Griechenland: Die Athener »Prosfygika« ist die größte Hausbesetzung Europas und von Räumung bedroht. Doch die Beteiligten wehren sich Von Lorena Saraniero, Athen

Die Parole »Unsere gemeinsame Sprache ist Widerstand« schmückt eine der Wände des selbstverwalteten besetzten Gebäudekomplexes »Prosfygika« in Athen. Die Bäckerei »Berkin Elvan«, benannt nach einem 15jährigen Aktivisten, der 2014 bei den Gezi-Park-Protesten von türkischen Polizisten getötet wurde, öffnet dort an einem sonnigen Morgen. Kinder sind auf dem Weg zum selbstorganisierten Kindergarten eine Straße weiter.
»Prosfygika« liegt in unmittelbarer Nachbarschaft eines Fußballstadions, zwischen einem Krankenhaus für Krebspatienten, einer Polizeistation und dem Obersten Gericht. Der Komplex besteht aus acht Häuserblocks auf 3,5 Hektar. Mehr als 400 Menschen aus über 27 Ländern haben hier ein gemeinsames Zuhause gefunden, das sie selbstverwaltet organisieren. Es ist die größte Häuserbesetzung in Europa. Im vergangenen Sommer beschloss die Hauptstadtregion Attika gemeinsam mit der griechischen Regierung ein 15 Millionen Euro teures und mit EU-Geldern finanziertes »Sanierungsprogramm«, das die Zwangsräumung seiner Bewohner ohne vorherige Konsultation vorsieht. Regionale Behörden haben klar gemacht, dass dies auch gewaltsam unter Einsatz von Polizeikräften erfolgen soll. (…)








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