Leben am seidenen Faden

Athen: Die Menschen in der besetzten Nachbarschaft Prosfygika sind von Vertreibung bedroht. Doch der Widerstand ist groß – zwei Bewohner sind in den Hungerstreik bis zum Tod getreten

Von Marigona Gjebrea, Athen – 24.6.2026

Gegen Vertreibung und Staatsgewalt: Protest in Solidarität mit den Bewohnern der Prosfygika (Athen, 16.5.2026)

Er kann nicht mehr laufen. In einem Video wendet sich Aristotelis Chantzis, sichtlich angestrengt und erschöpft, an seine Mitstreiter. Aristotelis, von allen nur »Aristos« genannt, hat fast die Hälfte seines Körpergewichts verloren. Am Montag musste der Bewohner der besetzten Athener Nachbarschaft Prosfygika ins Krankenhaus eingeliefert werden. Doch trotz seines kritischen Zustands hält Aristos an seinem Entschluss fest. Seit dem 5. Februar befindet er sich im »Hungerstreik bis zum Tod«. Seine Botschaft ist klar: Er wird nicht aufgeben, solange die Zukunft von Prosfygika ungeklärt bleibt.

Mitten im Herzen Athens, zwischen Betonfassaden und vielbefahrenen Straßen, liegt eine der bekanntesten Besetzungen Europas. Acht Wohnblöcke bilden die Gemeinschaft von Prosfygika. Rund 400 Menschen leben hier – Geflüchtete, politisch Verfolgte, Aktivisten, Familien, Kranke und sozial Benachteiligte. Mehr als 20 Sprachen werden gesprochen, Menschen aus 27 Ländern und Regionen teilen sich diesen ungewöhnlichen Ort.

Doch: Laut den griechischen Behörden sollen die Gebäude saniert werden. Die Bewohner sehen das jedoch als Vorwand, um sie zu vertreiben. (…)

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