Widerstand gegen die Troika-Politik im griechischen Gesundheitswesen.

 altlas_14Am Dienstag, den 11. März 2014 fand  im Kölner DGB-Haus eine weitere Veranstaltung des  „Griechenland Solidarität Komitee Köln“ statt.

Über 40 Teilnehmer/innen waren gekommen, um sich über die katastrophalen Auswirkungen der Troika-Sparpolitik auf das griechische Gesundheitswesen sowie den Widerstand dagegen informieren zu lassen.

Die Veranstaltung bestand aus 2 Elementen:

Zuerst sahen wir ein Filminterview, das von unserer Reisedelegation des Komitees im September 2013 erstellt worden war. Es wurde in der Kölner Partnerstadt Thessaloniki im Norden Griechenlands aufgenommen, wo ein selbst verwaltetes Gesundheitszentrum, die soziale „Klinik der Solidarität“ arbeitet. Diese „Klinik der Solidarität“ versorgt notdürftig die vielen Menschen, die wegen des zerstörten Gesundheitssystems keinen Versicherungsschutz mehr haben.

In Thessaloniki mit seinen ca. 1 Million Menschen sind mittlerweile wie im übrigen Griechenland ca. 30% arbeitslos. Nach einem Jahr fällt bei Arbeitslosigkeit der Versicherungsschutz fort.

GSKK Maerz

Der Interviewpartner und Arzt Vassilis erläuterte die Arbeit der „Klinik der Solidarität“:

– finanziell unabhängig von Staat oder EU-Mitteln arbeitet das Gesundheitszentrum im Schichtbetrieb mit überwiegend ehrenamtlichem Personal. Alle Beschlüsse werden in der Vollversammlung nach dem Konsensbetrieb gefasst. Öffnungszeiten sind vormittags und abends 18-21 Uhr. Es gibt keine Hierarchie in dem Zentrum. Spenden gehen unregelmäßig von Gewerkschaften und Einzelpersonen ein. Wichtiger als die Spenden sei jedoch die politische Werbung für diesen alternativen Ansatz. Es ginge nicht um einen rein karitativen Ersatz für das zerstörte Gesundheitswesen, der eh alle überfordern würde, sondern um die ersten Schritte zu einer alternativen kostenfreien medizinischen Versorgung für alle hilfsbedürftigen Menschen.

Die Arbeit der Klinik sei eigentlich „illegal“ und werde von ärztlichen Standesorganisationen und Staatsbeamten nur deshalb geduldet, damit die Menschen nicht auf den Straßen sterben. Einige Patienten konnten durch die personellen Kontakte auch in „legalen“ Kliniken untergebracht werden. Jedoch ist es eher so, dass die Krankenhäuser Menschen wegen mangelndem Versicherungsschutz zum Gesundheitszentrum schicken. Medikamente seien heute extrem verteuert und seit den Kürzungen sei es zu einer „Norm“ geworden, dass Nicht-Griechen einen doppelten Preis zu zahlen hätten. Im ganzen Land herrsche ein großer Mangel an Ärzten und Krankenschwestern. Es gebe kirchliche karitative Einrichtungen und exklusive Privatkliniken von reichen Sponsoren, die zudem oft der Geldwäsche dienten. Obwohl viele der Mitarbeiter/innen in Parteien organisiert seien, lehnt das Gesundheitszentrum die Parteien ab. Die „Parteizugehörigkeit bleibt draußen, sobald sich die Tür des Zentrums schließt.“ Parteien, die in der kapitalistischen Agentur EU mitarbeiten, hält Vasili nicht für links.

Im zweiten Teil der Veranstaltung bestätigte Nadja Rakowitz  vom Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte,(www.vdaeae.de ) die Angaben des Arztes Vassilis und ergänzte sie mit weiterem statistischem Material. Sie hatte Griechenland erst vor wenigen Tagen mit einer Delegation besucht.Es sei einfach eine katastrophale Situation eingetreten, die man sich in Europa so nicht haben vorstellen können.

Jeder dritte Grieche hat keine Krankenversicherung, die Suizidrate und die Säuglingssterblichkeit sind rasant angestiegen. Verschärft werde die Situation aktuell durch die Schließung von 350 Polikliniken der gesetzlichen Krankenversicherung, wodurch die gesamte Primärversorgung in Griechenland nun von Kliniken oder Privatärzten geleistet werden muss. Sie betrachte es als Verhöhnung der verarmten Griechen, wenn z.B. Konzerne wie Vodafone kleine Kliniken sponserten, die sich kein Normalbürger leisten könne und damit an vielen Werbeständen in der Athener Innenstadt Reklame betrieben.

Auf Anweisung der Troika wurde im Herbst 2011 der Nationale Träger für Gesundheitsdienstleistungen (EOPYY) geschaffen, in die mehrere Berufskrankenkassen überführt wurden. Die meisten Krankenkassen waren bereits hoch verschuldet, so dass die EOPYY nun Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 2 Mrd. Euro gegenüber Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern und Pharmakonzernen begleichen müsste. Es gibt aber kein Konzept für eine tragfähige Finanzierung der EOPYY, im Gegenteil: Sie erhält 500 Mio. Euro weniger staatliche Zuschüsse als die einzelnen Krankenkassen vor der Fusion.

