zu erwarten haben.

Quelle: Fidel, Alexis und Mikis | griechenlandsolidarität

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Akropolis statt Troika – Ακρόπολη αντί ΓΙΑ Τρόικα

VHS-Forum-A3-ohne-RandEin literarisch-politischer Abend zu Griechenland
mit griechischer Musik und in deutscher Sprache

Am Dienstag, den 13. Dezember findet im VHS-Forum (Rautenstrauch-Joest-Museum eine Benefizveranstal- tung des Deutschen Schriftstellerverbandes NRW statt. In Kooperation mit der VHS Köln, der GGA – Gesellschaft griechischer Autoren in Deutschland und der ΠΟΠ-Initiativgruppe Griechische Kultur.
Diese Veranstaltung feiert die Freundschaft zwischen griechischen und deutschen AutorInnen und Zu- schauern. Wir versuchen alle zusammen durch eine Spendenaktion an die Hellenic Authors’ Society in Athen eine ideelle und finanzielle Unterstützung als Weihnachtsgabe dem oft vergessenen Kreis der Literaten in Griechenland zukommen zu lassen, mit dem Wunsch verbunden, dass Kultur und Kreativität in diesem schönen und hart geprüften Land weiterfließen mögen. Die Künstler des Abends verzichten auf Honorare und bitten stattdessen um Spenden für ihre KollegInnen in Griechenland.
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Wasser ist Menschenrecht – nicht nur in Deutschland! Kampagne gegen die Wasserprivatisierung in Griechenland

Bundesweites Treffen der Griechenlandsolidaritätsgruppen am Wochenende 26./27. November 2016 in Kassel beschloss Kampagne

oxi_demoIn Griechenland soll auf Druck der Troika (Quadriga) das Wasser privatisiert werden. Damit steht zu befürchten, dass die Teile der Bevölkerung, die von der Krise am meisten betroffen sind, keinen Zugang mehr zum Wasser haben, da sie es nicht bezahlen können. Der Widerstand in Griechenland ist groß, die Versorgung mit Wasser ist ein Menschenrecht.
In Deutschland und anderen europäischen Ländern wurde an vielen Orten in den letzten Jahren das Menschenrecht auf Wasser zurückerobert – viele Privatisierungen wurden zurückgenommen. Wasser-Privatisierung lässt sich zur Zeit in Europa schlecht offen durchsetzen, aber die europäischen Falken halten sich an Griechenland schadlos. Hier soll das Wasser – wie alles andere, was der Gesellschaft gehört – zu Profit gemacht werden. Die Quadriga und im Hintergrund multinationale Konzerne (allen voran Suez und Veolia) haben es geschafft, das griechische Parlament  dazu zu zwingen,  die Wasserwerke von Athen und von Thessaloniki in den griechischen Privatisierungsfond zu überführen und somit den Profitinteressen multinationaler Konzerne preiszugeben. 2014 lehnten die Bürger*innen Thessalonikis in einem Referendum die Privatisierung ihres Wassers ab und noch sind die Wasserwerke  nicht in der Hand der multinationalen Konzerne.

Überall auf der Welt hat sich gezeigt, dass Wasser teurer und schlechter wird, wenn es Profitinteressen ausgesetzt wird! Es ist an uns, durch Aufklärung der Öffentlichkeit diesen Skandal zu verhindern.   Die EU, allen voran Finanzminister Schäuble,  will Griechenland zu etwas zwingen, was deutsche Bürger*innen für sich ablehnen! Und was auch in Europa allgemein auf Widerstand stößt.

Wir fordern alle Menschen in Deutschland auf, unsere Kampagne gegen die Wasserprivatisierung in Griechenland zu unterstützen. Wir, Griechenlandsolidaritätsgruppen aus zwölf deutschen Städten, rufen zu einer Kampagne gegen die  Wasserprivatisierung in Griechenland auf! Wer die Kampagne gegen die Wasserprivatisierung in Griechenland unterstützen will, schreibe bitte an griechenlandsoli@web.de

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Selbstverwaltung international: Euromed „Workers Economy“ Meeting (28. – 30.10.16 in Thessaloniki)

