#power2viome – so oder so!

Parallel zur Spendenaktion für die Anschaffung eines Generators kämpft die Vio.Me-Belegschaft weiterhin für den dauerhaften Anschluss an die Stromversorgung. Hier nochmals die Vorgeschichte und der aktuelle Stand:

SE.VIO.ME Pressemitteilung vom 22. 5. 2020 (dt. Übersetzung)

Kurzbericht zum Abschalten der Stromversorgung

Mit der Wiederaufnahme der Produktion durch die Kolleg*innen am 13.02.2013 war eine unserer Hauptforderungen die folgende „Strom- und Wasserversorgung für unsere Fabrik“.

Bei jedem Treffen mit dem Arbeitsministerium war – in Verbindung mit der Forderung nach einer kompletten Legalisierung – der vollständige Anschluss an die Strom-, Gas- und Wasserversorgung im Namen und auf Rechnung unserer gesetzlich registrierten Sozialkooperative eine Grundvoraussetzung.

Bei allen Solidaritätskarawanen, die zu unserer Unterstützung organisiert wurden und  beim Arbeitsministerium in Athen endeten, war eine der Hauptforderungen die Stromversorgung der VIO.ME-Kooperative. 

Während des Besuchs der früheren stellvertretenden Ministerin für Arbeit und Soziale Solidarität Antonopoulou wurde uns die Finanzierung unseres Projektes durch das Partnerschaftsabkommen für den Entwicklungsrahmen 2014-2020 (ESPA)* anempfohlen. Aber wir, die Arbeiter*innen der VIO.ME, haben diese Finanzierungsform abgelehnt, und haben stattdessen erklärt: „Wenn Sie uns helfen möchten, dann sorgen Sie dafür, dass unsere eigene Stromversorgung garantiert wird.“ 

Bei der letzten Karawane des Kampfes und der Solidarität im Juni 2015 wurde der Bürgersteig des Ministeriums besetzt – die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein -, und wieder lauteten unsere Forderungen: Strom-, Gas- und Wasserversorgung und komplette Legalisierung. 

Beharrlich haben wir, die Kolleg*innen der VIOME, die Versorgung unserer Fabrik mit Strom gefordert. Diese sollte unserer Sozialkooperative in Rechnung gestellt und auch von ihr bezahlt werden. Gleichzeitig hatten wir klargestellt, dass wir auf keinen Fall für die Schulden, die das ehemalige Management des Unternehmens verursacht hatte, aufkommen würden – zumal auch die Lohnrückstände gegenüber den Arbeitnehmer*innen der VIOME Teil dieser Schulden sind.

Die vorherige Regierung hat, ohne uns zu informieren, das bereits hochverschuldete Konto der früheren Tochtergesellschaft VIOME bei dem Öffentlichen Elektrizitätsunternehmen (DEI) aufgrund des Vertragsverhältnisses weiterhin auch mit den Kosten der Sozialkooperative VIOME belastet! Sie haben uns nicht informiert und haben mit uns keinen neuen Vertrag abgeschlossen, obwohl wir als Sozialkooperative mit eigener Steuer-Identifikations-Nummer registriert sind. Auf diese Art und Weise hatten wir keine Möglichkeit, unsere Stromrechnungen als Kosten steuerlich abzusetzen. 

Die jetzige Regierung hat sich die Situation der Kontaktsperre wegen des Coronavirus zunutze gemacht, schickte in den Morgenstunden Spezialeinsatzkräfte der griechischen Polizei (MAT) und schaltete die Stromversorgung ab, indem sie sich auf die Maßnahme der vorherigen Regierung berufen hat. Sie hat nicht nur uns den Strom abgeschaltet, sondern behauptet auch, dass wir für die gesamten Schulden der früheren Tochtergesellschaft aufzukommen haben.  Wir sind aktiv geworden, um den Stromanschluss wiederherzustellen, und haben alle parlamentarischen Kontakte, die wir haben, dafür mobilisiert. Diese haben uns versprochen, dass sie sich für einen Wiederanschluss stark machen, allerdings sollten wir auch einen Teil der früheren Schulden anerkennen. Wir haben gründlich darüber nachgedacht, einen Teil dieser Schulden zu übernehmen, aber unter der Bedingung, dass unser tatsächlicher Stromverbrauch zugrunde gelegt wird, und schlugen sogar vor, zusätzlich eine Bankgarantie in Höhe von 2000,00 EUR als Kaution vorzulegen.

Die Haltung der zuständigen Beamten besteht darin, uns von Pontius zu Pilatus zu schicken und uns keine klare Antwort auf unser Anliegen zu geben. Im Grunde genommen lehnt das  – laut hartnäckigen Gerüchten – hochverschuldete Elektrizitätsversorgungsunternehmen (DEI) einen neuen „Kunden“ ab, obwohl wir bereit sind, einen Teil der Schulden zu übernehmen, den andere verursacht haben.

Das sind die Fakten, wie wir, die Arbeiter*innen der VIO.ME, sie wahrheitsgemäß aufgezeichnet haben. Wir geben sie an die gesellschaftlichen Solidaritätsstrukturen weiter.

Mit kämpferischen und solidarischen Grüßen,
die Arbeiter*innen der SE.VIO.ME

* Partnership Agreement for the Development Framework 2014-2020

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