Ebenso wie Vassilis meinte auch die Referentin, dass es eine der wichtigsten Aufgaben der Linken in den  EU Ländern sein, über die durch die Troika-Sparpolitik angerichteten Schäden breitestmöglich aufzuklären.

Zum Schluss der Veranstaltung entwickelte sich eine Debatte darüber, wie der Widerstand gegenüber den EU Sparprogrammen gestärkt werden könne.

Es wurde u.a. auf die kommende Großdemonstration der europäischen Gewerkschaften am 4. April in Brüssel hingewiesen und eine stärkere Mobilisierung gegen die  EU-Sparpolitik gefordert. Es müsse Schluss gemacht werden mit der Abwälzung der entstandenen Kosten für die Bankenrettung auf  breite Bevölkerungsschichten.

 März 2014 h. hilse

 

HIER KANNST DU gleich die openPetition gegen die Schließung der Polikliniken
in Griechenland unterzeichnen:

https://www.openpetition.de/petition/online/schliessung-der-polikliniken-in-griechenland-sofort-stoppen

 

Weitere Hintergrundberichte:

http://www.vdaeae.de/index.php/themen/gesundheitspolitik-%28international%29/583-gesundheitswesen-in-griechenland

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitspolitik_international/article/856377/krise-spitzt-350-polikliniken-griechenland-geschlossen.html

 

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Euro-Schuldenkrise : Der Gürtel sitzt noch immer eng | Politik – Kölner Stadt-Anzeiger

Die Sparmaßnahmen der Troika und der deutschen Bundesregierung haben nach wie vor weitreichende Folgen in den Krisenstaaten Spanien, Portugal, Italien und Griechenland.  Von

Euro-Schuldenkrise : Der Gürtel sitzt noch immer eng | Politik – Kölner Stadt-Anzeiger.

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Gauck-Besuch in Athen – Warten auf das Wort Verzeihung

Gauck-Besuch in Athen Warten auf das Wort Verzeihung

Hagen Fleischer im Gespräch mit Christiane Kaess

Antritt einer Dienstreise: Bundespräsident Joachim Gauck (dapd / Steffen Kugler)

Bundespräsident Joachim Gauck will bei seinem Besuch in Griechenland nach eigenen Worten an die „deutsche Unheilsgeschichte“ erinnern. „Das Wort Verzeihung ist bisher nicht gefallen bei dem Besuch deutscher Amtsträger“, sagte der Historiker Hagen Fleischer im DLF.

 

 

Gauck-Besuch in Athen – Warten auf das Wort Verzeihung.

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Mehr Armut, aber auch mehr Reichtum in Italien

17.02.2014

Mehr Armut, aber auch mehr Reichtum in Italien

Im Belpaese verschärfen sich die sozialen Unterschiede durch die Krise immer weiter

Von Anna Maldini, Rom

Die italienischen Familien werden immer ärmer. Das geht aus einem Bericht der Italienischen Notenbank hervor, die kürzlich ihre Analyse für den Zeitraum 2010 bis 2012 veröffentlicht hat.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/924222.mehr-armut-aber-auch-mehr-reichtum-in-italien.html

(c) Neues Deutschland 2014

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Viel Lärm um nichts

Italien: Scharfe Kritik an Renzis Regierungsprogramm

Gerhard Feldbauer

Das vom neuen italienischen Premierminister Matteo Renzi, dem Chef der Demokratischen Partei (PD), zu Wochenbeginn vorgelegte Regierungsprogramm (jW berichtete) ist auf vernichtende Kritik gestoßen, nicht nur bei den Kommunisten und anderen Linken. Nach sieben Jahren anhaltender Rezession, einem massiven Anstieg der Zahl der Arbeitslosen – allein 2013 kamen zwei Millionen Menschen neu dazu, darunter 40 Prozent Jugendliche –, einer galoppierenden Verarmung und einer Staatsverschuldung von 132 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gehört Italien inzwischen zu den Ländern der EU, die am härtesten von der Krise betroffen sind. Doch der neue Regierungschef habe »nicht eine einzige positive Antwort auf die dramatischen Fragen wie Arbeit, Renten, Gesundheit und Entwicklung« gegeben, kritisierte der Sekretär der Partei der Italienischen Kommunisten (PdCI), Cesare Procaccini. Diese Regierung werde die Linie ihrer Vorgänger uneingeschränkt fortsetzen.

Den Artikel finden Sie unter: http://www.jungewelt.de/2014/02-27/041.php

 

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Elend statt Hafenromantik Gewerkschaftsaktivisten in Piräus…

neues deutschland Mittwoch, 5. Februar 2014

Elend statt Hafenromantik
Gewerkschaftsaktivisten in Piräus kämpfen gegen Liberalisierung
und wachsende Verarmung

Ein Teil des Hafens im griechischen Piräus ist bereits seit Jahren privatisiert. Die schlechten Erfahrungen der Arbeiter führen heute zu verstärkten Protesten gegen eine
weitere Liberalisierung.

Artikel als PDF Datei hier

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Otto Köhler: Unsere Schulden in Athen

Unsere Schulden in AthenÜber „Schuldenkrise“, deutsche Besatzung, Ausplünderung und Wehrmachtsverbrechen in Griechenlandmit Otto Köhler, Journalist, Buchautor und PublizistMittwoch, 10. Oktober 201219.30 Uhr | Volkshochschule • Bergheimer Str. 76, Heidelberg

via Veranstaltung Otto Köhler: Unsere Schulden in Athen.

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