Drei Mitglieder des Kölner Griechenland Solidaritätskomitees nahmen am zweiten Treffen der Euromediterranean „Workers‘ Economy“ in der besetzten und selbstverwalteten Fabrik VIO.ME in Thessaloniki teil. Bei dieser Gelegenheit zeigten uns die Kollegen von VIO.ME den mit Spendengeldern u. a. aus Köln angeschafften Renault-Transporter und nannten ihren Plan, einen weiteren Transporter von FORD anzuschaffen, als Anerkennung des Spendenanteils der FORD-Kollegen aus Köln. (Fotos und Bericht)

DSC06003Das erste Euromediterranean „Workers Economy“ Meeting fand 2014 in der damals noch besetzten, jetzt den Arbeitern übergebenen Teefabrik SCOP-TI (früher Fralib) in der Nähe von Marseille statt.Ging es damals um die ersten Kontakte und Informationen über die beteiligten Projekte, konnte bei diesem 2. Treffen in Thessaloniki eine breitere Information, Unterstützung und Zusammenarbeit besprochen werden. So gehörten zu den vertretenen Betrieben, Projekten und Initiativen neben den SCOP-TI-Kollegen, den italienischen Vertretern von officine zero aus Rom und Rimaflow aus Mailand, den VIO.ME-Kollegen aus Thessaloniki und spanischen Vertretern der CNT und Solidaridad Obrera weiterhin neue Vertreter von DITA aus Tuzla in Bosnien, von Jugoremedja aus Zrenjanin in Serbien, ITAS-Prvomajska aus Ivanec in Kroatien, Kazova aus Istanbul in der Türkei und der Social Cooperativa „Margin“ aus Polen.

DSC05938Die Information über die Projekte, der Erfahrungsaustausch und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit machten einen Hauptteil des Kongresses aus. Dabei kam deutlich zum Ausdruck, dass jeder Betrieb, jedes Projekt eine singuläre Situation hat: SCOP-TI z.B. arbeitet im Besitz der Arbeiter und muss sich auf den Vertrieb seiner Produkte konzentrieren. VIO.ME dagegen kämpft immmer noch um die Legalisierung des Projektes und gegen die Zwangsversteigerung des Geländes. Gemeinsam ist ihnen allen ihre antikapitalistische Arbeiterselbstverwaltung und Arbeiterdemokratie im Betrieb.

DSC05990Darüber hinaus wurde sowohl im Plenum als auch in kleineren Panels eine allgemeine Diskussion geführt: z.B. wurde berichtet über die Geschichte der Betriebsbesetzungen und der Arbeiterselbstverwaltung in Europa, insbesondere in Italien, Kroatien, Spanien, Türkei und Großbritannien; es gab aber auch theoretische Diskussionen über die Bedeutung der Arbeiterselbstverwaltung im Verhältnis zur traditionellen genossenschaftlichen Bewegung und als treibender Kraft einer sozialen Umwandlung über den Kapitalismus hinaus. Ebenso wurde über die Vielfalt der Unterstützungsformen für besetzte und selbstverwaltete Betriebe informiert. (Programm und Infos auf der Webseite: euromedworkerseconomy.net).

DSC05921Was VIO.ME betrifft, so war die Vielfalt und Größe der Unterstützerszene während der Tagung unmittelbar spürbar. Ca. 300 Teilnehmer*innen mussten über drei Tage mit Essen und Getränken versorgt, Technik musste bereitgestellt und funktionstüchtig gehalten werden. Angesichts der internationalen Zusammensetzung war ein großer Dolmetscherstab zu organisieren, der alles in die Konferenzsprachen Griechisch, Englisch und DSC05992Spanisch übersetzte. Außerdem gab es musikalische Darbietungen, die Vorführung eines Dokumentarfilms über VIO.ME, Stände mit regionalen Produkten und vieles mehr.

In der Abschlussdiskussion über die zukünftige weitere Zusammenarbeit der Betriebe und Projekte fand ein Vorschlag, eine europäische Kommission DSC05972aus Vertretern dauerhaft einzurichten, keine Mehrheit. Sicher aber wird der Kontakt zwischen den einzelnen Betrieben und Projekten intensiviert und publik gemacht.

Für uns deutsche Teilnehmer*innen war es ein  lehrreicher Kongress, denn offensichtlich ist die Bedeutung der Arbeiterselbstverwaltung bei uns nur wenig beachtet, auch wegen nur kurzzeitig DSC05963existierender Betriebe dieser Art (z.B. streikbike). Betriebsbesetzungen in der Vergangenheit sind bis auf wenige Ausnahmen eher kurzzeitige Kampfmittel als langfristige Übernahmeprojekte gewesen; die derzeitigen Beispiele sind eher Landkommunen oder Genossenschaftsprojekte ohne politische Ausstrahlung. Anders die Betriebe z.B. in Frankreich, Italien, Spanien oder Griechenland. Sie sind Bestandteil der linken Bewegung und erhalten breite Unterstützung.

Dies ist umso mehr ein Grund für uns, weiter über die Kollegen von VIO.ME zu berichten und sie zu unterstützen.

Wegen des Streiks der Flug*innen trafen wir verspätet in Thessaloniki ein und konnten erst ab Freitagabend an der Tagung teilnehmen. Einen Bericht über diesen Tag, veröffentlicht vom Lower Class Magazine, geben wir im Anschluss wieder.

Manfred, Monika, Mostafa

Eindrücke

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Weitere Berichte über den Workers Economy Kongress

Selbstverwaltung und Würde

Bericht lowerclassmag vom 29. 10. 16

Vom 28. bis 30. Oktober findet in den Fabrikhallen von Vio.Me in Thessaloniki der 2. Euromediterranean „Workers Economy“ Kongress statt. Vio.Me war im Jahr 2013 besetzt worden, nachdem der Besitzer monatelang die Arbeiter_innen nicht bezahlt hatte. Nun produziert der ehemalige Baustoffbetrieb in Selbstverwaltung ökologische Reinigungsmittel und beteiligt sich an den vielfältigen sozialen Protesten in der Stadt. Ein passender Ort also, um selbstverwaltete Betriebe und politische Kollektive aus über 16 Ländern willkommen zu heißen. Dutzende Initiativen stellen hier ihre Organisierungskonzepte und Erfahrungen vor und nutzen den Raum der Konferenz zum Austausch und zur internationalen Vernetzung. Neben einer Vielzahl europäischer Kollektive geben auch mehrere Betriebe aus Südamerika einen Überblick über ihre Aktivitäten.

Vollständiger Bericht/ Fotos

Mehr als eine Nische

Bericht lowerclassmag vom 2. 11. 16

Kongressbericht: Arbeiter*innen selbstverwalteter Betriebe diskutieren in Thessaloniki.

Am zweiten Tag der Euromediterranean „Workers Economy“ Konferenz fanden sich mit über 250 Besucher_innen deutlich mehr Leute als am Vortag in der Haupthalle des selbstverwalteten Betriebs Vio.Me ein. Im Unterschied zum ersten Tag wurden verschiedene Fragen der Selbstverwaltung konkreter diskutiert. So erläuterten Vertreter_innen des Sozialen Zentrums „Micropolis“ aus Thessaloniki, welche Schwierigkeiten sich beim Aufbau einer sozialen, auf Solidarität beruhenden, Ökonomie auftun. Hier wurde deutlich, welche Zusammenhänge und Ähnlichkeiten zwischen einer selbstverwalteten Kooperative und der Organisierung sozialer Bewegungen bestehen. Dazu werden wir in den nächsten Tagen noch einmal ausführlicher berichten.

Vollständiger Bericht/ Fotos

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Thatcher war harmlos dagegen

Von Carolin Philipp

Die Journalistin und Filmemacherin Eurydike Bersi über die Privatisierungspolitik in Griechenland

Wie beurteilen Sie die Privatisierungspolitik in Griechenland im Vergleich mit neoliberalen Maßnahmen in anderen Ländern?
Angesichts der großen Anzahl von Zwangsprivatisierungen zu niedrigsten Preisen im Eiltempo würde ich sagen, Thatcher war harmlos dagegen. EU-Kommissionspräsident Junker hat offen gesagt, dass die deutsche Treuhand das Modell für die Veräußerung und Liquidierung griechischer Vermögenswerte ist.

Glauben Sie, dass es Bereiche gibt, in denen die griechische Regierung unabhängig agieren kann?
Ich glaube nicht, dass bei Privatisierungen viel Handlungsspielraum besteht. Insgesamt werden die öffentlichen Vermögenswerte Griechenlands der demokratischen Kontrolle entzogen und von den Gläubigern und Investoren kontrolliert.

Vollständiger Artikel

(c) Neues Deutschland (19. 11. 2016)
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